Der HBW-Fanclub empfing noch in der Nacht zum Montag die Aufstiegshelden an der Mey Generalbau-Arena. Foto: HBW-Fanclub (2)/Imago (1)

Die Aufstiegshelden kehren mitten in der Nacht heim. Der Fanclub des HBW Balingen-Weilstetten bereitet dem Team einen ganz besonderen Empfang.

Als der Mannschaftsbus des HBW Balingen-Weilstetten in der Nacht auf Montag gegen halb drei an der Mey Generalbau-Arena vorfuhr, war von Müdigkeit wenig zu spüren. Musik dröhnte durch die Nacht, Feuerwerk erhellte den Himmel über der Balinger Heimspielstätte, und die Fans bereiteten den frisch gebackenen Bundesliga-Aufsteigern einen Empfang, wie ihn die Spieler so schnell nicht vergessen dürften.

 

Nach dem Auswärtssieg in Krefeld war klar: Der HBW kehrt in die 1. Handball-Bundesliga zurück. „Die Rückfahrt war natürlich feucht-fröhlich, und der Empfang unseres Fanclubs etwas ganz Besonderes“, sagte HBW-Cheftrainer Matthias „Matti“ Flohr am Montagmorgen mit müder Stimme.

Auch bei der Mannschaft löste sich die Anspannung Stück für Stück. „Mitte der zweiten Halbzeit hat man deutlich bei allen gemerkt, dass die Last langsam abfällt, weil wir das große Ziel, welches wir uns gesteckt haben, erreichen werden“, sagte Kapitän Tobias Heinzelmann. Was zuvor über Monate hinweg harte Arbeit, Druck und Konzentration bedeutet hatte, wurde in diesen Minuten greifbar.

Besondere Ausgangslage

Dabei war die Ausgangslage vor dem Spiel in Krefeld besonders geworden. Durch die Niederlage des HC Elbflorenz in Hüttenberg wussten die Balinger: Mit einem Sieg ist der Aufstieg perfekt. Eine Nachricht, die auch an einer Mannschaft nicht spurlos vorbeigeht. „Das macht natürlich etwas mit einem, wenn man weiß, dass man mit einem Sieg in Krefeld endgültig aufsteigen kann“, sagte Flohr. Entscheidend sei aber gewesen, genau diesen Umstand offen anzusprechen – und ihn dann beiseitezuschieben.

„Wir haben genau das thematisiert und uns, wie die komplette Saison, fokussiert auf den nächsten Gegner vorbereitet“, so der HBW‑Trainer. Wir haben uns auf das konzentriert, was uns stark gemacht hat“. Diese Konzentration, diese Nüchternheit in den entscheidenden Momenten, war einer der Gründe, weshalb der HBW nicht erst auf den letzten Metern zittern musste.

Denn auch wenn der Aufstieg am Ende souverän wirkt, war die Saison kein Selbstläufer. „Handball ist und bleibt ein Fehlersport“, sagte Flohr. Natürlich habe es Spiele gegeben, „die man erfolgreicher hätte gestalten können“. Genauso habe es aber auch Partien gegeben, „wo man nicht unbedingt zwei Punkte hätte mitnehmen dürfen, wie in Nordhorn zum Beispiel“. Am Ende zählt für den Trainer deshalb vor allem die Bilanz: „Schlussendlich zählen die Fakten. Und die sind, dass wir vier Spieltage vor Schluss aufgestiegen sind – und das mit Abstand besten Torverhältnis haben.“

Der Empfang in Balingen machte dann endgültig deutlich, dass dieser Aufstieg weit mehr ist als eine sportliche Tabellenkonstellation. „Dass uns der Fanclub so einen Empfang nachts um halb drei gegeben hat, war mega geil“, sagte Heinzelmann. „Das bleibt einem ewig in Erinnerung.“

Freie Tage zum Durchatmen

Nach den Feierlichkeiten bekommen die Spieler ein wenig Zeit zum Durchatmen. „Natürlich bekommen die Spieler ein paar trainingsfreie Tage“, sagte Flohr. Danach aber richtet sich der Blick schon wieder nach vorn. Drei Saisonspiele (Hagen, Dessau-Rosslauer HV und Bietigheim) stehen noch aus. Ganz austrudeln lassen will das Team die Runde offenbar nicht. „Wir werden uns zusammensetzen und das Ziel für die restlichen drei Partien formulieren“, kündigte der Trainer an.

Zugleich soll das Erreichte nicht zu schnell abgehakt werden. „Wir genießen jetzt das Erreichte und wollen dann im Heimspiel am 23. Mai gegen Hagen nochmals mit allen Fans gemeinsam feiern“, sagte Heinzelmann. Dann dürfte die Mey Generalbau-Arena noch einmal zur großen Aufstiegsbühne werden.