Blick auf die Steinach vom Sichelweg-Steg: Entlang des aus dieser Perspektive rechten Ufers entsteht ein Fußgängerweg bis zur Badstraße. Foto: Maier

In Balingen wird im Zuge der Gartenschau 2023 demnächst eine weitere Großbaustelle eröffnet: diejenige in und entlang der Steinach, vom Wasserfall nahe dem Südbahnhof bis zum Rappenturm. Das Vorhaben wird derweil um so vieles teurer, dass andere geplante Maßnahmen erst einmal hinten anstehen müssen.

Balingen - Mit rund 900.000 Euro wird der Gewässerbau in der Steinach und die Herstellung der sogenannten Steinachterrassen am Wasserfall um rund 50 Prozent teurer als zunächst kalkuliert. Den Auftrag soll die Haigerlocher Firma Schneider Bauunternehmung erhalten. Der Gemeinderat entscheidet darüber in der Sitzung am Dienstag, 29. Juni (17 Uhr, Stadthalle).

Vorgesehen sind einerseits diverse Arbeiten zur ökologischen Aufwertung der Steinach, so werden etwa alte Mauern entfernt und baulich hergestellte Sohlschwellen entfernt. Der Bereich rund um den Wasserfall wird kräftig aufgehübscht. Zudem entsteht uferbegleitend ein Fußweg von der Kreuzung Bad-/Inselstraße an den Schwefelbadgärten vorbei bis hin zum Rappenturm.

Entgegen der ersten Planungen sind nun aber deutlich mehr Arbeiten notwendig. So sei entlang der Inselstraße im Bereich des Wasserfalls der Bau einer neuen Mauer im Zusammenhang mit den Steinachterrassen erforderlich, heißt es in der Vorlage für den Gemeinderat. Zudem würden im Zuge des Gewässerbaus weitere Mauern aus Naturstein benötigt, um das Steinachufer langfristig zu sichern. Dies zusammen bringt Mehrkosten von rund 300 000 Euro mit sich.

Das Problem dabei: Für den Gartenschau gibt es einen Gesamtkostenrahmen. Bislang ging der auf. Bedeutet: Das eine Vorhaben wurde etwas teurer, dafür fiel ein anderes günstiger aus. Die Mehrkosten für die Steinach-Arbeiten aber können nun erstmals nicht durch direkte Einsparungen an anderer Stelle innerhalb des Kostenrahmens aufgefangen werden.

Deshalb schlagen die Gartenschau-Planerinnen Annette Schoen und Annette Stiele sowie Tiefbauamtsleiter Markus Streich vor, zwei andere Vorhaben erst einmal auf die lange Bank zu schieben: den Umbau des Friedhofsvorplatzes sowie des Viehmarktplatzes. Diese sollten so lange nicht angegangen werden, bis sich die Kostenprognose aus laufenden Arbeiten und noch kommenden Auftragsvergaben vor dem Hintergrund der aktuell stetig steigenden Baupreise "konkretisiert".

Damit sollen diese beiden Maßnahmen nun quasi doppelt belastet werden: Sie werden bereits für den Ausgleich der Mehrkosten (335 000 Euro) herangezogen, die beim Neubau zweier Stege über die Steinach anfallen (wir berichteten). Die Mehrkosten für den Gewässerbau in und entlang der Steinach belaufen sich auf 300 000 Euro. Kalkuliert waren Viehmarktplatz und Friedhofsvorplatz zusammen mit 345 000 Euro – streng besehen reicht diese Summe nicht aus, um die Kostensteigerungen bei den beiden anderen Projekten zu bezahlen.

Und so gesehen sieht es – derzeit – düster aus, wenn es um die Aufhübschung des Viehmarktplatzes und des Friedhofsvorplatzes geht. Angegangen werden sollen sie nach Angaben des Rathauses aber auf jeden Fall. Laut Planung sollten beide Vorhaben bis zur Gartenschau fertig sein. Ob das klappt, ist derzeit offen.