„Barbie“ ist die Kinosensation des Jahres – weltweit und in Lahr.
Im hiesigen Forum-Kino haben bereits etwa 3500 Menschen die feministische Fantasy-Komödie um die berühmte Spielzeugpuppe gesehen, die aus ihrem knallbunten Barbieland in die reale Welt aufbricht.
Der Hype machte mich neugierig, deshalb bin auch ich ins Kino gegangen. In der 17-Uhr-Vorstellung am Dienstag im Forum in Lahr war ich der einzige Mann unter einem Dutzend Mädchen. Dabei war ich gewarnt – denn der Film mache Stimmung gegen Männer, heißt es bei vielen Kritikern.
Die Handlung lässt sich aber ganz gut an. Die ersten 30 Minuten zeigen eine liebevoll gestaltete, pinke Puppenwelt, deren Spielzeuglook Spaß macht. In dieser Fantasiewelt können die Barbies alles sein: Ärztin oder Pilotin, Wissenschaftlerin mit Nobelpreis oder Bauarbeiterin mit Presslufthammer.
Danach nimmt der Film aber eine Wendung, wenn Barbie mit Ken im Schlepptau in die wirkliche Welt reist. Dort verpasst sie als Erstes einem Mann eine Ohrfeige für einen Pograbscher. Auch sonst ist die feministische Message (alle Männer sind dumm und alle Frauen unterdrückte Opfer) dick aufgetragen. Verbreitet der Film deshalb aber gar Männerhass? Nein, über die ironische, kritische Auseinandersetzung mit den Schwächen des männlichen Geschlechts musste ich eher schmunzeln, da alles so überzeichnet ist. Und den weiblichen Teenagern im Lahrer Kinosaal hat es erst recht gefallen, das war nicht zu überhören. Die augenzwinkernde Gesellschaftssatire in Pink bietet eben gute Unterhaltung.
Wirklich schade ist nur, dass Barbie keine Lovestory mit Ken hat. Der Arme darf sie nicht küssen, trotz mehrerer Versuche. Stattdessen verbreitet der Film die Botschaft, dass Frauen und Männer getrennte Wege gehen sollten, weil Frauen nur ohne Männer wirklich glücklich und frei sein können. Diese Art von Feminismus ging mir dann doch zu weit.