Der Koch Steffen Uttenweiler sorgt dafür, dass beim RV Bang niemand Hunger haben muss. Foto: Thiercy

Das Gemüse nämlich musste Steffen Uttenweiler während seiner Ausbildung zum Koch stundenlang putzen. Nach Stationen in Rottweil, in Haigerloch oder am Schiefersee kocht er heute bei Bizerba – und ist beim RV Bang einer der wichtigsten Männer.

Einen Koch zum Mieten für die eigenen vier Wände? Klingt ungewöhnlich – ist aber das Angebot, mit dem der zweifache Familienvater den ersten Schritt in Richtung Selbstständigkeit ging. Hinzu kam schnell ein kleiner Cateringservice, Uttenweiler belieferte private Kunden mit seinen Speisen.

 

„2024 ging das durch die Decke“, erinnert sich der Ostdorfer. Und: Während Corona habe ihn nicht zuletzt sein Vater, Horst Uttenweiler, gedrängt, das Ding mit der Meisterschule durchzuziehen.

Wir treffen Uttenweiler auf der Baustelle. Aus der Scheuer seines Wohnhauses soll eine moderne Küche werden – denn sein Lieferdienst wird vergrößert. Ist das in einer Zeit, in der immer mehr Restaurants schließen, nicht ein gewagter Schritt? Uttenweiler zuckt mit den Schultern. „Ich mache das aus purer Leidenschaft“, sagt er. Und nein, seinen Job als Koch im Restaurant „Waagschale“ bei Bizerba, den wird er nicht aufgeben.

„Ich habe ein sportliches Team“

Mitte Mai muss die Baustelle durch sein, berichtet Uttenweiler, die ersten Aufträge hat er schon in der Tasche. Der prominenteste: der Meister-Koch wird das komplette Catering für das RV-Bang übernehmen. Das Metal-Festival findet am Wochenende vom 10. bis 12. Juli auf dem „Holy Ground“ – dem Messegelände – statt.

Respekt vor diesem Großevent scheint der Ostdorfer zu haben – aber keine Angst: „Ich hab ein sportliches Team“, sagt er und meint die derzeit zwölf Aushilfen in seiner „Speisenmanufaktur“.

Frisch will Uttenweiler kochen, mit Produkten aus der Region. Die Kontakte hat er, zum Beispiel zum Ostdorfer Uria-Hof, von dem er sein Rindfleisch bezieht. Das Besondere bei Uria ist das Schlacht-Konzept – die Tiere werden ohne stressigen Transport ins Schlachthaus direkt auf der Weide geschlachtet.

Essen seine Kinder alles?

Am liebsten mag der passionierte Koch ausgefallene Wünsche seiner Kunden. Das klassische Catering mit fester „Speisenkarte“ gibt es bei dem 33-Jährigen nicht. „Ich koche für jeden Anlass etwas anderes.“

Während des Redaktionsbesuchs flitzen die beiden Kinder – eine Tochter und ein Sohn – durch den Garten. Essen die Kids eines Kochs alles?

„Vieles“, antwortet der Papa und muss lachen. Im Hause Uttenweiler gelte die Regel, das alles mal probiert werden müsse. „Mögen müssen sie es dann nicht.“ Am heimischen Herd steht Steffen Uttenweiler übrigens selten bis gar nie – hier hat seine Ehefrau Franziska das Zepter in der Hand.

Im Hof stapelt sich das Baumaterial

Was isst der Caterer selbst am liebsten? Wieder muss er lachen. „Ich habe keine Leibspeise“, sagt er und fügt hinzu, dass er nicht allzu gerne Süßes esse.

Seine Erfahrungen als Caterer hat Uttenweiler während der Meisterschule gemacht, bei einer Firma in Villingen-Schwenningen. Mit privaten Feiern startete er in die Selbstständigkeit, mittlerweile kann er Events mit bis zu 500 Leuten beliefern. Oder eben mehr- siehe Feuertaufe RV Bang.

Das Gespräch findet im Garten hinter dem Haus statt. Die ersten warmen Sonnenstrahlen erhellen die Szenerie, das Baumaterial stapelt sich im Hof. Direkt am Tag, als die Baufreigabe erteilt wurde, hat Uttenweiler mit dem Ausbau der Scheuer begonnen. Das meiste macht er in Eigenleistung.

Es sei ein zäher Weg gewesen bis zum Baubeginn, Auflagen habe es viele gegeben, die Hygienevorschriften müssten eingehalten werden. Nun gibt Uttenweiler Vollgas – schließlich warten Mitte Mai die ersten Kunden.