Max Zentawer (rechts, Gitarre), Felix Rehmann (Gitarre), Thomas Rampp (Akkordeon) und Stephan Vögele (Kontrabass) traten mit „When Latin meets Jazz“ im Stiftsschaffneikeller auf. Foto: Endrik Baublies

Das Quartett Bar Lafar hat am Freitagabend im gut besuchten Stiftsschaffneikeller mit einer Mischung aus traditionellem sowie modernerem Swing das Publikum begeistert.

Bar Lafar sind Max Zentawer (Gitarre), Felix Rehmann (Gitarre), Thomas Rampp (Akkordeon) und Stephan Vögele (Kontrabass). Das Quartett besteht aus glänzenden Solisten, die genauso wunderbar miteinander harmonieren. Eine erste Besonderheit sind die zwei Gitarristen, die sich als Solisten und an der Rhythmusgitarre abwechseln. Die andere Besonderheit ist das Akkordeon, das in dieser Formation – neben Swing, Latin, Gypsy und gelegentlich Tango – an den französischen Valse Musette erinnert.

 

Etliche Impressionen aus der Provence

Neben den Stücken– viele eigene und eine Hommage an Django Reinhardt – stellte Max Zentawer, der „Bar Lafar“ gegründet hatte, viele der Stücke detailliert vor. So hat der Komponist Zentawer etliche Impressionen aus der Provence in seine Jazz-Stücke verwoben. Der Lavendelduft, das Licht Südfrankreichs und die Wärme samt der scheinbaren Leichtigkeit beim Spiel aller vier Musiker waren im Keller mit rund 50 Gästen zu hören und zu sehen.

Im Stil vermischte das Quartett – neben dem französischen Ursprung des Gesellschaftstanzes im Dreivierteltakt (Valse Musette) – viele Elemente des Gypsy-Swing, wie ihn zuerst Django Reinhardt in den 1930er-Jahren populär gemacht hat. Spannend waren hier Kontraste, die auf die andere Seite des großen Teichs überschwappten: Swing made in USA. Die Reise zurück in die 1930er- und 1940er-Jahre war das eine. Das Quartett hatte auch modernen Swing im Repertoire. Eine Prise Latin (lateinamerikanisch) war die perfekte Abmischung eines so ganz anderen Konzertabends, der überhaupt nichts mit dem anstehenden Weihnachtsfest zu tun hatte.

Die Ouvertüre war Programm. Zentawar hat das Stück „Phone Call to America“ geschrieben. Später stellte er die Frage: „Wer hat’s erfunden?“ Stammt der Swing nun ursprünglich aus Europa, respektive Frankreich, oder den Staaten? Vielleicht ist es hier ja wie mit der Frage nach dem Vorrang von Huhn oder Ei.

Gelungener Abend mit informativen Einführungen

Welche Unterschiede die „zweieiigen Zwillinge“ des Swings, dies- und jenseits des Atlantiks, jetzt haben mögen – die beschwingte Leichtigkeit im Keller zeichnete beide Stile aus. „L’amitié“ (die Freundschaft) gehörte zu den Anliegen Django Reinhardts. „Dance ambience“ (ebenfalls Django Reinhardt) war hier der krönende Abschluss. „Überredet“ (die verdiente Zugabe) war Reinhardts „Nuage“.

Es war ein gelungener Abend. Neben dem musikalischen Genuss waren die kurzen, aber sehr informativen Einführungen Zentawers das Bonmot.

Vom Bistro Lafar zur Bar

Viele der Lieder, die Max Zentawar für das Quartett Bar Lafar geschrieben hat, sind in der Provence, genauer in der Gemeinde Suzette, entstanden. In der Nachbarschaft gibt es ein „Bistro Lafar“. Das war die Anregung für den Namen des Quartetts Bar Lafar.