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Basketball Nachwuchsspieler voll in der Verantwortung

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Ex-Profi Sascha Kesselring (rechts) war einer der Erfolgsgaranten im Regionalliga-Team von KKK Haiterbach. Foto: Fritsch

Die Basketballer von KKK Haiterbach haben die Regionalliga-Saison 2019/ 2020 auf Tabellenplatz zehn abgeschlossen. Es ist einiges anders gelaufen als eigentlich geplant – und das lag längst nicht nur an der Corona-Pandemie.

In der Rückrunde der Spielrunde 2018/2019 deutete einiges darauf hin, dass die Haiterbacher nach dem personellen Umbruch auf dem besten Weg sind, sportlich wieder etwas bewegen zu können. Das Team war eine Einheit geworden, doch eine Reihe unerwarteter Abgänge in der Sommerpause brachte den Plan völlig durcheinander.

Robin Aniobi (beruflich bedingt), Renato Stojcevic (Studium), Tim Altenbeck (Ende der Laufbahn), George Covington (beruflich im Ausland), Gojko Bubalo (beruflich nach Hannover), Florian Köppl (TSG Reutlingen), Christopher Ley (MTV Stuttgart), alle waren Leistungsträger – und alle waren weg.

Da blieb den Verantwortlichen von KKK Haiterbach nur der nächste große Schritt in Richtung in Richtung eigene Jugendförderung. Drei oder vier Nachwuchsspieler sollten fest ihren Platz im Zwölferkader des Regionalliga-Teams bekommen, weitere zwei oder drei im erweiterten Kader stehen. Am Ende wurde aus der Not eine Tugend.

In der Vorbereitung kam Luka Banozic nach einer fast dreijährigen Spielpause hinzu (Crailsheim Merlins). Hinzu kam noch der US-Amerikaner David Blackburn, der die komplette Vorbereitung mitmachte und nur noch einige Dokumente zur Freigabe fehlten. Die Vorbereitung zeigte der Mannschaft jedoch schnell ihre Grenzen auf. Einige Spiele wurden deutlich verloren, sobald einer aus dem dünnen Kader fehlte.

Diese Phase nutzten allerdings die jungen Akteure zur Akklimatisierung auf dieses Niveau. Pünktlich zum Saisonstart kam Josip Krizanovic aus Kroatien hinzu. Der Flügelspieler konnte den Kader weiter verstärken.

Im Auftaktspiel zeigte KKK Haiterbach eine sehr ansprechende Leistung und führte lange, doch am Ende hatten die Titans aus Stuttgart mit 93:88 Punkten das bessere Ende auf ihrer Seite.

Dennoch war man positiv gestimmt zumal David Blackburn noch hinzukommen sollte. Dominik Milicevic hatte nach dem guten Auftakt sofort seine Rolle im Team.

Im zweiten Spiel verlor KKK Haiterbach in Heidelberg 56:84. Danach verließ Josip Krizanovic nach einem kurzen Intermezzo den Verein wieder in Richtung Kroatien. Somit wurde der Kader dünner, anstatt anzuwachsen.

Trainer Mario Maric setzte nun auf fünf gestandene Akteure und sechs Jugendspieler. Es folgten dank starker Leistungen, getragen von den beiden Säulen Mijo Babic und Sascha Kesselring, drei Siege in Folge – gegen die SG Karlsruhe, den TSV Wieblingen und den SV Möhringen.

Der kleine Kader aber sollte immer mehr zum Problem werden. Oft fehlten nur ein paar Prozent zum sportlichen Erfolg. Dazu kam, dass immer wieder Spieler verletzt ausfielen, was auch die Trainingsarbeit erschwerte.

Es folgten sechs Niederlagen mit der Folge, so dass die Mannschaft immer weiter in Richtung Tabellenkeller rutschte. Die jungen Spieler erledigten ihre Aufgabe durchweg gut, doch es fehlten einfach die gestandenen Akteure. David Blackburn hätte in dieser Situation der Mannschaft helfen können, doch der hatte keine Freigabe erhalten.

Der Heimsieg gegen den SV Möhringen gab noch einmal Aufwind, ehe die schmerzlichste Niederlage der Saison folgte. Gegen Schlusslicht PS Karlsruhe war ein Sieg fest eingeplant, die Haiterbacher wollten sich in Richtung Mittelfeld begeben. Doch nach einem schwachen Auftritt gingen die Schwarzwälder als Verlierer vom Feld.

Nun war klar, die Saison würde ein reiner Kampf um den Klassenerhalt werden. Vier Siege und neun Niederlagen standen auf dem Konto. Der Kader war dünn, die Spieler kämpften und ackerten in jedem Spiel bis ans Limit. Das Positive daran war, dass das Team immer besser zusammenwuchs. Luka Banozic zeigte immer stärkere Leistungen. Sascha Kesselring war ohnehin einmal mehr ein Fels in der Brandung.

