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Balingen Trompete und Orgel harmonieren perfekt

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Stephanie Köpfler-Bertels Fotos: Lüken Foto: Schwarzwälder Bote

Balingen-Frommern. In diesen schweren Corona-Zeiten ist es ein Lichtblick, wenn Musiker in einem Gottesdienst auftreten und dort die Gemeinde mit ihrem Spiel das Virus für einen Augenblick vergessen machen können. So geschah es in der Sankt-Gallus-Kirche in Balingen-Frommern am Tag Epiphanias, also der "Erscheinung des Herrn". Die evangelischen Gottesdienste feiern dies an jedem 6. Januar.

Die rührige Organistin der Kirchengemeinde Unter dem Böllat, Stephanie Köpfler-Bertels, hatte dazu den Trompeter Jürgen Schnitzler eingeladen. Schnitzler erhielt seine Ausbildung in Trossingen und unterrichtet am Gymnasium in Ebingen. In perfektem Zusammenspiel gestalteten beide den musikalischen Teil des Gottesdienstes.

Was die beiden Musiker bei diesem Stück boten, war weit mehr als Tapferkeit

Den Anfang machte La Vaillance aus den "Zwölf Heldenmärschen" von Georg Philipp Telemann. Die deutsche Übersetzung des französischen Begriffs lautet: Tapferkeit. Was die beiden Musiker bei diesem Stück boten, war weit mehr als Tapferkeit. Der strahlende Glanz der Trompete und die hellen Register der Orgel traten in einen spannenden Wettkampf: Wer würde klanglich den Sieg davontragen? Es war natürlich die Trompete; aber ohne den entschiedenen Anteil der Orgel wäre sie wohl verloren gewesen.

Die Corona-Krise verbietet den gemeinsamen Gesang auch in einer Kirche. Deshalb wurde der Text des Liedes "Stern über Bethlehem" unter sanfter Begleitung durch die Orgel vorgelesen. Hier zeigte Köpfler-Bertels ihre Sensibilität für die Aussagen des Liedtextes.

Die Predigt von Pfarrerin Margarete Goth nahm ihren Ausgang von einem Koffer, den sie unter der Weihnachtskrippe entdeckt hatte. Die weihnachtlichen Figuren werden in einen Koffer gepackt, um ein Jahr später wieder ans Licht geholt zu werden. Das wirft die Frage auf, wie man die Botschaft des Weihnachtsfestes in das alltägliche Leben überführen kann. Ist der Stern über Bethlehem auch im Leben mit dem Corona-Virus zu erkennen?

Pfarrerin Goth fand ermutigende Worte durch das Zitat des Propheten Jesaja: "Mache dich auf und werde Licht, denn dein Licht kommt." Die Aufgabe sei es, selbst ein Licht in dunkler Zeit zu werden und damit das Licht Gottes, das in der Krippe leuchtet, in die Welt zu bringen. Licht werden heißt, transparent zu werden für die Liebe Gottes, die sich auch in scheinbar so alltäglichen Dingen wie der "Schwäbischen Tafel" zeigt – nicht automatisch, sondern in der liebevollen Unterstützung derer, die das Licht Gottes erhellt hat.

Es war ein Lichtzeichen für die Gemeinde, die hoffnungsvoll das Licht Jesu Christi verbreitet

Als Zwischenspiel wählten die Musiker eine Bearbeitung des Chorals "Wie schön leuchtet der Morgenstern" für Orgel und Trompete von Stephanie Köpfler-Bertels. Ihre Kunst entfaltete sich nicht nur in der Begleitung der Choralzeilen, sondern ebenso in klangvollen Zwischenspielen. Die Komponistin ließ sich dabei von dem strahlenden Licht, das von dem Choral ausgeht, inspirieren. Ihre Tonsprache war geprägt von der des Barocks.

Am Ende des Gottesdienstes erklang wieder einer von den "Zwölf Heldenmärschen" Telemanns. Er trägt den Titel "La Gaillardise", die Fröhlichkeit. Es war ein Lichtzeichen für die Gemeinde, die nicht im Dunkel der gegenwärtigen Umstände verbleibt, sondern hoffnungsvoll das Licht Jesu Christi verbreitet.

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