An einer Balinger Tankstelle sind Aushilfen nicht ordnungsgemäß angemeldet worden. Foto: Hoppe

Über Jahre hinweg hat eine Balinger Tankstellenpächterin Teilzeitkräfte beschäftigt, aber für diese keine Sozialabgaben an Krankenversicherungen bezahlt. Dafür ist sie am Donnerstag vom Balinger Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 3500 Euro verurteilt worden.

Balingen - Im Jahr 2010 hatte die heute 59-jährige Frau in Balingen eine Tankstelle übernommen, nachdem sie schon viele Jahre in diesem Gewerbe als Angestellte gearbeitet hatte.

Von 2015 an musste sie aufgrund psychischer Probleme auf die Arbeit von Aushilfen auf 450-Euro-Basis zurückgreifen. Für diese hat sie aber nicht – wie gesetzlich vorgeschrieben – Sozialbeiträge an die zuständigen Krankenkassen abgeliefert. Als dann eines Tages der Zoll in einer routinemäßigen Kontrolle die Tankstelle überprüfte und die Dienstpläne durchsah, fiel der Betrug auf. "Das war eine spontane, verdachtslose Kontrolle", erinnerte sich der zuständige Zollbeamte im Zeugenstand vor Gericht. Er sagte auch aus, dass die Angeklagte sich sofort kooperativ gezeigt habe.

"Hatte eine schwere Zeit"

Die sichtbar berührte 59-Jährige räumte vor dem Amtsgericht alle ihr zur Last gelegten Fälle – die Staatsanwaltschaft listete 65 auf – ein. "Ich hatte eine schwere Zeit, aber ich war sehr unwissenhaft", sagte sie und fügte hinzu: "Ich wollte kein Geld veruntreuen. Es vergeht kein einziger Tag, an dem ich nicht daran denke, dass ich etwas falsch gemacht habe." Mittlerweile hat sie die gesamte Schadenssumme von 20 000 Euro an die Krankenkassen zurückbezahlt. Auch hat sie eine Teilzeitkraft eingestellt, die sie entlastet. "Ich habe daraus gelernt", versicherte sie der Richterin glaubhaft.

Das nahm ihr das Gericht auch ab, gestand ihr zu, dass sie nicht böswillig gehandelt habe. Zudem ist die Frau noch nie strafrechtlich auffällig geworden. Die Richterin und die Verteidigerin neigten deshalb dazu, das Verfahren einzustellen. Doch die Staatsanwaltschaft spielte nicht mit, weswegen es schließlich zu einem Urteilsspruch kommen musste.

Letztendlich wurde die Tankstellenpächterin zu einer Geldstrafe von 3500 Euro verurteilt. Das Geld geht an die Bewährungs- und Gerichtshilfe am Amtsgericht Hechingen. "Es tut mir alles so leid", sagte die Frau abschließend unter Tränen.