Mehr Zollernälbler wird es in den kommenden 20 Jahren geben – aber voraussichtlich werden nicht alle Altersgruppen zulegen. Foto: Murat Foto: Schwarzwälder-Bote

Bevölkerung: Landesamt prognostiziert für den Zollernalbkreis bis 2035 Zuwachs bei unter 20-Jährigen und über 60-Jährigen

Von Gert Ungureanu

Nach der neuen regionalisierten Bevölkerungsvorausrechnung des Statistischen Landesamts könnte die Einwohnerzahl im Zollernalbkreis bis 2025 von jetzt 186 360 auf dann 190 328 anwachsen.

Zollernalbkreis. Laut Hochrechnung des Statistischen Landesamts wird im Zollernalbkreis die Zahl der unter 20-Jährigen von derzeit 35 306 auf 36 688 im Jahr 2035 anwachsen; die Zahl der 20- bis 40-Jährigen wird hingegen von jetzt 41 658 auf dann 37 731 zurückgehen. Auch der Personenkreis der 40- bis 60-Jährigen dürfte in den nächsten 20 Jahren schrumpfen – von jetzt 57 728 auf dann 48 823. Zulegen wird voraussichtlich die Zahl der 60- bis 85-Jährigen von heute 46 377 auf dann 58 451. Mit dem stärksten Zuwachs rechnet das Statistische Landesamt bei den 85-Jährigen und Älteren: Von jetzt 5291 dürfte ihre Zahl in den nächsten 20 Jahren auf 7413 anwachsen.

Landesweit wird in den nächsten zehn Jahren mit einem Bevölkerungszuwachs von vier Prozent gerechnet; zulegen dürften vor allem die Regionen Stuttgart sowie Mittlerer Oberrhein. Der geringste Zuwachs wird für die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg mit 1,2 Prozent erwartet.

Innerhalb der Regionen sind die Stadtkreise die Wachstumstreiber mit Wachstumsraten von 4,5 Prozent und mehr. Von den Landkreisen dürften die Landkreise Konstanz und Ludwigsburg (jeweils 5,8 Prozent) sowie Breisgau-Hochschwarzwald (5,3 Prozent) die höchsten Einwohnerzuwächse verzeichnen. Mit einem Rückgang wird in den Landkreisen Freudenstadt (minus 2,9 Prozent), Neckar-Odenwald-Kreis (minus 2,4 Prozent) und Rottweil (minus 2,1 Prozent) gerechnet.

Aktuelle Entwicklung wurde berücksichtigt

Bei der Hochrechnung hat das Statistische Landesamt auch die Wanderungen berücksichtigt, zudem weitere Faktoren: Unter anderem, dass die Zahl der Geburten auf mittlere Sicht voraussichtlich zurückgehen wird, weil die Zahl der Frauen im Alter mit hohen Geburtenraten nach einem vorübergehenden Anstieg (Kinder der "Babyboomer") wieder abnehmen wird.

Darüber hinaus, dass die stark besetzten Altersjahrgänge, die "Babyboomer", ein Alter mit höherer Sterbewahrscheinlichkeit erreichen wird, was zu einem Anstieg der Gestorbenenzahlen führen wird. Dadurch dürfte sich der Sterbefallüberschuss (Geburten minus Sterbefälle) bis zum Jahr 2035 mehr als verdreifachen.

Für ein fortgesetztes Bevölkerungswachstum wäre dann ein jährlicher Wanderungsgewinn in mindestens der gleichen Höhe notwendig. Zum Vergleich: Im "Krisenjahr" 2008, in dem auch die Wirtschaft in Baden‑Württemberg deutlich geschrumpft war, war der Wanderungssaldo mit dem Ausland landesweit negativ (minus 8400 Personen).

Für die Berechnung der Wanderungsbewegungen innerhalb des Landes wurden als Vergleichszeitraum jedoch die Jahre 2013 und 2014 zugrunde gelegt. Damit werden nach Angaben des Statistischen Landesamts die aktuellen Wanderungstrends berücksichtigt.

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