Zwischen den Sonnenblumen im Balinger Blühlabyrinth wächst auch Hanf. Foto: Marschal

Das Blühlabyrinth mit hohen Sonnenblumen ist derzeit eine beliebte Attraktion bei Groß und Klein. Zur Blütenmischung gehört auch Hanf.

Auch in diesem Jahr blüht das Sonnenblumenlabyrinth am Eyachufer zwischen Naturfreundehaus und Bizerbaarena wieder auf. In einem Feld voller übermannshoher Sonnenblumen, können sich kleine und große Besucher auf die Suche nach dem richtigen Weg aus dem blühenden Irrgarten begeben.

 

Doch zwischen den gelben Sonnenblumen entdeckt man hier und da eine Pflanze mit markanten, handförmig geteilten Blättern: Hanf. Die weibliche Pflanze enthält THC und kann als Marihuana und Haschisch zu berauschenden Zwecken konsumiert werden. Es stellt sich die Frage, warum in einer öffentlichen Attraktion Pflanzen wachsen, aus denen Drogen gewonnen werden können?

Nicht zur THC-Gewinnung

Balingens Bürgermeister Ermilio Verrengia entschärft die Annahme: „Es handelt sich dabei ausschließlich um männliche Pflanzen.“ Diese produzieren keine konsumierbaren Blüten und sind somit nicht für die THC-Gewinnung geeignet. Gleichzeitig sind sie ökologisch wertvoll: „Sie wirken als natürliche Schädlingsbekämpfung und schützen ihre pflanzlichen Nachbarn“, erklärt Verrengia.

Die Stadt Balingen verdichtet das Blühlabyrinth auch in diesem Jahr mit der bewährten Blühmischung, die bereits im Gartenschaujahr 2023 ausgesät wurde. Sie besteht aus mehrjährigen Wildpflanzen mit vielfältigen Eigenschaften und schafft zusätzlichen Lebensraum für die Tierwelt der Feldflur. Zu dieser Mischung gehören auch die männlichen Hanfpflanzen, die von niedrigerem Wuchs ist als die weibliche.

Pflanzen wurden mitgenommen

Schon im vergangenen Jahr erregten die Pflanzen Aufmerksamkeit bei Menschen, die sich einen Rausch erhofften. „Einige besonders pfiffige Mitmenschen versuchten, die Hanfpflanzen zu ernten“, berichtet Verrengia. „ Vergeblich – die Pflanzen bleiben, wie vorgesehen, ein wichtiger Bestandteil des Blühlabyrinths“, so der Bürgermeister weiter.

„Hobbygärtnern“ nimmt Verrengia gleich den Wind aus den Segeln: „Wir freuen uns, wenn auch in diesem Jahr alle Besucherinnen und Besucher die Pflanzen einfach nur bestaunen und das Blühlabyrinth genießen.“