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Balingen "Wir haben das Baby gut aufgezogen"

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Balingen. 40 Jahre alt wird die Große Kreisstadt Balingen in diesem Jahr, vor 39 Jahren erfolgte der Zusammenschluss Balingens mit Frommern und Weilstetten. Als Oberbürgermeister gestaltete Eugen Fleischmann die ersten 16 Jahre dieses neuen Gebildes maßgeblich mit – im Gespräch mit unserer Zeitung erinnert er sich an diese Zeit.

Zum Hintergrund: Fleischmann (SPD) wurde im März 1975 zum neuen Oberbürgermeister von Balingen gewählt, er setzte sich im zweiten Wahlgang gegen Amtsinhaber Albert Hagenbuch (parteilos) durch. Wilhelm Foth beschrieb Hagenbuch als "letztes prominentes Opfer der Gemeindereform", die sich im Raum Balingen seit 1971 vollzogen hatte: Nach und nach waren damals – mehr oder weniger bereitwillig, teilweise trotz enormer Widerstände – die bis dato eigenständigen Gemeinden Streichen, Ostdorf, Endingen, Erzingen, Zillhausen und Engstlatt nach Balingen eingemeindet worden; zudem kamen Stockenhausen zu Frommern und Roßwangen zu Weilstetten. Im Spätherbst des Jahres 1974 war dann auch der Zusammenschluss Balingens mit den sehr selbstbewussten Gemeinden Frommern und Weilstetten zur "neuen Stadt Balingen" zum 1. Januar 1975 beschlossene Sache. Fleischmann trat das Amt als Oberbürgermeister der Stadt als unbelasteter Mann an – seine Aufgabe als neuer Chef im Rathaus war es, das neue Balingen zusammenzuführen.

Herr Fleischmann, mit welchen Gefühlen traten Sie im Frühjahr 1975 ihr Amt als Oberbürgermeister an?

Nun, ich wusste, es wird nicht einfach. Die Gemeindereform hatte teilweise zu heftigen Grabenkämpfen geführt. Es ging in erster Linie darum, für die neue Stadt zu werben, Vertrauen zu gewinnen, mit den Menschen zu reden – und auch etwas zu geben, zu investieren. Dabei galt: Jede Investition in einem der neuen Stadtteile wurde in den anderen registriert und es wurde gegengerechnet: Bekommen auch wir genug? Vor allem in Frommern und Weilstetten wurde die Entwicklung des neuen Balingen ganz genau und auch sehr kritisch beäugt. Es galt, alle in ein Boot zu holen, zu verdeutlichen, dass jeder von der neuen Stadt profitieren und auch jeder zu einer guten Entwicklung beitragen kann.

Ist es denn Ihrer Meinung nach zu einer guten Entwicklung gekommen?

Ja, ich glaube schon. Die neue Stadt Balingen ist im Rückblick über die Jahre gut zusammengewachsen. Ganz klar: Jeder Ortsteil hat bis heute seine eigene Identität, und das ist auch gut so. Aber egal ob Frommerner, Zillhausener oder Engstlatter – ein Stück weit fühlen sich heute alle auch als Balinger.

Was hat dazu beigetragen?

Es heißt ja: Der Fisch stinkt vom Kopfe her. Ebenso gilt: Der Fisch schwimmt mit dem Kopf voraus. Ich glaube, dass ich mit dem Gemeinderat einige gute Impulse geben konnte. Gemeinsam haben wir die Stadt vorangebracht, haben das Baby gut aufgezogen.

Wie wurde es gepäppelt?

Ich denke da beispielsweise an die Dorfsanierungen in den Ortsteilen, an die Baugebiete – in der Kernstadt beispielsweise der Heimliche Wasen –, an den Bau der Realschule und des Sportplatzes in Frommern, an das Eyachbad, die Stadthalle und an den Östlichen Ring, mit dem wir den Verkehr aus der Innenstadt herausgeholt und damit die Grundlage für die Fußgängerzone geschaffen haben.

Die Große Kreisstadt Balingen besteht nun seit 40 Jahren, das neue Balingen kommt 2015 ins Schwabenalter. Sehen Sie das als Grund zum Feiern?

Das ist angesichts der guten Entwicklung auf jeden Fall ein Anlass, ja. Allerdings meine ich, dass man eine solche Feier mit Fingerspitzengefühl und in dem Bewusstsein angehen sollte, dass manche diesen Jahrestag auch mit Wehmut sehen könnten – schließlich haben zahlreiche Gemeinden vor 40 Jahren ihre Eigenständigkeit verloren. Für so eine Feier gilt wieder: Jeder Ortsteil hat zur guten Entwicklung beigetragen, also sollte auch jeder Ortsteil seinen Teil zum Geburtstag beitragen.

u  Fragen: Steffen Maier

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Balingen

Steffen Maier

Fax: 07433 901829

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