Peter Seifert erläutert gestern die Pläne, die er mit dem Bahnhofsgebäude hat. Welchen Weg der Gemeinderat und die Stadt gehen, ist weiter offen. Foto: Maier

Bahnhof-Diskussion heute hinter verschlossenen Gemeinderats-Türen. Entscheidung Gemeinderat, Stadt offen.

Balingen - Wie geht’s weiter? Im Rahmen einer Führung durch das Bahnhofsgebäude hat dessen Eigentümer Peter Seifert gestern zahlreichen Mitgliedern des Bürgervereins Balingen Antworten darauf gegeben, wie er sich die Zukunft des Bahnhofs vorstellt. Eine der wichtigsten Fragen blieb indes offen: Welchen Weg die Stadt in Sachen Vorplatz gehen möchte. Der Gemeinderat wird am heutigen Dienstagabend über das Thema erneut hinter verschlossenen Türen beraten.

Die aktuelle Beschlusslage sieht vor, den Bahnhofsvorplatz, dessen Eigentümer Seifert ebenso ist, aus dem Sanierungsgebiet Innenstadt herauszulösen – und damit die von der Stadtverwaltung seit längerer Zeit anvisierte Neugestaltung des Areals vorerst aufzugeben. Politisch ziemlich ins Wanken geraten ist diese Beschlusslage von Ende Januar indes durch das Angebot Seiferts, den Vorplatz als öffentliche Fläche zu widmen zu wollen. Seifert bliebe in diesem Fall Eigentümer, würde der Stadt aber die Gestaltungshoheit unter der Bedingung überlassen, ein Wörtchen mitreden zu dürfen und auf dem Platz genügend Raum für beispielsweise Car-Sharing-Angebote zu erhalten.

"Dieses Angebot steht weiterhin", sagte Seifert gestern. "Sehr verwundert" zeigte er sich darüber, dass in den vergangenen Wochen von Seiten der Stadt niemand das Gespräch mit ihm gesucht habe: Das sei für ihn "nicht nachvollziehbar", schließlich gehe es nicht um einen abgelegenen Hinterhof, sondern um einen wichtigen Ort in der Innenstadt.

Spätestens erklären, welcher Weg gegangen werden soll, müssen Gemeinderat und Stadt Ende April: Fällt bis dahin keine Entscheidung, dann gilt die Genehmigung für die Sanierung des denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes automatisch als erteilt, sagte Stadtplaner Michael Wagner gestern unserer Zeitung. Wagner sagte zudem, dass die Stadt eine Einigung mit Peter Seifert anstrebe.

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