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Balingen "TramTrains": Mehrheit stimmt dafür

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Modern und sauber, aber nichts für uns: Der TramTrain mit doppeltem Antrieb für Straßenbahn- und Eisenbahnnetz wird auf der Zollern-Alb-Bahnstrecke nicht fahren.Grafik: Tricon Design Foto: Schwarzwälder Bote

Die Regionalstadtbahn soll rollen, der Zollernalbkreis ist mit im Boot: Am Montag hat der Kreistag in seiner ersten öffentlichen Sitzung nach der Corona-Zwangspause die Beschaffung von Zweisystem-fahrzeugen und den Beitritt zum Konsortium VDV TramTrain mehrheitlich beschlossen.

Zollernalbkreis. "Das Ganze", sagte der Reutlinger Landrat Thomas Reumann, "ist mehr als die Summe seiner Teile." Nicht von Ungefähr sagte er das, denn im Zollernalbkreis werden die neuen Züge nicht fahren. Warum das so ist, liegt auf der Hand: Im Zollernalbkreis gibt es keinen Straßenbahnverkehr. Daher wäre ein Doppelantrieb für Stadt beziehungsweise Überlandverkehr sinnlos.

Die TramTrains seien, so Reumann, die "Grundlage für die Regionalstadtbahn", für die, nebenbei gesagt, noch keine Standardisierte Bewertung vorliege. Das heißt, dass noch unklar ist, ob das Projekt überhaupt Geld aus dem GVFG-Topf erhält. Denn dafür ist ein Kosten-Nutzen-Index vom mehr als eins erforderlich, und nach jetzigem Stand liegt das Gesamtprojekt mit 0,95 knapp unter der magischen Grenze.

Warum also die Eile? Die Vorlaufzeit bei der Bestellung solcher Fahrzeuge liege bei fünf bis sechs Jahren, erklärte Reumann: "Wir müssen es jetzt tun." Insgesamt sollen 87 Fahrzeuge angeschafft werden, in einer ersten Charge 30, wovon 24 in der Trägerschaft des Landes seien. Der Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb wolle dem Verband der Verkehrsunternehmen TramTrain beitreten, wo Karlsruhe eine Vorreiterrolle spiele: "Die haben das System erfunden und praktizieren es seit 30 Jahren erfolgreich", sagte Verbandsdirektor Dirk Seidemann und verwies darauf, dass derzeit auch das Saarland, Mittelsachsen, die österreichischen Städte Salzburg und Linz und das Land Baden-Württemberg beteiligt seien. Die Ausschreibung zur Beschaffung der Fahrzeuge erfolge in Zusammenarbeit mit dem Land, die Instandhaltung werde mit ausgeschrieben, was ein Anreiz für die Hersteller sei, die Züge wartungsarm zu machen und die Ersatzteilversorgung zu gewährleisten.

Nichtsdestotrotz sei es wichtig, zu wissen, welches Risiko man eingeht, sagte Seidemann. Worst-Case-Szenario: "Wir bauen über Modul eins nicht hinaus, und die Züge sind bestellt." Das Risiko im schlimmsten Fall: Kosten von bis zu 130 000 Euro im Monat. Aber das Risiko, räumte Seidemann ein, sei gering, weil man ja dem Konsortium beigetreten sei und die Züge demnach auch anderswo eingesetzt werden könnten.

In der ersten Phase, versicherte Reumann, werde der Zollernalbkreis nicht zur Kasse gebeten. Er verwies auf die 2014 unterzeichnete Absichtserklärung: Die Kosten für die Fahrzeugbeschaffung werden entsprechend des Einsatzgebiets vorfinanziert. Für die Streckenabschnitte, wo kein TramTrain fährt, fallen keine Kosten an. Ende 2020 könnte sich das ändern: Bis dahin soll ein Kostenschlüssel für das Gesamtprojekt vorliegen. Im Zollernalbkreis gehe es vorrangig um die Elektrifizierung und den abschnittsweise zweigleisigen Ausbau. Es gehe um eine bessere Taktung. Und der Zollernalbkreis, der schon vor Jahren bei der Planung in Vorleistung gegangen sei, sei gut dabei.

Ein Jahrhundertprojekt, "das uns allen lieb und teuer ist", sei die Regionalstadtbahn für die Raumschaft, sagte Landrat Günther-Martin Pauli. Eine gerechte Kostenverteilung, die Akzeptanz finde, sei "eine schwierige Kiste". Schwierig, weil die Regionalstadtbahn jetzt als Gesamtprojekt bewertet wird: "Es hängt alles mit allem zusammen", sagte Seidemann.

"Stuttgart 21 und die Wendlinger Kurve haben uns seit zwei Jahren ausgebremst", sagte Finanzdezernent Christoph Heneka. "Jetzt sind wir guter Dinge, dass wir wieder in Fahrt kommen."

Zwei Gegenstimmen und eine Enthaltung gab es. Die Mehrheit war dafür. Jetzt muss der Regionalverband entscheiden.

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