Ludwigsburgs Bundesliga-Basketballer erreichen als Zehnter ihr Minimalziel, dennoch ist die Zukunft des Trainers ungeklärt.
Als die Ludwigsburger Basketball-Mannschaft am Montagmorgen zu ihrer Reise ins Ungewisse gestartet war, hatte Trainer Mikko Riipinen sie aufgefordert: „Packt eure Taschen für fünf Tage, wir kommen am Freitag aus Vechta oder Trier zurück.“ Der angepeilte Reiseplan fand aber bereits am Dienstagabend ein jähes Ende, mit der 71:91-Niederlage im Play-in-Spiel in Rostock war die Saison für die Ludwigsburger Mannschaft ultimativ zu Ende. Und zwar im Endklassement als Zehnter. Damit hat sie das vor der Saison ausgegebene Minimalziel – besser abzuschneiden als im Vorjahr (mit Platz elf) – zwar erreicht, mehr aber auch nicht. „Am Ende ist die Partie in Rostock sehr unkonstant von uns gewesen, so wie das auch leider zu Großteilen in dieser Saison war“, sagte Riipinen.
Was auf der anderen Seite unterstreicht, dass es dem Trainer letztendlich nicht gelungen ist, aus vielen Individualisten eine homogene Mannschaft zu formen, das muss sich der 38-Jährige ankreiden lassen. Der besitzt in Ludwigsburg zwar noch einen Vertrag für ein weiteres Jahr, der dürfte aber nach dem Verpassen des Play-off-Viertelfinales auch (von beiden Seiten) vorzeitig gekündigt werden. Kann so sein, muss nicht. „Wir werden uns jetzt zusammensetzen und die Saison in Ruhe analysieren“, sagt der Vorsitzende Alexander Reil zu der wichtigsten Personalie im Team. Man kann davon ausgehen, dass in das Fazit auch der künftige sportliche Leiter David McCray eingebunden ist, selbst wenn der aktuell noch Trainer in Crailsheim ist und sein Vertrag offiziell erst zum 1. Juli beginnt.
Wachsweiche Vereinbarungen
Im Sinne einer gewissen Kontinuität wäre die Fortsetzung mit Riipinen durchaus wünschenswert, zudem hat der Schwede es verstanden, junge Eigengewächse wie Julis Baumer oder Lenny Anigbata fest in den Kader einzubauen. Ob das als Argument reicht, bleibt abzuwarten. Gleiches gilt für gewisse Spielerverträge. Sicher ist, dass Routinier Jonas Wohlfarth-Bottermann ein weiteres Jahr bei den Riesen bleiben wird, auch Kapitän Yorman Polas Bartolo (40) besitzt noch einen Vertrag, ebenso der Center Keeshawn Kellman und Spielmacher Toms Skuja sowie die Nachwuchskräfte Simon Feneberg und Lukas Modic. Doch im Basketball sind solche Vereinbarungen meist so wachsweich wie ein Sieben-Minuten-Ei, im Zweifel also nicht allzu viel wert.
Eine gewisse Enttäuschung spielt mit
Ganz nebenbei hat die Mannschaft mit Platz zehn in der Endabrechnung die direkte Qualifikation fürs Viertelfinale im DBB-Pokal der nächsten Saison verpasst, und auch eine Teilnahme am internationalen Wettbewerb (im Zweifel dem drittklassigen Fiba Europe Cup) rückt in weite Ferne. Alles in allem spielt also doch eine gewisse Enttäuschung mit, auch wenn Wohlfarth-Bottermann in einer ersten Reaktion die Saison mit der Schulnote 3 bewerten wollte. Ob das die Fans auch so sehen? An diesem Freitag gibt es nun traditionell noch ein kleines Abschiedstreffen von Anhängern und Spielern, von denen ein Großteil dann nicht nach Ludwigsburg zurückkehren wird.