Ein Zug fährt beim Balinger Bahnhof an den parkenden Autos vorbei. Die FDP kann sich vorstellen, dass er auch einmal unter einem Parkdeck hindurch fährt. Foto: Hauser

Dietmar Foth entwirft ein Szenario fürs Bahnhof-Areal. Fraktionen sprechen Parkprobleme an.

Balingen - Parkmöglichkeiten über den Schienen, Parkgebühren als Einnahmequelle für die Stadt, Probleme mit Dauerparkern – auf diese Themen sind die Fraktionen bei der Aussprache zum Haushalt 2017 am Dienstag eingegangen.

So nahm der Vorsitzende der FDP-Fraktion, Dietmar Foth, den Architekten-Wettbewerb zum Bahnhofsareal/Stadteingang Nord zum Anlass, die Vorstellungen der FDP zum Parken in diesem Gebiet zu präsentieren. Für ihn steht fest, dass für die Nutzer der Bahn dringend ausreichend Stellplätze zur Verfügung stehen sollten. Er regte an, "nicht konservativ" zu denken. Sein Vorschlag: Parkmöglichkeiten über der Bahnstrecke zu schaffen. Eine Erschließung könnte aufgrund der Höhenverhältnisse "unschwer" von der Albrechtstraße aus erfolgen. Mit einem Parkdeck sei es möglich, die Fläche neben den Schienen "für Wertvolleres zur Bereicherung der Innenstadt" zu nutzen.

Dass Balingen für seine attraktiven Parkmöglichkeiten in Innenstadtnähe bekannt ist, machte der SPD-Fraktionsvorsitzende Ulrich Teufel mit dem Hinweis deutlich, dass sogar bei der CMT in Stuttgart vom gebührenfreien Parken in Balingen die Rede war. Nur, so Teufel, gebe es aber auch Probleme, zum Beispiel durch Dauerparker beim Hallenbad. Sie stünden den ganzen Tag dort, weshalb Schwimmbad-Besucher ihre Autos weiter weg abstellen müssten. Für die SPD-Fraktion schlug er vor, die Parkdauer für die dem Bad nächstliegenden 20 bis 30 Plätze auf drei Stunden zu begrenzen. Die sei eine "preiswerte und wirksame Abhilfe".

Teufel richtete sein Augenmerk auch auf die städtischen Parkhäuser, die als "gebührenfreie Parkgaragen" genutzt würden. Deshalb sollte darüber nachgedacht werden, eine begrenzte Anzahl an Tiefgaragenplätzen an Dauerparker zu vermieten. "Eine Nachfrage besteht offensichtlich", so Teufel.

Ebenso wie der SPD-Fraktionsvorsitzende, der von einem gebührenfreien, aber nicht kostenlosen Parken in Balingen sprach – die Stadt unterhalte ja die Parkhäuser und Parkplätze und saniere gerade für viel Geld das Parkhaus beim Arbeitsamt –, ging auch Conny Richter, Fraktionsvorsitzende der Grünen, auf die Parkraum-Bewirtschaftung ein. Für sie und ihre Kollegen bleibe die Frage, warum die Stadt nach wie vor auf Parkgebühren verzichte: "Müssen wir wirklich Schulden machen, um allen Autofahrenden gebührenfreies Parken zu schenken?" Diese Frage werde die Fraktion so lange stellen, "bis wir in unserem Haushalt ein ausgewogenes Verhältnis von Einnahmen, Ausgaben und Rücklagen sehen".

Fraktionskollege Erwin Feucht hatte gleich eine Aufgabe für den künftigen kaufmännischen Leiter der Balinger Stadtwerke: So wünschen sich die Grünen eine ausführliche Pro- und Kontra-Analyse zur Möglichkeit, dass die Stadtwerke künftig für die Bewirtschaftung der städtischen Parkhäuser zuständig sind.

Dies könnte eventuell den städtischen Haushalts entlasten – wobei sich Feucht darüber bewusst ist, dass eine Einführung von Parkgebühren problematisch sei, denn der Einzelhandel dürfe darunter nicht leiden. Doch es müsste zumindest einmal eine Diskussion darüber geführt werden, sagte er.