Silke Porath und Sören Prescher legen mit "Mord mit Donauwellen" ihr neues Werk vor. Foto: Privat Foto: Schwarzwälder Bote

Literatur: Neues Werk von Silke Porath und Sören Prescher spielt mit bekannten Charakteren an der Donau

Schrödinger und sein Boxer Horst haben die Herzen der Leser im Hundsgalopp erobert. Beim Verlag Weltbild ermittelten der schusselige Getränkeverkäufer und sein Hund bereits am Bodensee und in einer Reha-Klinik. Nun verschlägt es das Duo aus der Feder der Balinger Autorin Silke Porath und des Nürnberger Schriftstellers Sören Prescher mit "Mord mit Donauwellen" nach Tuttlingen.

Balingen. Die Balingerin Silke Porath und der Nürnberger Sören Prescher tauchen auch im neuesten Werk ab in die allzu menschlichen Abgründe. Sie sorgen für Schaudern – und für Lachanfälle, wenn mal wieder alles, was schiefgehen kann, auch mehr als gründlich schiefgeht. Das Duo hat sich bei den "42erAutoren" kennengelernt, einem Verein zur Förderung der Literatur. Nach dem plötzlichen Tod von Poraths Kollegen Andreas Braun, aus dessen Ideen-Fundus die Figur des knitzen Pater Pius stammt, bat sie Sören Prescher um Schützenhilfe.

Das Duo startete durch. Zunächst beim Gmeiner-Verlag, wo beide unter anderem zwischen Alb und Donau mordeten, dann bei Weltbild, wo Porath auch die insgesamt neun Bände der Reihe um den Mops Earl und seine Stuttgarter WG veröffentlicht hat. Und eben dort erscheint nun "Mord mit Donauwellen".

"Nicht schon wieder!" Das ist das erste, was Schrödinger denkt, als sein Hund wieder einmal eine Leiche findet. Dabei wollte der Neu-Schwabe nur ein Kaninchen für die Kinder seiner Liebsten kaufen. Aber auf einer Hasenschau kann es schon mal vorkommen, dass hinter den Kulissen ein toter Mensch liegt. Die Leiche hat sich – natürlich – nicht freiwillig ins Jenseits begeben. Und wie es die Art des für den Leser sprechenden Hundes und seines neugierigen Herrchens ist, mischen sie sich als Undercover-Agenten in die Ermittlungen der Polizei ein.

In diesem Fall eine altbekannte Kommissarin. Verena Hälble klärte schon drei Fälle gemeinsam mit Pater Pius auf und löste den Klosterkeller-Mord, den Kloster-Geist und das Klosterbräu für den Gmeiner-Verlag. Was Ehrensache sein sollte für die Kommissarin, ist sie doch seit Jahr und Tag mit Schrödingers Liebster Marion befreundet. Und kippt sich mit der gerne mal den einen oder anderen Prosecco zu viel hinter die Binde.

Es ist ein Treffen beliebter und viel gelesener Figuren, das Prescher und Porath auf die literarische Bühne bringen. Mit vielen Bekannten – und viel unbekanntem kriminellen Potential. Wer hat Interesse am Tod einer kleinen Schatzmeisterin? Wer schleicht sich des Nächtens über den Hof einer Tuttlinger Spedition und wer manipuliert die Bremsen an Schrödingers – zugegeben: bissiger! – Schwiegermutters neuem Auto? Wie bei den Vorgänger-Bänden ist ein Gartenzwerg auf dem Cover zu sehen. Symbol und Sinnbild für eine spießige Welt, in der Vorneherum alles top ist. Beim Blick hinter die Kulissen aber offenbart sich das Grauen.

Und warum Tuttlingen? Dort absolvierte Porath Anfang der 1990er ihr Volontariat beim Schwarzwälder Boten. Dort zieht es sie regelmäßig hin, um in Stiefels Buchhandlung einzukaufen. Warum? Als junge Volontärin mit dem Mädchennamen "Haass" erhielt sie einen Leserbrief von dessen Inhaber Christof Manz, tituliert mit "Sehr geehrter Herr Haass". Sie repetierte mit "Sehr geehrte Frau Manz". Daraus entstand eine frotzelnd-künstlerische Freundschaft.

Freundschaft verbindet auch die beiden Schriftsteller. So war Sören Prescher zum Beispiel bei der Hochzeit seiner Kollegin 2018 im Balinger Bahnhof mit seiner kompletten Familie zu Gast. Die zur Dekoration aufgehängten Pompons zieren die Wartehalle bis heute.

  Das Buch "Mord mit Donauwellen" ist seit wenigen Tagen beim Verlag Weltbild erhältlich.