U16, U17, U19, U21 und Interimstrainer bei den Profis: Nico Willig aus Balingen hat beim VfB Stuttgart schon viel erlebt, und feiert nun seit zehnjähriges Jubiläum bei den Schwaben.
Am 14. Januar 2016 erlebte Nico Willig seinen ersten Arbeitstag beim VfB Stuttgart – genau zehn Jahre später ist der mittlerweile 45-Jährige immer noch für den schwäbischen Traditionsverein im Amt und hat in der vergangenen Dekade eine spannende Reise erlebt, deren Ende noch nicht abzusehen ist.
Wir blicken auf die wichtigsten Meilensteine des Fußballlehrers zurück, der lange Jahre als aktiver Spieler für die TSG Balingen am Ball war, die Jugendabteilung der Eyachstädter als Koordinator und Trainer reformierte und auch die 1. Mannschaft für eine Spielzeit coachte.
Anfänge in der Jugend: Eine halbe Spielzeit trainierte Willig zunächst die U16, ehe er im Juli 2016 die U17 des VfB übernahm. Zwei Spielzeiten, in denen er einen Punkteschnitt von 2,13 mit seinem Team erreichte, war er für diese Altersstufe verantwortlich.
Lange bei der U19
Im Juli 2018 übernahm Willig dann eine Aufgabe, die ihm über die Jahre besonders ans Herz wachsen sollte. Er war fortan Coach der U19 der Stuttgarter. 2022 sagte er in einem Interview mit unserer Redaktion: „Ich bin mittlerweile fast schon Experte für den U19-Bereich, der für mich so reizvoll ist, weil da die entscheidenden Weichen gestellt werden. Dies kann auf verschiedenen Ebenen stattfinden.“
Der Sprung in die Bundesliga: 0:6 verlor der VfB Stuttgart am Ostersamstag 2019 beim FC Augsburg, es war wohl eine der bittersten Partien der Clubgeschichte. Für Markus Weinzierl war im Anschluss folgerichtig Schluss – und Nico Willig übernahm die Bundesliga-Mannschaft des VfB mitten im Abstiegskampf.
Guter Punkteschnitt
Der im Profibereich damals noch unerfahrene Balinger legte eine bemerkenswerte Antritts-PK hin und gewann mit seiner neuen Elf wenige Tage später 1:0 gegen favorisierte Gladbacher. Zwar gab es anschließend ein 1:3 gegen Hertha BSC, doch durch ein 3:0 gegen den VfL Wolfsburg sowie ein 0:0 gegen Schalke 04 schaffte man es in die Relegation. Willig hatte der Mannschaft im Schnelldurchgang neues Leben eingereicht.
Der Abstieg: Trotz der guten Ausbeute von sieben Punkten aus vier Spielen ging es in der Relegation um alles. Dank der Auswärtstorregel schaffte Union Berlin mit dem 2:2 in Stuttgart und dem 0:0 im Rückspiel den Aufstieg, der VfB stieg ab. Dennis Aogo traf zwar per direktem Freistoß, Nicolas Gonzalez war aber auf kuriose Weise im Abseits gestanden und verhinderte den entscheidenden VfB-Treffer. Monate später sagte er in einem Interview: „Und ich gebe gerne zu: Selbst heute noch suche ich nach dem einen Tor, das wir hätten mehr schießen oder weniger bekommen können. Oder nach den Prozenten, die am Ende gefehlt haben.“
Erfolge mit der Jugend: Fast parallel zum Abstieg der Profis holte sich die U19 den Titel im DFB-Pokal. Willig war aufgrund seiner Aufgabe bei den Profis beim Finale nicht dabei, hatte das Team aber bis nach Berlin geführt. Zudem unterlag die Mannschaft im Finale um die Deutsche Meisterschaft und siegte im WFV-Pokal.
Famose Partien in Europa
In satten 130 Partien mit der U19 betrug der Punkteschnitt über die Jahre 2,04. Für Furore sorgte man dann vergangene Saison in der UEFA Youth League. Nach einer tollen Gruppenphase eliminierte man anschließend den FC Liverpool und Sporting Lissabon und scheiterte im Viertelfinale denkbar knapp (1:2) am späteren Sieger FC Barcelona.
Siege in Sindelfingen
Hall of Fame: 2024 und 2025 gewann Willig mit seinen Jungs beim renommierten Junior-Cup im Sindelfinger Glaspalast und beendete damit eine vierzehnjährige Durststrecke der Stuttgarter. Am vergangenen Wochenende, als das Turnier wieder über die Bühne ging, wurde er in die prominent besetzte „Hall of Fame“ des Turniers aufgenommen.
Re-Start gegen Duisburg
Die U21: Im Sommer 2025 übernahm Willig die 2. Mannschaft der Stuttgarter. In der 3. Liga überwinterte man mit einer sehr jungen Mannschaft auf einem mehr als soliden 10. Rang. Am Sonntag geht es gegen den MSV Duisburg erstmals in diesem Jahr um Punkte. Gegenüber unserer Redaktion erläuterte er im Dezember: „Wir wollen mit einer möglichst jungen Mannschaft konkurrenzfähig sein, das gelingt uns bisher.“