Bunte Engel, gestaltet von der Hospitzgruppe Hechingen, zieren das neu gestaltete Sternenkindergrabfeld. Foto: Fotos: Meene

Das neu gestaltete Sternenkindergrabfeld auf dem Balinger Friedhof bietet ein Ort zum Trauern für Familien, die ihre Kleinsten bereits vor der Geburt verloren haben.

Balingen - Ein Kind bringt normalerweise großes Glück in eine Familie. Doch manchmal kommt der Tod ganz unerwartet und viel zu früh – noch vor der Geburt des Kindes. Etwa 120 sogenannte "Sternenkinder" gibt es jährlich im Zollernalbkreis, schätzt die Seelsorgerin und Pastoralreferentin Ulrike Erath, also Kinder, die noch vor der 24. Schwangerschaftswoche verstorben sind und weniger als 500 Gramm wiegen. Das sind etwa zehn bis 15 Prozent aller Schwangerschaften im Kreis.

 

Trotzdem seien diese Kinder weiterhin ein wichtiger Teil der Familien, auch wenn sie nie das Licht der Welt erblickten, erklärt Erath. Umso wichtiger sei es, dass die Familien nach einer Fehl- oder Totgeburt einen würdigen Ort zum Trauern fänden.

Seit 2003 gibt es auf dem Balinger Friedhof solch ein Sternenkindergrabfeld – dort besteht die Möglichkeit diese Kinder des vergangenen Jahres gemeinsam in einer Urne beerdigen zu lassen. Bisher sei dieses Grabfeld für die Eltern jedoch als recht unpersönlich und unwürdig wahrgenommen worden, sagt Erath. Denn wegen fehlender Kennzeichnungen sei nicht klar gewesen, wo genau die verstorbenen Kinder liegen.

"Uns ist es wichtig, dass sich die Eltern hier aufhalten können und einen würdigen Ort zum Trauern finden", so die Pastoralreferentin. Aus diesem Grund wurde das Sternenkindgrabfeld auf dem Balinger Friedhof durch die Stadt und in Abstimmung mit den Krankenhausseelsorgerinnen des Zollernalbklinikums im vergangenen Jahr neu geplant.

Rechtzeitig zur Trauerfeier am Freitag, 8. Oktober um 14 Uhr, bei der die Sternenkinder der vergangenen zwölf Monate beerdigt werden, ist diese neue Gedenkstätte so gut wie fertiggestellt. Ziel bei der Planung sei gewesen, einen abgegrenzten Ort zu schaffen, an welchem die Familien angemessen um ihre Kleinsten trauern können. Ein wesentliches Element sei dabei die neu gepflanzte Baumgruppe aus heimischen Felsenbirnen und die Blumen, die besonders im Frühjahr bunt blühen. Neben einer Sitzbank für trauernde Eltern oder Geschwisterkinder ist außerdem eine Stele, verziert mit bunten Murmeln, zum Gedenken der Sternenkinder aufgestellt worden. Auf Wunsch und Anregung der Familien sollen Sterne aus Stein den genauen Ort der Urnen mit einer Jahreszahl markieren.

"Uns war es wichtig, dass die Stätte religionsübergreifend ist", betont Oberbürgermeister Helmut Reitemann. Alle unterschiedlichen Religionen, die im Kreis vertreten sind, sollten sich an diesem Gedenkfeld zuhause fühlen.