Die zweite Rolltreppe am Freiburger Hauptbahnhof rollt wieder. Und das nach fünf Jahren Bauzeit, in der fünf Aufzüge und zwei Rolltreppen erneuert wurden.
Fünf neue Aufzüge und eine Rolltreppe sind in den vergangenen Monaten an der Stadtbahnbrücke am Freiburger Hauptbahnhof in Betrieb gegangen. Nun ist als letzter Baustein der Modernisierung die zweite Rolltreppe angeschaltet worden. „Das ist ein großer und wichtiger Schritt für mehr Komfort am Hauptbahnhof“, unterstreicht Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos). Außerdem sei das Projekt, mit rund fünf Jahren Bauzeit im Zeit- und Kostenrahmen geblieben, so der OB.
6,4 Millionen Euro hat die Freiburger Verkehrs AG (VAG) in die barrierefreie Modernisierung der Stadtbahnbrücke am Freiburger Hauptbahnhof investiert. 600 000 Euro hat das Land sowie 2,1 Millionen Euro der Bund bezuschusst. Die fünf Aufzüge sowie die beiden Rolltreppen wurden in diesem Zug erneuert und ermöglichen nun den Fahrgästen der VAG und der Deutschen Bahn ein bequemes Umsteigen.
Arbeiten im laufenden Bahnbetrieb umgesetzt
Die alten Anlagen waren in die Jahre gekommen und sehr störungsanfällig. Immer wieder standen die beiden Rolltreppen aus dem Jahr 1984 still. Vor allem die Verfügbarkeit der Ersatzteile wurde zunehmend zum Problem für die VAG. Dies soll nun mit den neuen Anlagen kein Thema mehr sein. Die neuen Aufzüge sind deutlich größer als die bisherigen. Außerdem benötigen die neuen Anlagen 50 Prozent weniger Strom. Auch die neuen Rolltreppen seien im laufenden Betrieb deutlich günstiger.
Die Planung der Sanierung stellte die Beteiligten der VAG dabei vor viele Herausforderungen. „Die Arbeiten fanden während des laufenden Bahnbetriebs statt“, erklärt VAG-Vorsitzender Stephan Bartosch. So mussten die Zeitfenster für drei Maßnahmen „mit 40 Wochen Vorlauf minutengenau angemeldet werden – beispielsweise für den Ein- und Aushub der Aufzugschächte“, erläutert Bartosch.
Auch die Geduld der Fahrgäste wurde durch die andauernden Arbeiten auf eine harte Probe gestellt. So seien bei der VAG immer wieder Beschwerden eingegangen. Deshalb sei man bei der VAG froh, dass die Arbeiten abgeschlossen und die Einschränkungen für Reisende vorüber sind.
Vandalismus bleibt ein Ärgernis
Doch nicht nur Bauarbeiten sondern auch Vandalismus sorgen am Bahnhof immer wieder für Ärger: „Leider haben randalierende Personen schon mehrfach die Scheiben an den Aufzügen zerstört oder stark verschmutzt“, berichtet Bartosch. Auch die neue Rolltreppe an Gleis eins, die mit einem Einklemmschutz in Regenbogenfarben ausgestattet ist, wurde schon mehrmals mutwillig beschädigt. Selbst die installierte Videoüberwachung hindere die Menschen nicht daran, die Anlagen zu beschädigen.
Auch deshalb greife eine weitere Neuerung: „Die Anlagen sind fernüberwacht“, erklärt Bartosch. So könne bei Stillstand oder Störungen der Rolltreppen oder Aufzüge aus der Ferne reagiert und mit eigenem Servicepersonal oder Personal des Herstellers schneller eingegriffen und Störungen schneller behoben werden. Außerdem können Reisende unter www.vag-freiburg.de/aufzug in Echtzeit sehen, ob die Aufzüge in Betrieb seien.
Weitere Sanierung folgt im Norden des Bahnhofs
Im Herbst 2026 soll der barrierefreie Ausbau des Hauptbahnhofs weiter gehen. Dann sollen auch am nördlichen Teil der Gleise Aufzüge entstehen sowie die bestehende Unterführung bis zur Rückseite des Bahnhofs erweitert werden. Rund 20 Millionen Euro wird die Deutsche Bahn dafür in die Hand nehmen.