Mit einem Kran werden die Wandstücke an ihre späteren Positionen gebracht. Bis Herbst soll das ganze Gebäude in der Halle aufgebaut sein. Foto: Fischer

Firma setzt "Effringer Schlössle" in Weilstetten wieder zusammen. Arbeiten bis 2018 beendet. Projektleiter spricht von "riesigem Aufwand".

Wildberg-Effringen/Balingen-Weilstetten - Das "Schlössle von Effringen" ist zu Gast in Weilstetten. Ein Projektteam baut das gesamte Gebäude in einer Halle auf, um es zu restaurieren.

Es ist ein Riesenpuzzle, das die Mitarbeiter der Baudenkmalpflege-Firma JaKo aus Rot an der Rot zurzeit lösen: Natursteine in Gitterboxen, alte Balken und Steinplatten stapeln sich in der großen Halle. In der Mitte stehen 36 Wandteile, von denen jedes 3,4 Meter hoch und mehr als einen Meter dick ist. Das alles soll sich zu einem historischen Gebäude fügen – dem "Schlössle von Effringen".

"Wir befinden uns mitten in dem Versetzungsprojekt" meint Margit Langer, Geschäftsführerin des Freilichtmuseums Vogtsbauernhof in Gutach. Dort soll das Gebäude bis zu Saissonstart 2018 für Besucher offen stehen. Vorher muss es aber in Weilstetten restauriert werden.

Im August hatte das Team am Originalstandort in Effringen begonnen, das komplette Gebäude, mit einer Grundfläche von 198 Quadratmetern, abzubauen. Einzig der Gewölbekeller ist zurückgeblieben. Er sei erst im 18. Jahrhundert dazu gebaut worden und wäre den hohen Aufwand nicht wert gewesen, so Langer.

Die Einzelteile des Hauses wurden aufwendig verpackt und mit Schwerlasttransportern nach Weilstetten geschafft. Mindestens 30 Fahrten habe es gebraucht, bis alle Einzelteile in der Halle angekommen seien, meint Projektleiter Hubert Maucher.

Dort ist derzeit ein vierköpfiges Team aus Maurern, Gipsern, Zimmerern und Restauratoren damit beschäftigt, die Wandteile wie Legosteine zu einem Erdgeschoss und einem Obergeschoss samt Dach zusammenzusetzen. Dabei können die 20 Tonnen schweren Sandsteinwände nur mit einem Kran bewegt werden.

Die Außenwände des Obergeschosses stehen bereits, das Erdgeschoss ist zu zwei Dritteln aufgebaut. Außerdem machen sich sechs Schreiner an Fenstern und Türen zu schaffen. 2017 soll das "Effringer Schlössle" erneut in Einzelteilen an seinen endgültigen Standort gebracht werden.

"Es ist ein riesiger Aufwand", gibt Maucher zu, "aber sonst geht der historische Bestand unter Umständen verloren." So blieben selbst der Orginalputz, einzelne Nägel und Zimmermannszeichen erhalten. "Wir erneuern nur, was defekt ist", versichert Maucher. Das Haus bestehe zu 70 Prozent aus massivem Mauerwerk. Ein Sandsteinhaus in dieser Dimension habe die Firma noch nie restauriert.

Erste Ideen für die spätere Einrichtung der Räume hat Langer auch schon: Das Haus soll im Stil der 1970er-Jahre möbliert werden, denn da zogen die letzten Bewohner – die Familie Gauß – aus. Von ihnen erhielt das Museum auch noch einige Möbel, andere werden nach Beschreibung der Augenzeugen angeschafft.

Weitere Informationen: Alle Arbeiten können in der Webcam auf www.schloessle-effringen.de in Echtzeit mitverfolgt werden.