Zu Bachs Suite 3 brachte das Bayerische Junior Ballett eine Choreografie von John Neumeier auf die Bühne. Foto: Renate Zährl

Das Bayerische Junior Ballett begeisterte im Theater am Ring mit seiner Aufführung unter dem Motto „Fang den Tanz“. Die Akteure zeigten vollendeten Spitzentanz und Pirouetten ebenso wie eine teils roboterhafte Szenerie zu elektronischen Klängen.

Das Bayerische Junior Ballett gastierte zum achten Mal in Villingen-Schwenningen, diesmal wieder im Theater am Ring.

 

Es existiert seit 15 Jahren aufgrund der Heinz Bosl Stiftung in Kooperation mit den bedeutendsten Tanz-Institutionen von München. 16 vielversprechende Tänzer haben für zwei Jahre Gelegenheit Berufserfahrung zu sammeln.

Obwohl das Ensemble auf berühmten Bühnen in Weltstädten gastiert, freuen sich die jungen Tänzer besonders, ihr Können in Villingen-Schwenningen zu zeigen, wie der künstlerische Leiter Jiří Kylián versicherte. Im ausverkauften Theater am Ring erwartete die Zuschauer unter dem Motto „Fang den Tanz“ eine Performance mit klassischem und modernem Ballett auf höchstem Niveau.

Fröhliche Aufführung im klassischen Stil

Gestartet wurde mit Bach-Suite 3, choreografiert von John Neumeier. Die fröhliche Aufführung im klassischen Stil war für Augen- und Ohren ein Genuss. Vollendeter Spitzentanz, Pirouetten, Hebefiguren wurden perfekt dargeboten.

Die Kostüme waren farbenfroh und die Szenerie war klar. Bei „Nacht auf dem Kahlenberge“ beschwörten Hexen im Nebel die Geister in der Johannisnacht. Nach der dramatischen Musik von Modest Mussorgski wurde klassisches Ballett mit verschiedenen Figuren in schneller Folge vorgeführt. Der künstlerische Leiter erklärte, „die Höhe des technischen Anspruches in diesem Stück konnten früher nur erfahrene Tänzer leisten“.

Publikum kommt in den Genuss einer Vorpremiere

Mit dem Stück im „Am Altenstil“ nach dem Choreograf Norbert Graf kam das Publikum in den Genuss einer Vorpremiere. Das Stück war eine Rückschau, gewidmet an das Erbe des Tanzes. Mit jugendlichem Schwung zeigten die Tänzer, die zwischen 17 und 21 Jahren sind, zu elektronischen Klängen eine teils roboterhafte Szenerie, klassisches verbunden mit Improvisationen des Tanzes – scheinbar über die Bühne schwebend in einer Ebene des Zeitablaufes.

Das 19-jährige Ensemble-Mitglied Simon-Adamson de Luca choreografierte „Return to Innocence“, gezeigt wurde ein Ausschnitt über den suchenden Weg des jungen Menschen. Die Sprache der Bewegung und des Tanzes war für das Publikum hinreißend.

Geist des Bauhauses weht durch das Theater

„All Long dem Day“ war eine Reminiszenz an das triadische Ballett. Form, Stil und Kostüme waren reduziert. Der Geist des Bauhauses wehte durch das Theater. Mechanische, elektrisch geladene Bewegungen, Arme, die zu Fächern mutierten, faszinierten das Publikum. Die Theatergemeinschaft war begeistert von der perfekten Aufführung und der Bandbreite der jungen Tänzer.

Der Applaus war begleitet von Rufen und wollte nicht enden bis hin zu stehenden Ovations. Die Besucher erzählten, dass sie sich auf die nächste Vorstellung des Junior Balletts freuen.