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Basketball TSV Rottweil: Künftig wieder eine Jugendmannschaft

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Gero Neher blickt auf die aktuelle Lage. Foto: Kienzler

Die Corona-Pandemie hat die komplette Sport-Welt lahm gelegt. Und als Folge ist nun auch die Basketballsaison in den unteren Ligen beendet.

Im Bezirk 4 Alb/Bodensee können Landesligist TSV Rottweil und die Bezirksligisten SG Schramberg sowie BV Villingen-Schwenningen 2 die neue Runde planen. Gero Neher, Spielertrainer des TSV Rottweil, hat mit seinem Team nun den Klassenerhalt in der Tasche, macht sich im Gespräch aber mehr Gedanken über die zukünftige Nachwuchsarbeit.

Herr Neher, wie finden Sie die Entscheidung des Verbandes?

Seit Montag, dem 6. April, ist jetzt endlich klar, wie es weitergeht, nämlich in dieser Saison gar nicht mehr. Ich finde die Entscheidung vollkommen richtig. Die Gesundheit aller Beteiligten, egal in welcher Form sie beteiligt sind, geht natürlich vor. Es ist zwar sehr schade, dass die Saison vorbei ist, denn Basketball fehlt sicherlich allen, und ich würde die Spiele auch gerne austragen, aber da man immer noch nicht weiß, wie sich die Lage und damit im Zusammenhang stehend auch die Trainings- und Spielmöglichkeiten nach Ostern entwickeln, ist es gut so.

Sportlich stand der TSV Rottweil kurz vor Saisonende vor dem offiziellen Abbruch in den vergangenen Tagen mit nur noch drei Spielen bei 2:13-Siegen auf einem Abstiegsplatz.

Die Saison wurde jetzt mit der Regelung abgebrochen, dass es keine Auf- und Abstiegsrelegation gibt, der Erstplatzierte ein Aufstiegsrecht erhält und es keine Absteiger gibt, parallel zur Entscheidung in der 2. Bundesliga ProA. Das heißt, obwohl wir zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs auf dem vorletzten und somit einem Abstiegsplatz standen, haben wir nun weiterhin für die Saison 2020/2021 ein Startrecht in der Landesliga. Im Übrigen wird die Liga von zehn auf elf Mannschaften aufgestockt. Wie genau der Spielbetrieb aussieht, normal wie bisher, oder in Staffeln unterteilt mit Playoffs neu gegliedert wird, wird erst zum Ende des Monats mit der Ausschreibung für die kommende Saison bekannt.

Ziehen Sie unabhängig vom Wertungs-Ausgang durch den Verband einen freiwilligen Rückzug in die Bezirksliga vor?

Ob ein freiwilliger Rückzug in die Bezirksliga in Betracht kommt, werden wir innerhalb des Vereins und der Mannschaft in Abwägung mehrerer Faktoren besprechen.

Abseits und vor der Coronakrise hatte der TSV Rottweil einen schweren Stand, eine schwierige Saison. Wie kam es dazu?

Im Laufe des Jahres 2019 hat sich die Mannschaft personell verändert, unter anderem schon zur Rückrunde der Saison 2018/2019. Dies konnten wir nicht auffangen. Daher war bereits vor dem Start der aktuellen Saison 19/20 klar, dass es ein schweres Jahr werden würde und wir gegen den Abstieg spielen. Dann kamen noch Verletzungen und Krankheit bei einigen Spielern direkt vor Saisonbeginn hinzu, so dass der Saisonstart schon nicht optimal verlaufen ist. Im Laufe der Runde ergab es sich dann, dass wir häufig nicht mehr als fünf bis sieben Spieler waren. Es gab öfters Partien mit guten zwei oder drei Vierteln, aber es fehlte an der Konstanz über ein gesamtes Spiel. Hier wirkte sich manchmal die dünne Personaldecke aus, wenn dann Kräfte nachgelassen haben. Wir müssen uns in Hinblick auf die kommende Saison besser darauf einstellen, dass wir körperlich ein kleines Team sind und uns so entsprechend anders positionieren und die oft deutliche und klare Unterlegenheit beim Rebound zumindest etwas reduzieren.

