In der Ebinger Bar „Schiller“ gehen nach den Osterfeiertagen die Lichter aus. Betreiber Johann Schwab blickt gerne auf die vergangenen 13 Jahre zurück. Foto: Benjamin Roth

Der Ebinger Barbetreiber Johann Schwab möchte sich auf dem Waldheim gastronomisch weiterentwickeln. Dafür gibt er das „Schiller“ auf.

Noch vier Mal lädt Johann Schwab seine Gäste ins „Schiller“ zum Feiern ein. Am Freitag und Samstag, 27. und 28. März, sowie am Karsamstag und Ostersonntag, 4. und 5. April, hat die Ebinger Kultkneipe nochmals geöffnet. Dann fällt der letzte Vorhang.

 

In rund 13 Jahren hat Schwab das „Schiller“ in Ebingen zu einer besonderen Location geformt. Mottopartys, Kunstausstellungen, Poetry Slams - stets war in der Bar etwas geboten. Auch bekannte DJ‘s legten dort auf.

Waldheim als neues Projekt für Johann Schwab

Damit ist nach Ostern aber Schluss - und das nicht aus etwa finanziellen Gründen. Nein, Johann Schwab möchte sich gastronomisch weiterentwickeln, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion sagt. Mit seinem Bekannten Philipp Wichmann will er das Ebinger Waldheim ab diesem Mai rund um den Biergarten wiederbeleben und insbesondere einen Ausflugsort für Familien schaffen. Da bleibt für das „Schiller“ keine Zeit mehr.

Die Zeit im „Schiller“ möchte Johann Schwab keineswegs missen. „Das ‚Schiller‘ war und ist für mich ein Herzensprojekt.“ Er erinnert sich noch gut an die erste Party im August 2013, die nur mittels einer Sondergenehmigung veranstaltet werden durfte. Damals das Motto: Superhelden. Entstanden ist dabei ein Comic-Wandbild, das bis heute erhalten ist.

An Ostern schließt sich ein Kreis

Die offizielle Eröffnung des „Schiller“ unter der Regie von Johann Schwab folgte am 14. Januar 2014. Auf die Location ist er durch den Standort des Büros seiner Eventagentur „Event Dudes“ aufmerksam geworden. Dieses befand sich in unmittelbarer Nähe zum „Schiller“. „Ich bin jeden Tag vorbeigelaufen und habe das Potenzial in den Räumen gesehen.“

Das Organisieren von Partys und Veranstaltungen lag Johann Schwab schon vor der „Schiller“-Eröffnung im Blut. Im früheren „After Eight“ im Ebinger Zentrum hatte er Ostern 2013 ein Event organisiert. Damals wurden aus Spaß Ostereier bepinselt; die Gewinnerin Marlene Kalus habe ihren Preis bis heute nicht erhalten. Schwab hofft, dass die Dame nun zum Abschluss im „Schiller“ vorbeischaut. Ohnehin schließe sich so mit den beiden Osterterminen ein Kreis.

„Der Lebensschwerpunkt verschiebt sich“

Möglich gemacht wurde das „Schiller“ auch durch den Bekanntenkreis von Johann Schwab, der den 43-Jährigen in all den Jahren bei der Organisation der Veranstaltungen unterstützt hat. Doch auch dieser Bekanntenkreis habe sich weiterentwickelt, Familien gegründet, Häuser gebaut. „Die Lebensschwerpunkte verschieben sich“, nennt Johann Schwab einen weiteren Grund, warum er einen Schlussstrich unter das „Schiller“ zieht. Hinzu komme, dass mit dem fortschreitenden Alter lange Nächte, die erst in den Morgenstunden enden, mehr Regeneration erfordern. „Früher war das einfacher“, sagt der Gastronom mit einem Augenzwinkern.

Ein Markenzeichen der Ebinger Kneipe: Das Feiern im „Schiller“ ist in aller Regel friedlich verlaufen. „Es gab kaum größere Auseinandersetzungen“, berichtet der 43-Jährige. Das Besondere an der Kundschaft: Egal aus welcher sozialen Sicht, im „Schiller“ waren alle gleich. „Alle Gäste sind sich auf Augenhöhe begegnet. Wo gibt es das heute noch?“ Von 18- bis 80-Jährigen seien sowohl Jung und Alt dabei gewesen. Viele „liebenswerte Geschichten“ seien dabei entstanden. „Ich könnte ein Buch damit füllen“, lässt Johann Schwab die Zeit im „Schiller“ Revue passieren.

Gefeiert wird auch in Zukunft

Ob Bars und Feierlokale noch eine Zukunft haben? Der Ebinger Gastronom ist sich sicher, dass die jüngere Generation wieder Orte zum Feiern sucht. „Aber die Konzepte werden sich ändern“, prognostiziert der 43-Jährige. Auch wegen der gestiegenen Lebenshaltungskosten werde nicht mehr so häufig auf Partys gegangen. „Wenn die jungen Leute ausgehen, dann müssen die Gastronomen etwas bieten.“ Die Partygänger würden künftig gezielter ihre Veranstaltungen aussuchen.

Johann Schwab freut sich nun auf das Waldheim-Projekt. Dort wartet bis zur Eröffnung Anfang Mai viel Arbeit. Nach und nach möchte er das Freizeitgelände unter dem Schlossfelsenturm mit seiner Umgebung aufwerten und dabei neue und andere Menschen kennenlernen. Genau das Ding von Johann Schwab.