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Basketball "Tourenwagen im Formel 1-Rennen"

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Mit der Kraft wie Maschinen. Der neue Kader der Panthers freut sich auf die zweite Saison in der ProA, in der die Schwenninger wieder für Furore sorgen wollen. Fotos: Michael Kienzler Foto: Schwarzwälder Bote

Mit dem Heimspiel gegen Paderborn am Samstag (19 Uhr) starten die wiha Panthers Schwenningen in ihre zweite ProA-Saison. Der neue Kader unter Cheftrainer Alen Velcic verspricht einiges. Nicht wenige Experten der Liga sehen in dem noch vor einem Jahr als Abstiegskandidaten gehandelten Team nun einen Play-off-Kanidaten. Der Schwenninger "Macher" blickt aber nicht nur auf das neue Spieljahr, sondern macht sich viele Gedanken. Wir sprachen mit ihm.

Herr Velcic, sehr früh in diesem Jahr – früher als manch anderer – haben Sie die Corona-Entwicklung sehr ernst genommen. Es ist sehr viel passiert. Wie ist aktuell Ihre Haltung zu diesem Thema.

Meine Frau war es im Januar, die mir damals schon tatsächlich prophezeite, was alles passieren könnte. Corona wird zu unserem Leben noch lange gehören, so wie Aids oder andere schwere Kranheiten. Die Politik und die Verantwortlichen stellen weiterhin im Moment gute Weichen. Aber das Thema Corona darf unser Leben auch nicht komplett vereinnahmen. Wir müssen lernen, damit zu leben und täglich alle Regeln beachten. Insgesamt sind wir einfach nun froh, wieder spielen zu können.

Sie haben bereits vor dem Vorbereitungsstart gesagt, dass Sie mit Ihrer Mannschaft in dieser Saison wegen Corona monatelang wohl in einer Blase leben werden.

Wir müssen uns und unsere Familien einfach sehr gut schützen. Wir werden zum Beispiel nur wenige Auswärtsübernachtungen haben, um weitere Risiken zu vermeiden. Raststätten werden wir unterwegs nicht mehr anfahren. Auswärts werden wir auch unsere Kabine selbst vor Gebrauch desinfizieren. Aber ich bin mir sicher, dass wir dennoch Spielausfälle in der Liga haben werden.

Zurück zur neuen ProA-Saison. Es war nicht so geplant, dass wieder ein fast neuer Kader zusammengestellt werden musste.

Das ist richtig, wir wollten auf dem Grundgerüst der vergangenen Saison aufbauen. Aber Spieler, die wir gerne behalten hätten, haben eine andere Option gewählt. So ist das Geschäft. Da darf man auch nicht lange herumlamentieren.

Welche Gesichtspunkte sind für Sie immer wichtig bei der Zusammenstellung eines neuen Kaders?

Wir wollen ehrlichen und interessanten Basketball spielen. Das Team steht über allem. Diese DNA müssen die Spieler mitbringen, die wir holen. Und sie müssen natürlich charakterlich top sein. Wichtig war für uns auch, dass wir unseren Kader frühzeitig komplett haben und nicht bis kurz vorm Saisonbeginn auf dem Markt personell noch pokern, wie es manche Konkurrenten von uns in diesen Tagen noch tun. Unsere neue Mannschaft sollte genügend Zeit haben, sich einspielen zu können.

In diesem Corona-Jahr lief auch auf dem Transfermarkt nicht alles normal. Ein Point-Guard wie Nate Britt mit dessen Vita nach Schwenningen holen zu können, gilt mindestens so viel wie ein Sechser im Lotto, oder?

Ja, ich denke, so einen Spieler von dieser Klasse gab es hier auf dieser Position noch nicht zu sehen. Aber die Mannschaft besteht ja nicht nur aus Nate Britt. Jeder von den Jungs kann sich in dieser Saison bei uns in den Vordergrund spielen. Wir sind bei unseren Verpflichtungen dieses Mal auch ein kleines Risiko eingegangen, haben Spieler mit Klasse geholt – wie zum Beispiel Lars Lagerpusch – die nach Verletzungen noch nicht hundertprozentig fit sind, uns aber zeitnah richtig gut weiterhelfen können.

Die sechswöchige Vorbereitungszeit verlief nicht problemlos. Manche geplante Testgelegenheit konnte nicht – coronabedingt – wahrgenommen werden.

Hier und da hatten wir uns Trainer das schon anders vorgestellt. Schade auch, dass unsere Generalprobe in Speyer deshalb ausfiel. Aber wir jammern nicht über diese Vorbereitung. Wenige Tage vor dem Saisonstart wissen wir, dass wir lernwillige und hungrige Spieler haben, die charakterlich top sind und sich hervorragend verstehen.

Bei den obligatorischen Saisontipps der Experten wird Ihre Mannschaft zu den Play-off-Kandidaten gezählt.

Und im vergangenen Jahr waren wir für viele noch der Abstiegskandidat Nummer 1. Nein, mich freut diese Wertschätzung der Konkurrenz wirklich. Sie zeigt, wie unsere Arbeit bewertet wird. Wir haben natürlich unser erstes Etappenziel klar vor Augen. Alles andere als eine Qualifikation für die Playoffs wäre für mich tatsächlich eine Enttäuschung. Die öffentliche Wertschätzung könnte indes noch größer werden, dafür arbeiten wir auch akribisch am Erfolg.

Trotz Corona haben sich die wirtschaftlichen Kräfteverhältnisse in der ProA nicht groß verschoben. Die Panthers mussten den Etat etwas reduzieren, auf nun 450 000 Euro.

Wenn man dies zum Beispiel mit dem Etat von Tübingen vergleicht (rund 1,2 Millionen Euro, Anm.d.Red.), dann sind wir weiterhin ein Tourenwagen im Formel-1-Rennen. Aber Geld allein gewinnt keine Spiele. Es geht in dieser hochwertigen Liga vor allem darum, jede Sekunde bereit zu sein und die richtigen Entscheidungen zu treffen – als Trainer und als Spieler. Dann hast du auch Erfolg. Ich wünsche mir für uns noch ein besseres Standing hier in der Öffentlichkeit, dass unsere ehrliche Arbeit noch mehr geschätzt wird. Es sehen leider noch nicht alle, was wir mit einfachen Mitteln in den vergangenen Jahren alles bewegt haben.   Die Fragen stellte Michael Bundesmann.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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