In Quarantäne geschickt zu werden, ist immer unerfreulich. Ein Ehepaar ärgert sich. (Symbolfoto) Foto: © macondos-stock.adobe.com

"Als Bürger zweiter Klasse" fühlt sich ein Ehepaar aus einem Balinger Stadtteil nach Telefonaten mit dem Kreisgesundheitsamt wegen der Anordnung einer Corona-Quarantäne. In einem Schreiben an Landrat Günther-Martin Pauli haben die Eheleute ihrem Ärger Luft gemacht.

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Balingen - Bei den Telefonaten habe man nicht die Gelegenheit eingeräumt bekommen, das eigene Anliegen vorzubringen. Vielmehr hätten die Mitarbeiterinnen "ihre Macht ausgespielt"; eine von ihnen habe den Telefonhörer einfach aufgelegt. "Weg damit, Mund abputzen und weiter geht es, wenn der Bürger Fragen hat", echauffiert sich die betroffene Frau: "Wir sind fassungslos angesichts dieser Behandlung durch die Behörde." Seitens des Landratsamts habe es dann geheißen, man werde dem Sachverhalt nachgehen und diesen klären.

Was war geschehen?

Das Ehepaar befand sich am 13. und 14. Mai in Österreich. Dort wurde in einem Hotel übernachtet.

Eine Woche später, am 21. Mai, hat das Gesundheitsamt ihnen mitgeteilt, dass sie in Quarantäne müssten, weil sie im Hotel mit der infizierten Wirtin Kontakt gehabt hätten.

Für den Balinger ist das unverständlich: "Nach einer Woche kommt die Verfügung. Dann ist es doch eigentlich schon viel zu spät." Zudem sei der Kontakt mit der Wirtin des Hotels jeweils nur ganz kurz gewesen, und man habe stets Maske getragen. Das Gesundheitsamt hingegen habe dargelegt, "dass ich gesagt hätte, wir waren mit der Wirtin ohne Maske in Kontakt. Das habe ich aber nie gesagt", betont die Betroffene.

Zu guter Letzt ist noch der Name völlig falsch geschrieben

Dazu kommt, dass sich zur gleichen Zeit ein Mann aus Schorndorf mit seiner Tochter, die in Rottenburg lebt, in dem Hotel befunden hätten und ebenfalls mit der dortigen Angestellten in Kontakt gewesen seien. Diese aber, so weiß das Balinger Ehepaar, hätten zwar auch mit dem hiesigen Gesundheitsamt Kontakt gehabt, jedoch nicht in Quarantäne müssen. Außerdem, fügt die Balingerin hinzu, habe sie sich kurz vor Anordnung der Quarantäne noch testen lassen – negativ – und dies auch dem Amt mitgeteilt.

Was ihr Vertrauen in die Behörden dann vollends erschütterte, war die vom Balinger Ordnungsamt ausgestellte offizielle Quarantäne-Bescheinigung. So war der Name der Frau auf dem Briefumschlag völlig falsch geschrieben und auch auf der Bescheiniung war ihr Vorname falsch angegeben.

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