Nico Willig (links) und sein Trainer-Team sind diese Saison auch auf europäischem Parkett unterwegs. Foto: Eibner

Die U19 des VfB Stuttgart spielt erstmals in der „UEFA Youth League“. Erster Gegner am kommenden Dienstag ist Real Madrid. Der Balinger Nico Willig und seine Mannschaft sind voller Vorfreude.

Interessiert und gespannt verfolgte die U19 des VfB Stuttgart die Auslosung der Champions League. Nicht nur, dass die Profis des Bundesligisten erstmals seit der Saison 2009/10 wieder im renommiertesten europäischen Wettbewerb dabei sind – die Auslosung hat auch Auswirkungen auf das Team von Nico Willig.

 

Schließlich trifft die Mannschaft auf sechs der acht Gegner, gegen welche die Profis antreten. Als der Computer also Real Madrid als Gegner ausspuckte, herrschte Ekstase: „Die Jungs haben gejubelt wie beim Tor von Mario Götze 2014. Das ist natürlich etwas ganz Großes“, berichtet Willig im Gespräch mit unserer Redaktion.

Perfekter Auftakt

Hinzu kommt: Im Moment der Auslosung war noch nicht klar, ob Madrid auch in der Youth League ein Gegner ist, sowie wo und wann gespielt wird. Nun steht fest: Am kommenden Dienstag um 16 Uhr wird in Madrid angepfiffen. „Dass es das erste Spiel ist und dann noch in Madrid, besser hätte es nicht kommen können“, schwärmt Willig.

Im Anschluss an das eigene Spiel gibt es ein Abendessen mit dem Gegner zusammen – so sieht es die UEFA vor. Abends geht es dann ins legendäre Santiago Bernabeu um das Spiel der Profis live zu verfolgen. „Das wird ein Riesenevent, man merkt das auch an der Organisation. Die Reise ist schon seit drei Wochen ein Thema. Sportlich wissen wir nicht genau, was uns erwartet und wie Real den Wettbewerb handhabt.“

Viel Absprache nötig

Die Regularien sehen vor, dass fünf U20-Spieler, die im normalen Ligabetrieb nicht mehr spielberechtigt sind, gemeldet werden dürfen. „Man weiß daher nicht, ob der Gegner viele der älteren Jungs einsetzt oder nicht“, so Willig. Er rechnet in jedem Fall mit einem technisch hochwertigen Gegner. Wie genau seine Elf aufläuft, ist ebenfalls noch unklar. Er erklärt: „Das ist für den ganzen Verein ein Spagat. Wir haben ja die 2. Mannschaft in der 3. Liga. Da muss man auch abwägen ob man manche Jungs dann drei Tage auf Reise schickt oder nicht. Alle müssen sich committen.“

Bevor das Highlight beim Nachwuchs der „Königlichen“ ansteht, trifft der VfB am Wochenende in der Nachwuchsliga noch auf die TSG Hoffenheim. Der Saisonstart lief mit 15 Punkten aus fünf Partien ideal. Im Hinblick auf das Duell mit der TSG weiß Willig: „Das Madrid-Spiel kann man nicht ausblenden, dafür ist das Gesamte einfach zu groß. Wir wollen die Spiele eher im Paket sehen und Hoffenheim ist sicher nochmals ein guter Gradmesser.“

Gut in Form

Das Torverhältnis von 24:4 zeigt eindrucksvoll die Stärke der Stuttgarter. Der Balinger betont aber: „Aufgrund des Formats sind im Moment halt auch Teams dabei, die nicht auf Bundesliganiveau sind. Dafür wird in der folgenden A-Liga dann vieles auf Augenhöhe ablaufen.“

Im DFB-Pokal gab es aus VfB-Sicht eine bittere 2:4-Pleite gegen den VfL Wolfsburg. Entschieden wurde die Partie erst in der Verlängerung. „Das war sehr ärgerlich. Wolfsburg ist unter den Top 6 in Deutschland würde ich sagen. Wir hätten die Partie in der regulären Spielzeit entscheiden müssen“, denkt Willig zurück. In der Aktualität geht der Blick aber nach vorne – und zwar gerade aus in Richtung Real Madrid.