Die Tigermücke ist auf dem Vormarsch und hat sich trotz gezielter Bekämpfung im gesamten Kanton Basel-Stadt ausgebreitet. Nun geht es darum, die Mückendichte gering zu halten. Die Bevölkerung ist zur Mithilfe aufgerufen.
Die Asiatische Tigermücke hat sich in den vergangenen Jahren unter anderem entlang des Oberrheingrabens und im Dreiländereck ausgebreitet. Ursprünglich stammt das Insekt aus den Tropen und Subtropen Asiens. Mittlerweile fühlt sich die Mückenart auch hierzulande heimisch. Aus der Region wird sie wohl nicht mehr verschwinden.
Erstmals wurde Aedes albopictus, so der lateinische Name, vor zehn Jahren beim Zoll nahe der französischen Grenze nachgewiesen – höchstwahrscheinlich wurde die Mücke durch den internationalen Verkehr nach Europa eingeschleppt. Seither hat sich der potenzielle Überträger von Dengue-, Chikungunyafieber oder des Zikavirus weiter ausgebreitet, auch über die Grenzen hinweg ins Südbadische. Der vergangene Sommer sei zunächst sehr feucht gewesen, weiß Biosicherheitsinspektorin Ann-Christin Honnen. „Dann ist es später warm geworden mit Regenfällen zwischendurch. Für Tiere, die von Wasserstellen abhängig sind, war das optimal“, kommentiert sie die Ausbreitung.
Basel bekämpft Brutstätten
In Basel ist mittlerweile das gesamte Siedlungsgebiet betroffen. Im Jahr 2023 waren erst 70 Prozent befallen, wie das Kantonale Laboratorium in einem Bericht schreibt. Insgesamt waren vergangenes Jahr von den 279 aufgestellten Fallen 251 Standorte positiv, schreibt die Behörde. Das bedeutet: In 90 Prozent der Fallen konnten Tigermücken nachgewiesen werden. Über die ganze Saison 2024 hinweg seien zudem rund 83 000 Eier gefunden worden – im Vorjahr waren es noch etwa 36 000.
Gegen die Tigermücke hat der Kanton schon viel unternommen – zum einen die Überwachung, zum anderen die Bekämpfung der Brutstätten, damit sich die Insekten nicht weiter vermehren. Weil sich viele mögliche Brutstätten wie Pflanzentopfuntersetzer und Regentonnen auf Privatgelände, in Gärten oder in Freizeitgärten befinden, wurden die Bevölkerung sowie das Gewerbe in den betroffenen Gebieten mit einem Informationsblatt informiert und zur Mithilfe aufgefordert. Zum Jahresende befanden sich 27 Freizeitgartenareale mit 4729 Parzellen innerhalb der Bekämpfungszone.
Das Tiefbauamt verwendet für die Behandlung der Dolen auf Stadtgebiet ein biologisches Insektenbekämpfungsmittel, das hochspezifisch gegen Stechmücken wirkt. In den Gebieten, in denen die Tigermücke bekannt war, wurden während der gesamten Saison 2024 engmaschig Behandlungen durchgeführt. Das gleiche Bekämpfungsmittel stellt das Kantonale Laboratorium auch den Gemeinden Riehen und Bettingen zur Verfügung. Laut Honnen haben die Maßnahmen etwas gebracht: Nicht nur die Ausbreitung habe verlangsamt werden können, auch seien viele Basler gut informiert und würden viel gegen die Vermehrung der Mücken unternehmen.
Für viele Menschen sei die von der Mücke ausgehende Gefahr etwas sehr Abstraktes, betont die Expertin. Indes: „Je mehr die Menschen die Anwesenheit der Mücke spüren, desto motivierter sind sie, etwas dagegen zu tun.“
Die Zahl verringern
Das Ziel sei es nun, die Zahl der Tigermücke in Basel möglichst kleinzuhalten, so Honnen weiter. Das hänge aber davon ab, wie warm und feucht der Sommer wird.
Auch diesseits der Grenze wird viel unternommen: Die Stadt Weil am Rhein setzt unter anderem auf die Eigenverantwortung der Bürger: Die Weiler sollten in die Lage versetzt werden, die Ausbreitung der Tigermücke auf ihren eigenen Grundstücken zu unterbinden, indem sie potenzielle Brutstätten entfernen und B.t.i-Tabletten einsetzen, wie es im Sommer im Rahmen der Sitzung des Verwaltungsausschusses hieß.
Beratungen vor Ort
Es wurden Telefonberatungen und Beratungen vor Ort in den Gärten angeboten. In Friedlingen, das bisher am längsten und flächendeckend in die Bekämpfungsmaßnahmen einbezogen war, sei die Belastung 2023 eher niedrig gewesen. Neu hinzu kamen Gebiete mit besonders hoher Belastung im Ortsteil Haltingen, nördlich und südlich der Heldelinger Straße sowie zwischen der Markgräfler Straße und der Hermann-Brian-Straße. Ötlingen und Märkt waren im vergangenen Sommer noch nicht betroffen.