Mehr Präzision und Tempo wollen Björn Zintel und seine Teamkollegen gegen Melsungen in ihre Aktionen bringen. Foto: Kara

Mit einem Top-Team der Handball-Bundesliga bekommt es der HBW Balingen-Weilstetten am Donnerstagabend zu tun. Das abstiegsgefährdete Team von Trainer Jens Bürkle muss bei der MT Melsungen (19 Uhr, Rothenbachhalle Kassel) ran.

Ein Blick auf die Tabelle könnte vermuten lassen, dass die Melsunger als Zehnte des Tableaus nichts mit den vorderen Rängen zu tun haben würden, allerdings hat die MT in dieser Corona-Saison erst 17 Spiele absolviert, mit einer Ausbeute von 21:13 Punkten. 13 Miese – da hat der Tabellenvierte Rhein-Neckar Löwen mit zwölf auch nur einen weniger. Zuletzt feierte das Team von Coach Gudmundur Gudmundsson einen Heimsieg über den HC Erlangen (31:29) und am vergangenen Sonntag einen ganz souveränen 29:21 (14:9)-Auswärtserfolg beim Abstiegskandidaten HSG Nordhorn-Lingen.

Nicht ganz so smart lief es in den vergangenen Tagen beim HBW. Im Derby beim TVB Stuttgart kassierte das Bürkle-Team vor Wochenfrist eine völlig unnötige 23:27-Pleite, anschließend setzte es zu Hause gegen Erlangen eine 24:29-Niederlage. "Wir haben gegen Erlangen schon viele Dinge wesentlich besser gemacht als in Stuttgart, dort waren wir auf jeden Fall schlechter", sagt Coach Bürkle.

Dünne Luft für Balinger Handballer

Dementsprechend setzt er darauf, dass seine Mannschaft in Kassel den nächsten Schritt nach vorne macht. "Wir müssen einfach wieder besser Handball spielen und uns mit einer guten Aktion nach der anderen Selbstvertrauen holen. Dazu zählt auch mit Mut nach vorne zu spielen und Tempo reinzubringen", sagt Bürkle. Dabei dürfte es dem Sportwissenschaftler nicht nur um das konkrete Spiel gegen Melsungen gehen, sondern auch darum, sich ein breites Kreuz für die danach anstehenden Heimpartien gegen die HSG Nordhorn-Lingen – das Auswärtsspiel hatte der HBW mit 27:29 verloren – und den Bergischen HC – dort setzte es ein 22:30 – zu holen und dann in Rennen um den Klassenverbleib wieder zu Punkten.

Denn die Luft im Tabellenkeller ist nach vier Niederlagen in Serie dünn geworden für die Balinger. Gerade einmal einen Zähler beträgt der Vorsprung des 16. des Tableaus auf die vier Abstiegsplätze, nachdem die direkten Konkurrenten zuletzt zugelegt hatten. Um sich einen Rang nach oben zu verbessern, fehlen ihnen bereits fünf Punkte. Doch HBW-Coach Bürkle will sich damit nicht befassen. "Wir können nur das beeinflussen, was in unserer Macht steht."

Was den Gästen gegen Melsungen Mut machen dürfte: In der Vorrunde waren sie ganz nah dran an den Punkten, führten in der Balinger Sparkassen-Arena mit 22:21, um sich noch mit 23:25 geschlagen geben zu müssen. "Wir hatten es damals selbst in der Hand. Wir müssen richtig gut spielen. Melsungens Abwehr ist stark, und der MT-Rückraum mit Julius Kühn, Domagoj Pavlovic und Kai Häfner hat es einfach im sich", sagt Bürkle. Er muss weiterhin auf den Langzeitverletzten Marcel Niemeyer verzichten. Für den angeschlagenen Rückraumrechten René Zobel rückt wieder Youngster Elias Huber ins Aufgebot.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: