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Basketball Panthers Trainer erklärt ProA zum großen Ziel

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Foto: Michael Kienzler Foto: Michael Kienzler

500 Spiele als Trainer, eine Serie von 54 ungeschlagenen Partien in Folge, neun Meistertitel, dreimal Coach des Jahres und in 18 Jahren nur eine zertrümmerte Taktiktafel aus dem Erfurt-Spiel: Basketball in VS ist untrennbar mit dem Namen von Panthers-Bändiger Alen Velcic verbunden.

"Mister Basketball VS"

"Die schönste Nebensache der Welt hat mich geprägt", sagt "Mister Basketball VS". Die Mannschaft von Alen Velcic zeigt derzeit hochklassigen Sport und schwimmt in der ProB auf einer Euphoriewelle. Wenn es nach Velcic geht, soll es mit seinem Team mindestens noch eine Liga höher gehen.

"Etwas Großes aufziehen"

Der gebürtige Villinger kann sich noch gut an die Anfänge erinnern. In Trier spielte Velcic Anfang der 90er-Jahre während seines Studiums. Dem verstorbenen Novica Petrovic ist es zu verdanken, dass Velcic dann nach Villingen-Schwenningen zurückkehrte. "Ich bin für einen anderen Studiengang nach Konstanz gewechselt." Novica habe ihn gefragt, ob er nicht Lust hätte, die B-Jugend der Basketball-Abteilung des jugoslawischen Kulturvereins (KGJ) zu trainieren. "Lass uns etwas Großes aufziehen", waren die Worte von Petrovic.

Ruf von Novica Petrovic

Alen Velcic folgte dem Ruf. 1997 wurde der Grundstein für den heutigen Erfolg gelegt. "Die Fusion der KGJ Schwenningen und der DJK Villingen war extrem wichtig, um die Kräfte in der Stadt zu bündeln", blickt er zurück. Im Alter von 27 Jahren stellte er unter dem Namen der KGJ Schwenningen (Klub Gradjana Jugoslawije) sein erstes Team zusammen. Die Anfänge waren alles andere als einfach. "Wir hatten nicht einmal Trikots", erinnert sich Velcic. Von der Kreisliga B ging es schnell hoch in die Bezirksliga. Im Hinterkopf war für Alen Velcic das Ziel damals schon klar: Irgendwann in der 2. Liga spielen. Der Höhenflug ging weiter: 2004/05 trat das Team erstmals in der Regionalliga Südwest/Süd an. "Ich hatte gesagt, dass wir acht Jahre bis zur 2. Liga brauchen, jetzt sind es eben 23 geworden", sagt Velcic und lacht.

600 Fans in der Alleenhalle

Neun Meisterschaften und zwei Landespokaltitel feierte Alen Velcic. Welche Bedeutung haben diese? "Alle waren wichtig. Okay – die erste Meisterschaft in der Regionalliga war schon etwas Besonderes, aber sonst sind Titel nur wichtig für die sportliche Entwicklung – und eine logische Konsequenz guter Arbeit", beschreibt der Erfolgstrainer nüchtern. 500 Spiele sind eine Menge Holz, aber einige davon haben sich in das Gedächtnis von Velcic gebrannt. "Eines davon war das Landesliga-Spiel vor 600 Leuten in der Alleenhalle gegen unseren Dauer-Konkurrenten aus Konstanz. Der letzte Korb hat damals entschieden – und wir sind in die Oberliga aufgestiegen." Genauso gab es auch die bitteren Momente. 2006 trennte sich der Verein von Alen Velcic. "Das war eine üble Schlammschlacht damals." Auch der Zoff mit der Liga-Führung in Sachen Ausländerregelung sowie die verweigerte Lizenz aufgrund eines Formfehlers (2017) zählen zu den dunkleren Momenten.

Rückkehr im Jahr 2012

Nach dem Weggang von Alen Velcic standen den Schwenninger Basketballern unruhige Zeiten ins Haus. Für den damaligen Vorsitzenden Frank Singer gab es nur einen Mann, der die Abwärtsspirale stoppen und den Karren wieder aus dem Dreck ziehen konnte. "Frank hat mich gefragt – und ich hatte eigentlich auch wieder Bock." Im April 2012 stand Velcic wieder am Spielfeldrand. Der Einstand war jedoch alles andere als gelungen. "Wir spielten gegen Tübingen vor 50 Leuten und stiegen ab. Das war ein absoluter Tiefpunkt. Frank Singer und ich mussten hier einen Scherbenhaufen zusammenkehren." Beide setzten sich zusammen und planten die Zukunft. "Novica Petrovic und Frank Singer", nennt Velcic in einem Atemzug, wenn es um die Menschen geht, ohne die es den heutigen Erfolg niemals gegeben hätte. "Wir haben uns immer gegenseitig vertraut, das war entscheidend."

