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Balingen Strasser-Areal: H&M gibt Stadt einen Korb

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Für die Planer im Balinger Rathaus ist die H&M-Absage eine neuerliche Niederlage. Foto: Maier

Balingen - Das Drama um die Zukunft des Strasser-Areals in Balingen ist um einen weiteren Akt reicher: Der Textiler H&M hat abgesagt. Damit ist das nächste Handels-Konzept wohl gescheitert – wie es auf dem Gelände weitergeht, ist offener denn je.

Dass H&M zurückzieht, gab Oberbürgermeister Helmut Reitemann am Dienstag im Gemeinderat bekannt. Reitemann wiederum war von Helmut Teuber, Geschäftsführer der Engstlatter PMG, über die Entscheidung der Modekette informiert worden.

Für die Planer im Balinger Rathaus ist die H&M-Absage eine neuerliche Niederlage, ein Desaster. Gestorben ist damit wohl auch das Gesamtkonzept der PMG, die auf dem Gelände neben H&M einen Müller-Drogeriemarkt sowie auf dem benachbarten Götz-Areal einen Lebensmittelmarkt ansiedeln wollte. Ob damit auch das Handels-Konzept, dessen Realisierung nun zum wiederholten Male Schiffbruch erleidet, grundsätzlich gescheitert ist, wird sich weisen.

Die PMG hatte ihr Konzept im Dezember 2015 vorgestellt. Mittlerweile war es entscheidungsreif, alle notwendigigen Gespräch mit den benachbarten Grundstückseigentümern waren geführt, die Planungen mit der Balinger Wohnbaugenossenschaft, die dort Wohnraum erstellen wollte, abgestimmt. Im Gemeinderat gab es derweil durchaus kritische Stimmen, insbesondere seitens der FDP-, der Grünen- und der Freien-Wähler-Fraktion. Auf deren Bitten stellte Ralph Burghardt im Juli ein Alternativkonzept im Gremium vor – das sogennante Eyach-Quartier. Ob dieses "Rumgeeiere" ein Grund für die Absage von H&M sei, wollte Klaus Hahn (CDU) von Oberbürgermeister Reitemann wissen; dieser sagte, dass ihm eine Begründung des Unternehmens nicht vorliege, er aber eine angefordert habe.

Abgesagt hat Reitemann konsequenterweise die Infoveranstaltung, die Anfang November stattfinden sollte und in der die beiden Konzepte – das der PMG und jenes des Frommerner Architekten Ralph Burghardt – vorgestellt werden sollten. Storniert ist bis auf weiteres auch der Bürgerworkshop, in dem die Balinger ihre Anregungen und Ideen geben sollten.

Stattdessen geht nun alles zurück auf Null. In einer Sondersitzung des Gemeinderat im Januar solle sich das Gremium "grundsätzliche Gedanken" machen, sagte Reitemann. Denkbar sei, so Reitemann, das Strasser-Areal in die Gartenschau zu integrieren – in welcher Form, ließ er offen. Dieser Gedanke könnte indes bedeuten, dass der erst vor kurzer Zeit auf dem Strasser-Gelände angelegte provisorische Parkplatz für längere Zeit bestehen bleibt. Oder dass das Areal vielleicht als Veranstaltungsfläche für die Gartenschau genutzt und erst anschließend bebaut wird. Zeit genug zur Findung einer Zukunfts-Lösung bliebe dann: Die Gartenschau findet im Jahr 2023 statt. Angesichts der langen Zeit, in der das Gelände sich mittlerweile im Eigentum der Stadt befindet – seit 1993 – käme es auf die paar Jährchen wohl auch nicht mehr an.

Trotz der erneuten Niederlage gab sich der Oberbürgermeister optimistisch: "Wir wollen den Blick nach vorne richten." Ebenso werteten es die Sprecher einiger Fraktionen. Dietmar Foth, der erklärtermaßen kein Freund des PMG-Konzepts war, sagte, nun bestehe für das Strasser-Areal die Chance, tatsächlich bei Null und damit ganz neu anzufangen und zu denken. Dies sollte seiner Meinung nach unter intensiver Einbeziehung der Balingen geschehen. Foth kritisierte zugleich das bisherige Vorgehen der Stadtverwaltung bei der Suche nach einem Strasser-Konzeot als erwiesenermaßen "nicht zielführend". Angela Godawa (SPD) sagte, ihrer Meinung nach müsse bei der Suche nach der passenden Lösung dringend externer Sachverstand hinzugeholt werden.

Peter Seifert (Grüne) sagte, er sehe nun die Chance, endlich die Balinger mit ins Boot zu nehmen – und kritisierte Helmut Reitemann und die Rathaus-Planer zugleich heftig: Immer wieder sei beim Strasser-Areal falsch vorgegangen worden. Entscheidend sei, dass man ein gutes Konzept habe statt nur vermeintlich gute und sichere Mieter, die aber nur "den dicken Reibach" in Balingen machen wollten. Das sage er seit Jahren. Reitemann konterte kühl: Dass Seifert immer alles besser wisse, sei auch seit langer Zeit bekannt.

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