Ganz schön sportlich geht es in der Atlantikstadt zu. In der französischen Partnerstadt loderte das olympische Feuer in den Herzen der Menschen. Nach Paris haben sie mit Trévor Clévenot einen Goldmedaillen-Gewinner in ihren Reihen.
Gold für Trévor Clévenot! Der 30-jährige Volleyballspieler wurde in Royan geboren und trat in Paris für das französische Volleyballteam an. In der Stadt am Atlantik ist man mächtig stolz auf den Sohn der Balinger Partnerstadt, weiß Lyliane Isendick-Malterre. Sie zeichnet in Royan mit verantwortlich für den Austausch zwischen den beiden Partnerstädten.
Clévenots sportliche Wurzeln liege am Atlantik. 2010, weiß Isendick-Malterre, wurde der Volleyballer zum besten Spieler beim französischen Junior-Cup gekürt – mit grade einmal 16 Jahren. In Tokio holte er mit seiner Mannschaft ebenfalls Gold.
Für zwei Athleten reicht es nicht aufs Podest
Royan gilt in Frankreich als Volleyball-Hochburg – besonders Beach Volleyball steht hoch im Kurs, kein Wunder, gibt es doch herrliche Sandstrände. Wie gut die Sportart ankommt? „Der Beweis sind die mehr als 1000 Zuschauer pro Spiel, wenn die Royaner Piraten auf dem Platz sind“, sagt Isendick-Malterre.
Für zwei weitere Athleten aus Royan, die nach Paris gereist waren, hat es nicht aufs Podest gereicht. Der eine ist der 23 Jahre alte Boxer Makan Traoré, der als Zwölfjähriger dem Boxclub „Royan Ocean Club“ beigetreten ist. Der Club, erkärt Isendick-Malterre, gilt als Kaderschmiede und hat schon etliche Boxer auf internationales Niveau gehoben.
Sportschützin mit Medaillenerfahrung
Begonnen hatte Taoré als Judoka. Auch dies ein Sport, für den Royan bekannt ist. Regelmäßig sind Delegationen bei den Balinger Judoka zu Gast oder umgekehrt.
Dritte im Bunde des Royaner Olympioniken ist Judith Gomez. Die 25-jährige probierte sich in vielen Sportarten aus, ehe sie das Kleinkalibergewehr für sich entdeckte. In Paris erreichte Gomez einen respektablen 17. Platz.
Medaillenerfahrung hat die Sportschützen dennoch. 2022 holte sie gemeinsam mit Teamkollege Lucas Kryzs Bronze beim großen Preis von Osijek in Kroatien. In Krakau qualifizierte sie sich im vergangenen Jahr mit einem siebten Platz für Paris.
Mannschaftskollegen feiern Athleten an
Die drei Athleten, ihre Trainer, Mannschaften und Begleiter waren längst nicht die einzige aus Royan, die in Paris dabei waren, weiß Isendick-Malterre. „Eine Delegation des Royaner Boxclubs war in Paris, um ihr ’Küken’ Makan Taoré anzufeuern.“ Neben hunderten Zuschauern und Fans reisten aus zahlreiche Helfer in die Hauptstadt. Ohne die tausenden Freiwilligen hinter den Kulissen wäre diese Olympiade nicht möglich gewesen. Am höchsten im Kurs standen bei den Royanern übrigens Tickets für den Triathlon, Taekwondo, Leichtathletik, Basketball und Handball im Kurs.
Sport wird in Royan seit jeher groß geschrieben, erklärt Isendick-Malterre. Kein Wunde: der langgezogene Stand direkt in der Stadt gelegen, ist prädestiniert für Wassersport. Der Atlantik lockt zum Schwimmen, Beach-Fußball, Segeln – und ganz profan auch zum faul in der Sonne liegen.
Der nächste Besuch in Balingen wird schon geplant
Die Partnerschaft mit Royan, das an der Mündung der Gironde in den Atlantik liegt, besteht seit 1980. Einst war Royan ein mondäner Badeort, wurde allerdings bei Luftangriffen während des Krieges 1945 fast vollständig zerstört. Entlang der Promenade blieben wie durch ein Wunder prachtvolle Jugendstil-Villen erhalten, die heute alle in Privatbesitz sind.
Bekannt ist der Badeort, in dem in der Hochsaison bis zu 100 000 Touristen unterwegs sind, ist bekannt für die Austernzucht. Fast 19000 Menschen leben in Royan. Und die können sich nach 19 intensiven Olympiatagen nun auf die Paralympics freuen – oder den Herbst, wenn eine Delegation in die Eyachstadt reist, darunter auch viele Sportler.