Eine Augenweide sind die Beerenwieble bei ihrem Tanz zu Abba-Klassikern. Foto: Sabine Krümmer

Der Zunftball der Kieschtockzunft Unterkirnach war überschrieben mit dem Titel „Eine Nacht der Musicals“. In der Schlossberghalle geriet der Ball schnell zu einem rauschenden Fest.

Die Kieschtockzunft zündete wahrlich ein Feuerwerk während des gut zweistündigen Programms. Von der ersten Sekunde an herrschte beste Stimmung in der nahezu komplett ausverkauften Halle.

 

Der Musikverein eröffnete zu Beginn traditionell den närrischen Reigen, gefolgt von den verschiedenen Gruppen des Gastgebers.

Lautstark gaben sich bei der Begrüßung durch den Vorsitzenden Uwe Kreuzpointner die befreundeten Vereine im Publikum zu erkennen. Dieses erschien in teils sehr aufwendigen Kostümen – welch ein Augenschmaus in der ebenfalls närrisch herausgeputzten Schlossberghalle.

Kurzweilig, witzig und manchmal kritisch

Hallenfastnacht also in seiner schönsten Form: Kurzweilig, witzig, manchmal kritisch und auch mal ein wenig derb, so verlief das Programm Schlag auf Schlag – das gefühlt leider viel zu schnell endete.

Die beiden ältlichen Musical-Liebhaberinnen Gerda (Sylvia Obergfell) und Waltraud (Steffi Jaccaud) führten souverän durch das Programm: „Klatsched nur, ihr hond jo zahlt!“

Die Jüngsten wirbeln über die Bühne

Dass die Kieschtockzunft über einen engagierten Nachwuchs verfügt, unterstrichen die „Highschool Musical Kids“ eindrucksvoll. In Rot und Weiß gekleidet wirbelten die Jüngsten über die Bühne, stilecht mit Basketbällen und glitzernden roten Pompons als Requisiten.

Der Tischtennisclub begeistert mit dem Programmpunkt „Sister Act“ das Publikum, das eine Zugabe einfordert. Foto: Sabine Krümmer

Danach geriet der Gastauftritt des Tischtennisclubs, der 2026 sein 50. Jubiläum feiert, erst einmal recht verhalten. Ob der vielen Niederlagen baten die Sportler um göttlichen Beistand. Und dann blieb kein Auge trocken, denn die als Nonnen verkleideten Aktiven zogen mit den Tischtennisschlägern als „Sister Act“ eine Lichtershow ab. Erste „Zugabe“-Rufe wurden laut.

Das Publikum forderte eine solche ebenso bei den als Blues Brothers schwungvoll auftretenden Holzwieber auf. Den Ausfall des Programmpunkts „Kieschtock Sketch“ überspielten Gerda und Waltraud gekonnt und leiteten die Schunkelrunde ein. Diese übernahm in bester Manier Helmut Doser, der das Ballprogramm musikalisch umrahmte.

Immer ein Garant für beste Laune beim Zunftball der Kieschtockzunft sind die Fanfaren-Fetzer. Foto: Sabine Krümmer

Die zwei Ansagerinnen Gerda und Waltraud hatten dann alle Lacher auf ihrer Seite, als sie recht menschliche Bedürfnisse zum Thema machten.

Lustige Ausrutscher einiger Unterkirnacher

Eine Büttenrede darf beim Zunftball natürlich nicht fehlen. Jürgen Weißer erinnerte an lustige Ausrutscher einiger Unterkirnacher. Aber auch Bürgermeister Andreas Braun bekam sein Fett weg: „Der Schultes isch kon Superheld“. So hänge das Wahlkampfplakat zur Landtagswahl „ungeniert“ im Ort. Der so Gescholtene war zum Zunftball nicht gekommen. Dafür gab es schon zu Beginn des Balles einige Unmutsäußerungen im Publikum, bis hin zu Buh-Rufen.

Fanfaren-Fetzer spielen Abba-Hits

Die Fanfaren-Fetzer machten ihrem Namen bei ihrem Auftritt mit Abba-Hits alle Ehre, bevor die Beerewieble mit ihrem Tanz ebenfalls zu Abba-Klassikern den Saal vollends zum Toben brachten. Dies gelang auch dem Männerballet, das sich des Themas „Rocky“ annahm. Die Macher des Balls blieben aber bei ihrer Linie: Auch bei tosendem Applaus gab es keine Zugaben. Dies war leicht zu verschmerzen, denn beim Zunftball stimmte einfach alles – das Programm an sich, die Kostüme, die Musik, das Licht.

Das sehr aufwendige aber etwas unruhige Bühnenbild ließ zwar die Aktiven davor etwas verschwimmen, aber sei es drum. Das ist Jammern auf sehr hohem Niveau. Das Publikum wusste zu schätzen, dass die Macher des überaus gelungenen Zunftballes mit Herzblut und offensichtlich mit viel Spaß bei der Sache waren.