Balingen hat’s schon: Das Siegel steht für fairen Handel – weltweit. Foto: Schwarzwälder Bote

Nachhaltigkeit: Zukunftssicherung, Standortqualität und Generationengerechtigkeit sind im Fokus

Zollernalbkreis (gu). Der Zollernalbkreis soll als Fairtrade-Landkreis zertifiziert werden. Seit etwa einem Jahr wird darauf hingearbeitet, und einige Städte im Kreis, die sich für nachhaltige Entwicklung und weltweit faire Bedingungen einsetzen, sind bereits mit dem Siegel ausgezeichnet. Auch Schulen aus dem Landkreis sind in das Programm aufgenommen worden.

 

Der Antrag der Kreisverwaltung auf Aufnahme ins Förderprogramm "Koordination kommunaler Entwicklungspolitik" des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ist Thema im Verwaltungs- und Finanzausschuss des Kreistags am Montag, 26. November, ab 18 Uhr im Sitzungssaal des Landratsamts. Dabei werden nicht nur fairer Handel und faire Beschaffung angestrebt, sondern auch eine Nachhaltigkeitsstrategie für den Landkreis.

Einerseits geht es darum, wie Nachhaltigkeitsaspekte in Ausschreibungen berücksichtigt werden können, andererseits aber auch um nachhaltige Alternativen zu "verwaltungsüblichen Produkten" wie Papier, Stifte und mehr. Anders gesagt: Es geht um die Berücksichtigung ökologischer und sozialer Standards bei Kaufentscheidungen innerhalb des Landratsamts – und auch bei den Bürgern.

In der Sitzungsvorlage wird auf nachhaltige Projekte des Landkreises verwiesen, die bereits verfolgt werden. Unter anderem werden die Regionalstadtbahn, der Breitbandausbau und die kommunale Gesundheitsstrategie erwähnt sowie die Modellregion für den Übergang von der Schule in den Beruf, die Bildungsberichte und Bildungskonferenzen sowie die "Digitale Zukunftskommune".

Auch außerhalb der Landkreisverwaltung gibt es Ansatzpunkte. So werden die Fairtrade-Schulen erwähnt, die Initiativen zum Thema Foodsharing sowie ehrenamtliche Projekte vom Sozialkaufhaus bis hin zum Fest der Kulturen; die evangelische Gesamtkirchengemeinde bietet zweimal pro Woche das "Essen und mehr" an, der Rangendinger Verein "Schulen für Gambia" fördert Schulausbildung, und es geht um Trinkwasser- und ärztliche Versorgung.

Um ein Handlungskonzept mit Zielen für den Zollernalbkreis zu erarbeiten und dabei Politik, Verwaltung, Vereine, Ehrenamtliche und Bürger einzubinden, soll eine zusätzliche Personalstelle geschaffen werden. Die Verwaltung rechnet mit jährlichen Kosten in Höhe von 60 000 Euro. Sollte der Landkreis ins Förderprogramm aufgenommen werden, würde das bedeuten, dass der Nachhaltigkeitsmanager sowie die Sach- und Verwaltungskosten für die Dauer von zwei Jahren zu 90 Prozent vom Bund finanziert werden.