Wirkungsvolle Ansagen zu den richtigen Zeitpunkten: Panthers-Coach Alen Velcic schöpft inzwischen sehr viel aus seinem großen Erfahrungsschatz. Foto: Roger Müller

Basketball: Panthers-Coach Alen Velcic beweist beim Krimi gegen Würzburg einmal mehr hervorragendes Coaching. 

Dieser 68:66-Krimi der wiha Panthers im Heimspiel gegen Würzburg besaß viele Facetten. Zum einen waren einige "neue" Zuschauer in der Deutenberghalle, die nach dem Spiel begeistert und sicherlich nicht zum letzten Mal da waren. Zum anderen zeigte die Schwenninger Mannschaft ihre Klasse und Erfahrung. Sie bog einen in der ersten Halbzeit sogar auf 19 Punkte angewachsenen Rückstand noch zum Sieg um. Drei Sekunden vor dem Ende traf Leon Friederici entscheidend.

Viele Facetten

Allein schon der letzte Spielzug der Panthers nach dem 66:66-Ausgleich Würzburgs bewies die Klasse des Trainers. Alen Velcic hatte noch eine Auszeit beordert, die er sich in der Regel in jedem Spiel als wichtige Option bis zum Ende offenhält. In dieser wichtigen Pause erklärte er seinen Spielern den letzten Angriffszug. Die Würzburger Mannschaft rechnete fest damit, dass die Verantwortung für den letzten Ball an Top-Scorer Rasheed Moore oder Bill Borekambi übergeht. Dem war aber auf der Tafel von Velcic überhaupt nicht so. Leon Friederici sollte stattdessen den letzten Wurf nehmen – drei Sekunden später tobten die Zuschauer. Die Erfahrung, die Schlitzohrigkeit und vor allem auch das starke Einfühlungsvermögen in seine Spieler machen die Stärken von Alen Velcic aus.

Die verschiedenen Platten

Nach sieben Minuten nahm Alen Velcic die erste Auszeit beim Stand von 7:17. Er wurde laut – sehr laut sogar. Die Taktiktafel flog auch auf den Boden. Die bis dahin absolut enttäuschende Wurfausbeute seines Teams war für den Coach "reine Konzentrationssache. Ich musste sie aufwecken".

Als die Panthers in der ersten Halbzeit sogar zwischenzeitlich mit 19 Punkten hinten lagen, legte der Trainer seine "zweite Platte" auf. Die Hallo-Wach-Phase war schon abgearbeitet. Nun packte er in dieser weiteren Auszeit seine Jungs noch mehr an der Ehre. "Ich habe sie darauf hingewiesen, dass die Halle voll ist, wir aber so ein blödes Spiel bislang abliefern." Das Thema nun auch: Die Köpfe wieder hoch und die Brust raus, wieder mehr Selbstvertrauen zeigen.

Die dritte "Platte" legte Velcic bei der Pausenerfrischung auf. Nun hieß das Thema: Zuversicht und positives Denken versprühen. "Er hat uns gesagt, dass wir auf jeden Fall noch über die 60-Punkte-Marke kommen. Dass wir endlich einfach unser Spiel machen sollen", berichtete Kapitän Kosta Karamatskos aus der Kabine. Bill Borekambi sah den Erfolgsschlüssel zum Sieg besonders darin, "dass wir uns in der ersten Halbzeit mental nicht ganz so sehr herunterziehen ließen".

Alen Velcic überraschte nach dem Spiel auch noch mit seiner Aussage, "dass ich zu jedem Zeitpunkt überzeugt davon war, dass wir gewinnen". Aber er betonte auch, "dass wir heute gegen eine junge Würzburger Mannschaft, die tollen einfachen Basketball spielt, auch ans Limit gehen mussten".

Ein Familientreffen

Würzburg ist abgehakt. Die Panthers stehen als Aufsteiger der ProB mit fünf Siegen und einer Niederlage glänzend da und freuen sich nun auf den Vergleich bei den größten Talenten in Deutschland, beim FC Bayern II. Mittendrin ist dort mit dem Point-Guard Nelson Weidemann einer der derzeit begabtesten Spieler im Land. Der 19-Jährige ist der Cousin von Bill Borekambi. Es gibt ein Familientreffen. Diese ProB schreibt schon ganz coole Geschichten.

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