HBW-Trainer Jens Bürkle sah bei der Niederlage in Kiel "viele gute Dinge" seiner Mannschaft. Foto: Eibner

Vorhang auf in der Handball-Bundesliga heißt es jetzt auch in der Balinger Sparkassen-Arena: Das Team von Trainer Jens Bürkle erwartet am Samstag GWD Minden – und Punkte.

Eine knappe Dreiviertelstunde hat Handball-Bundesligist HBW Balingen-Weilstetten am Mittwochabend Rekordmeister THW Kiel klasse die Stirn geboten – am Ende zogen die Schwaben dennoch klar mit 24:33 (11:13) den Kürzeren. Am Samstag steht für das Team von Trainer Jens Bürkle das Heimspiel gegen GWD Minden auf dem Programm (18.30 Uhr, Sparkassen-Arena Balingen) – dann peilt der HBW die ersten Punkte an.

"Wir habe 45 Minuten lang wirklich gut gespielt. Die Deckung war gut und hat uns viel Sicherheit gegeben. Leider haben wir dann nicht mehr die Energie aufs Feld gebracht, und Kiel ist zu schnell davongezogen. Ich habe viele gute Dinge gesehen, aber auch viele Dinge, die wir besser machen können", sagte HBW-Trainer Bürkle im Rückblick auf den Saison-Auftakt. Nach dem Duell mit dem Meister fuhren die Schwaben mit dem Bus nach Hamburg, übernachteten dort und legten am Donnerstagmorgen noch eine Trainingseinheit an der Alster ein, ehe sie zurück in den Süden flogen. "Wir haben uns ein bisschen bewegt, und im 6:0 einige Dinge gemacht, die am Samstag gegen Minden wichtig sein werden", so Bürkle.

Minden war am Mittwoch ebenfalls im Einsatz, zog zu Hause gegen Vizemeister SG Flensburg-Handewitt mit 18:31 den Kürzeren. Bürkle sichtete über Nacht das Video der Partie. Er schnitt die relevanten Szenen zusammen und führte sie seinem Team noch am Donnerstag vor. Vom eher mauen Auftritt der Ostwestfalen gegen Flensburg will sich der HBW- Coach nicht blenden lassen. "Das wird ein völlig neues Spiel. Minden hat eine sehr robuste Abwehr, und obwohl es einige Änderungen in der Mannschaft gab, wirkt sie sehr eingespielt."

Tatsächlich musste GWD-Trainer Frank Carstens auf zentralen Positionen umplanen. Mit Spielmacher Juri Knorr, dem Halbrechten Christoffer Rambo und Kevin Gulliksen verließen die drei Top-Schützen den Klub. Doruk Pehlivan fällt wegen eines Knorpelschadens im Knie lange aus. Im Rückraum sind der Kroate Nikola Jukic, der Slowene Jan Grebenec, der 1:1-starke Tunesier Amine Dar­moul und der erfahrene Spielmacher Niklas Pieczkowski neu dazugekommen. "An der Spielanlage hat sich nicht viel geändert, die Art der Individualität aber ist natürlich eine andere. Ich dachte zunächst, dass der Umbruch für GWD schwer werden würde, aber in der Vorbereitung hat das gut ausgesehen", sagt Bürkle.

Von seinem Team fordert der HBW-Coach im Angriff eine hohe Ballkontrolle und Geschwindigkeit. "Wir müssen Tempo reinbringen. Das ermöglicht gegen eine antizipative Abwehr gute Chancen. Und natürlich müssen wir eine Abwehr wie in Kiel hinstellen." Dabei ist Bürkle guter Dinge: "Das ist unser erstes Heimspiel in dieser Saison, wir freuen uns unheimlich auf unsere Zuschauer, und wir haben die Chance, gegen Minden zu punkten."

Weiter verzichten muss Bürkle auf Marcel Niemeyer, Oddur Grétarsson und Kristian Beciri. Ein dickes Fragezeichen steht hinter einem Einsatz von Lukas Saueressig.