In der Weihnachtspause versuchten die Verantwortlichen noch einmal tätig zu werden. Der junge Jannes Wichelhaus stieß zum Team, dazu sollte ein weiterer erfahrener Spieler hinzukommen. Doch der passende Akteur wurde mitten in der Saison nicht gefunden.

Ein starker Auftakt gegen den TuS Stuttgart wurde sportlich nicht belohnt, diesmal ging das Spiel in den Schlusssekunden verloren. Trotz allem, die Stimmung blieb positiv. Die Arbeit von Mario Maric wurde belohnt. Mit jedem Sieg kam der Klassenerhalt näher. Der USC Heidelberg, die SG EK Karlsruhe, der TSV Wieblingen und der SV Möhringen wurden allesamt besiegt. Der Ruf nach einem weiteren Spieler verstummte mit jedem Sieg mehr und mehr. Doch dann verletzte sich Luka Banozic beim Spiel in Möhringen am Knie und drohte länger auszufallen, ein Szenario, von welchem die Verantwortlichen Angst hatten.

In Freiburg konnte die Mannschaft an die zuvor gezeigten Leistungen anknüpfen, doch am Ende ging sie trotz langer Führung leer aus. Es folgten zwei weitere Niederlagen, die Abstiegszone war plötzlich nicht mehr weit weg. Noch fünf Spiele standen auf dem Programm. Man hoffte auf eine baldige Rückkehr von Luka Banozic. Jonathan Babitsch aber auch Tim Altenbeck standen ab sofort bereit, um in dieser Phase dem Team zu helfen.

Dann kam es zu den ersten Corona-Fällen im Landkreis Calw und in der Stadt Haiterbach. Das Spiel am 8. März gegen die TSG Schwäbisch Hall wurde abgesagt. Es war das erste Spiel in der Regionalliga, das der neuen Pandemie zum Opfer fiel. Die anderen Mannschaften absolvierten den Spieltag. Daraufhin wurde aber kein einziges Spiel mehr ausgetragen.

Die Saison wurde für beendet erklärt. Meister und Aufsteiger in die 1. Regionalliga ist die BSG Ludwigsburg. Absteiger wird es keinen geben.

Für KKK Haiterbach war es eine Saison mit viel Höhen und Tiefen. "Es war die härteste Regionalliga-Saison bisher. Wir hatten unglaublich viel Spielerpech. Josip Krizanovic verließ uns nach zwei Spielen, und David Blackburn dem eine tragende Rolle zukommen sollte, konnte kein einziges Spiel bestreiten. Wir hatten sehr lange auf die Freigabe gehofft. Wir verloren viel Zeit und gelangten in diese gefährliche Zone. In der Weihnachtspause waren wir sehr aktiv aber leider am Ende erfolglos, denn der erhoffte erfahrene Spieler konnte nicht verpflichtet werden, auch wenn wir zweimal kurz vor dem Abschluss waren", resümiert Abteilungsleiter Jan Rupcic.

"Ich muss aber meinen Hut vor den Jungs ziehen, die von Spiel zu Spiel an das Maximum gegangen sind. Aufgrund des dünnen Kaders mussten sie richtig ran, auch wenn oft am Ende die frische fehlte. Die jungen Spieler haben eine deutliche Entwicklung nach vorne gemacht", so Jan Rupcic weiter.

"Leider hatten wir sehr viel Verletzungspech und konnten keine richtige Konstanz aufbauen. Sobald einer kurz davor war, den Sprung vollends zu schaffen, hat ihn eine Verletzung zurückgeworfen. Trainer und Spieler haben den Glauben aber nie verloren und sie haben eins bewiesen: Sie haben Biss."

Ex-Profi Sascha Kesselring erlebte seinen x-ten Frühling und war kaum zu stoppen war. Luka Banozic übernahm Verantwortung. "Thomas Pieciak sowie die jungen Jannes Wichelhaus, Dominik Milicevic, Rickardo Maric, Petar Maric und Martin Kresic wurden immer besser. Routinier Slaven Ponjavic spulte sein Ding von Woche zu Woche ab und avancierte das eine oder andere Mal zum Matchwinner. Spielmacher Mijo Babic hatte keinen leichten Stand. Seine Räume wurden extrem eingeengt. Die Saison war für ihn einiges schwerer als seine Premierensaison, doch er hat seine Qualitäten bewiesen", so Jan Rupcic

Nun steht alles still. Die Trainingshalle ist tabu. Dennoch gehen so langsam die Vorbereitungen für die neue Saison los. "Mit so einem Teamcharakter kann man sehr viel erreichen, und diesen möchten wir beibehalten. Wir werden weiterhin den Weg mit den jungen Spielern im Team gehen, so wie bisher, denn die sind die Zukunft des Vereins. Doch wir benötigen einen breiteren Kader wie wir ihn auch in der letzten Saison geplant hatten. Wir wollen mit dem Team auf jeden Fall weitermachen und den Kader noch etwas erweitern", so der Abteilungsleiter.

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