Vor drei, vier Jahren hatte der TSV Rottweil noch zwei Herren- und zwei Jugendmannschaften. Im Moment nur noch die Herren 1. Woran liegt dies? Bekommen Sie in der Neckarstadt keinen Nachwuchs?

Die 2. Herrenmannschaft bestand noch letzte Saison und setzte sich aus der damaligen älteren Jugend zusammen. Hier gab es Spieler, die für die U20 zu alt waren plus Spieler, die noch in der U20 hätten spielen dürfen. Die andere Jugendmannschaft, es war eine U16, löste sich leider auf, da zu wenig Spieler vorhanden waren. Dass es in dieser Saison keine Herren 2 mehr gab lag daran, dass ein Teil der Spieler aus den Herren 2 zum Teil berufsbedingt aufgehört haben, aber zum Teil auch in den Kader der Landesliga fest eingegliedert wurden. Positiv ist, dass wir, bevor aufgrund der Corona-Krise der Trainingsbetrieb eingestellt werden musste, acht neu interessierte Jugendliche gibt. Wir sind daher guter Dinge, künftig wieder eine Jugendmannschaft melden zu können.

Regional liegen die Werwölfe zwischen den beiden Bundesligisten Panthers Schwenningen und Tigers Tübingen – lässt sich daraus für die Nachwuchsarbeit kein Vorteil ziehen, fehlt es an der Breite von Mannschaften? Vergleicht man die Region in der Rottweil, Schramberg, Schwenningen und Balingen mit nur zusammen fünf aktiven Mannschaften, gibt es im selben Gebiet rund 200 Fußballvereine.

Richtig: Es gibt eine Vielzahl an Fußballvereinen und die überwiegende Anzahl an Jugendlichen, der Sportart Nummer 1. In Rottweil und der gesamten Region ist auch Handball sehr groß und weit verbreitet. Für viele Jugendliche ist es auch gar nicht einfach, zum Basketball zu kommen, selbst bei Interesse, da der Landkreis Rottweil sehr groß und weitläufig ist und es eben nicht immer möglich ist, dass Eltern die Kinder problemlos zum Training bringen können. Da ist es leichter, zum Fußball direkt vor der Haustüre zu gehen. Man sieht das ja selbst in Schwenningen. Die zweite Mannschaft besteht überwiegend aus erfahrenen Spielern und eine dritte Mannschaft gibt es nicht. Auch hier erkennt man, dass es schlicht nicht einfach ist, genügend Nachwuchs problemlos zu erreichen. Im Jugendbereich ist Schwenningen zwischenzeitlich gut aufgestellt, was sicher auch an der Zugkraft der Panthers in der Stadt liegt.

Wie kann man zukünftig die Problematik angehen, an Schulen mit AGs?

Wir hoffen, dass wir mit den neuen Jugendlichen und den gelegentlichen Anfragen, die wir jetzt wieder mit einem Training bedienen können, einen Grundstock aufbauen und darüber hinaus weitere Jugendliche erreichen. Schul-AG’s sind leider gar nicht so einfach für uns zu bewerkstelligen. Zum einen muss eine Hallenzeit frei sein und weiter benötigt man AG-Leiter, die Zeit und vor allem eine Affinität und entsprechende Kenntnis von Basketball haben.

Warum hat der TSV Rottweil trotz kontinuierlicher Jugendarbeit in den vergangenen zehn Jahren immer wieder zahlreiche Spieler bei den Aktiven ab dem 20. Lebensjahr verloren. Die Zahl dürfte sicherlich bei über 20 über die Jahre liegen.

Diese Tatsache ist leider ziemlich einfach zu erklären. Rottweil ist keine Studentenstadt. Schwenningen hat zwar eine FH, aber natürlich auch ein überschaubares Studienangebot, und darüber hinaus möchten viele ein Stückchen weiter weg oder in Studentenstädte wie Tübingen. Die meisten Akteure, die verloren gegangen sind über die Jahre, haben wir an Studium und Beruf verloren. Ich selbst habe nach dem Abitur zwar noch eine gewisse Zeit in Rottweil gespielt, bin dann jedoch auch gewechselt, da ich mein Studium in München fortgesetzt habe.  

Die Fragen stellte Holger Rohde.

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