Noch bis Ende November wird die bauliche Umgestaltung der Bushaltestelle vor dem Snack-Point dauern. Bis dahin müssen sich alle Verkehrsteilnehmer in der vielbefahrenen Ortsmitte und der Rottweiler Straße auf Behinderungen einstellen. Foto: Albert Bantle

Niedereschach gestaltet die Busbuchten in der Rottweiler Straße barrierefrei um. Die Arbeiten sorgen für Verkehrsbehinderungen – und für Diskussionen über die künftige Situation.

Die mit 185 000 Euro im Haushaltsplan veranschlagte Umgestaltung der Bushaltestellen in der Rottweiler Straße in Niedereschach im Bereich des Snack-Point und des alten Rathauses hat begonnen. Beide Haltestellen sollen, baulich bezuschusst vom Land, behindertengerecht umgebaut werden.

 

Walter Kubas als Behindertenbeauftragter der Gemeinde hat sich seit Jahren für diese Umgestaltung eingesetzt. Begonnen wurde nun mit der Haltestelle vor dem Snack-Point. Die fast gegenüberliegende Haltestelle vor dem alten Rathaus soll im Frühjahr 2026 folgen.

Die nun begonnene Maßnahme, und der damit verbundene Ampelbetrieb in der vielbefahrenen Rottweiler Straße, führt aktuell durch den damit verbundenen Rückstau zu zeitweise starken Verkehrsbehinderungen in der Ortsmitte. Die Auswirkungen erstrecken sich bis in den Kreuzungsbereich zur Dauchinger Straße und der Steigstraße. Und genau diese Verkehrshinderungen befürchtet der Niedereschacher Bürger Walter Obergfell auch nach dem Umbau und formulierte seine Bedenken, die nach seiner Aussage von vielen anderen Bürgerinnen und Bürgern geteilt würden, im Rahmen der Frageviertelstunde der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates in Schabenhausen.

Obergfell rechnet mit großen Behinderungen

Den Umbauplänen entsprechend sei es so, dass die bisher vorhandene kleine Busbucht wegfalle, so dass die Busse beim Ein- und Aussteigen vollständig auf der Rottweiler Straße stehen werden. Bisher seien die Busse durch die vorhandene kleine Busbucht wenigstens nur rund 70 Zentimeter auf der Rottweiler Straße gestanden und selbst das sei behindernd gewesen, so Obergfell.

„Die, die sowas planen und beschließen, sollten da mal jeden Tag fahren müssen, dann sähe die Planung anders aus“, ist sich Obergfell sicher und verwies dabei auf die ebenfalls in der Rottweiler Straße befindliche Bushaltestelle im Bereich der Einfahrt zum Breiteweg. Wenn dort die Busse auf der Straße halten und teilweise sogar während Ruhepausen lange stehen bleiben, behindere das nicht nur das Ein- und Ausfahren in den Breiteweg, sondern sorge zudem immer wieder für einen Rückstau und Verkehrschaos bis hinunter zum Kreisverkehr im Bereich der Deißlinger und Fischbacher Straße.

Gemeinde muss sich an Planungen halten

Was die Haltestelle vor dem Snack-Point betreffe, komme erschwerend hinzu, dass dort mitunter bis zu 40 Schulkinder ein- und aussteigen, was einige Zeit beanspruche. Zudem verkehrten dort auch sehr viele riesige und lange Gelenkbusse. Für Obergfell ist klar: das wird nach dem Umbau chaotisch.

„Wir müssen uns an die Planung halten“, machte Ortsbaumeister Hartmut Stern im Einklang mit Bürgermeister Martin Ragg in der Antwort an Obergfell deutlich. Aufgrund der Eigentumsverhältnisse im Bereich des Snack-Point und der klaren baulichen Vorgaben, wie die bezuschusste behindertengerechte Haltestelle gestaltet sein muss, gebe es keine andere Möglichkeit. Erfreulicherweise sei dies im Frühjahr, wenn die Haltestelle vor dem alten Rathaus umgestaltet wird, anders. Dort könne der Umbau so gestaltet werden, dass die Busbucht erhalten bleibe.

Bushaltestellen sorgten schonmal für Diskussionen

Die Umgestaltung der beiden Busbuchten hat schon im Gemeinderat, allerdings unter dem Aspekt der Kosten, für Diskussionen gesorgt. „Es geht bei den Busbuchten um Barrierefreiheit. Ich rede hier für eine Minderheit, für Menschen mit Handicap von denen es viele gibt“, so damals die klare Aussage des Behindertenbeauftragten der Gemeinde Walter Kubas. Er verwies darauf, dass barrierefreie Bushaltestellen Menschen mit Handicap deren Leben erleichtern. Andere Gemeinden seien da schon weiter als Niedereschach. Kubas brach damals eine Lanze für Menschen mit Handicap und trug damit dazu bei, dass die Baumaßnahme aus Kostengründen nicht aus dem Haushaltsplan gestrichen wurde.