Der Helios-Arena-Traum

Die Fans kennen Alen Velcic als emotionalen Coach, der Basketball in jeder Sekunde lebt. "Ich habe mich entwickelt – als Mensch und auch als Trainer. Ich hoffe, dass ich heute ruhiger (schmunzelt), auch analytischer und nahbarer geworden bin."

Für ihn haben sich der Basketball und die Sportler verändert. "Der Sport ist athletischer und schneller geworden. Basketball-Spiele sind heute absolute Events und Familienfeste." Und Alen Velcic wäre nicht Alen Velcic, würde er nicht in größeren Dimensionen denken. "Natürlich wäre es ein absoluter Traum, wenn wir irgendwann in der Helios-Arena spielen könnten."

Werte verschieben sich

Auch der Umgang mit den Spielern habe sich gewandelt. Als "freundschaftlich-autoritär" bezeichnet Velcic seinen Stil. "Ich behandle meine Spieler wie meine Söhne, versuche sie auch ein Stück weit zu erziehen. Wir reden viel über Privates. Das muss sein, denn die Spieler wollen auch gemocht werden. Ich beobachte sie ständig und habe die Antennen immer auf Empfang. Nur wenn es hier jedem Akteur Spaß macht, haben wir Erfolg."

Die Werte hätten sich im Vergleich zu den 80er-und 90er-Jahren verschoben. "Spieler artikulierten sich anders als früher." Basketball werde immer mehr auch zu einer Art Modenschau. "Aber das ist wohl der Lauf der Zeit."

Nicht in den Gemeinderat

Alen Velcic freut sich besonders darüber, dass der Verein mittlerweile nicht nur in der Stadt und bei der Verwaltung, sondern auch über die Grenzen von VS hinaus wahrgenommen wird. So blieb es bei seinem Bekanntheitsgrad nicht aus, dass er auch gefragt wurde, ob er für den Gemeinderat kandidiere. "Obwohl ich darüber nachgedacht habe, musste ich absagen. Sicherlich wäre ich einer der lauteren Doppelstädter in diesem Gremium. Aber ich habe schlicht keine Zeit – und wenn ich etwas mache, dann richtig", sagt der Betreiber eines Mobilfunk-Geschäftes.

"Ich bin Autodidakt"

2006 erwarb Velcic die C-Trainerlizenz. Die A-Lizenz ist kein Thema. "Das brauche ich nun wirklich nicht mehr. Ich bin Autodidakt, habe schon unzählige Spiele angeschaut und studiert." 2003 ließ er übrigens von seinem Team das Spiel zwischen Rhöndorf und Berlin exakt taktisch nachspielen. "Es hat sich gelohnt, wir haben damals gegen einen starken Gegner überraschend gewonnen."

Bayern oder China?

Gab es durch die Erfolge schon Angebote anderer Vereine? Velcic kann sich einen Wechsel kaum vorstellen. "Aber wenn Alba Berlin, Bayern München, chinesische oder japanische Klubs anrufen würden, könnte ich vielleicht schwach werden", sagt Velcic und lacht.

Der Ankerpunkt

Die Familie ist sein Ankerpunkt, allen voran seine Frau. "Sie unterstützt mich, kritisiert aber auch, wenn es sein muss. Ohne sie wäre ich sicher nicht da, wo ich als Trainer, aber auch als Mensch heute bin." Im kommenden Jahr feiert er seinen 50. Geburtstag, aber ans Aufhören denkt er noch lange nicht. "Solange es mir Spaß macht, mache ich weiter. Ich fühle mich wie 25 oder 30, das war nicht immer so. Es gab Zeiten, da bin ich sehr ungern ins Training gegangen." Mit dieser Motivation hat er noch Großes vor: "Man braucht immer Ziele. Und wir sind noch lange nicht am Ende der Reise. Ich will noch in die ProA aufsteigen."

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