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Balingen Rechtliche Hürden für das Tierwohl

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Im Gespräch mit Ernst Hermann (von rechts) und Edgar Maier erfährt der CDU-Bundestagsabgeordnete Mark Biadacz (links) mehr über die alternative Methode, mittels der in Ostdorf geschlachtet wird. Den Besuch vermittelt hat Petra Kletzander (zweite von links). Foto: Schnurr

Balingen-Ostdorf - Über den Raum Balingen hinaus ist der Ostdorfer Uria-Hof ein Vorzeigeprojekt für den humaneren Umgang mit Schlachtvieh geworden. Besonders für die mobile Schlachtbox (MSB) wirbt Familie Maier um Anerkennung.

Gräuelbilder aus Viehlastern oder Schlachthäusern, wie man sie nicht zuletzt aus Fernseh-Reportagen kennt, können den Appetit auf Fleisch verderben. Aber: "Es gibt Alternativen", ist die Bondorferin Petra Kletzander überzeugt, Mitglied des Vereins Uria.

Dafür will sie Öffentlichkeit schaffen und Wissen darüber auch politischen Akteuren vermitteln. Beispielsweise Mark Biadacz, dem CDU-Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Böblingen, zu dem auch Bondorf gehört. Durch Kletzanders Vermittlung hat der Parlamentarier am Dienstag Ostdorf besucht.

"Das Thema ist neu für mich", gestand er offen ein. Und es ist ein komplexes Politikfeld, wie Biadacz im Gespräch unter anderem mit Ernst Hermann und Edgar Maier sowie Gabriele Wagner, Leiterin des Kreisveterinäramts, erfuhr. Es geht nicht nur um das Schlachten und Zerlegen der Tiere, sondern auch um EU-Recht und Subventionen, Wirtschaftsfragen und den ethischen Umgang mit Lebewesen.

Maier senior stellte seine Methode der "Schlachtung ohne Angst und Stress für die Tiere" mit einem kurzen Film vor, ehe es vor die Uria-Halle ging. Dort zeigte er den Gästen die von ihm entwickelte MSB. Diese dient als "Zubringersystem", in dem direkt auf ihrer Weide getötete Rinder zum Zerlegen in ein Schlachthaus gebracht werden können. Wichtigster Nutzen seiner Erfindung ist für Maier, dass den Tieren die Panik des Einladens in einen Transporter, die anstrengende Fahrt zum Schlachter und mögliches Leiden dort erspart wird: "Wir müssen weg von den Lebendanlieferungen", sagt er deshalb.

Eine Schlachtung auf der Weide erfordert allerdings, dass ein zugelassener Zerlegebetrieb innerhalb einer Stunde zu erreichen ist. Auch deshalb müssten regionale Schlachthöfe Bestand haben, waren sich die Maiers mit dem Abgeordneten einig. Edgar Maier verwies auf den weiteren Vorteil, dass damit Arbeitsplätze vor Ort blieben.

"Die Produkte, die wir verzehren, sollten aus der Umgebung kommen", fand Biadacz. Seine Überzeung: "Das Bewusstsein dafür wächst."

Er warf allerdings auch die Frage nach dem Preis des durch schonende Schlachtung erzeugten Fleisches auf: Man müsse auch an jene Menschen denken, die günstige Lebensmittel wollten.

Diesem Gedanken widersprach Ernst Hermann Maier jedoch: "Es gibt überhaupt keinen Grund, dass man massenhaft billiges Fleisch in sich reinstopft!"

Klar geworden ist bei dem Ortstermin eines: Für Menschen, denen das Tierwohl wichtig ist, gibt es eine Alternative zur Fließbandschlachtung und qualvollen Viehtransporten auf europäischen Fernautobahnen.

Allerdings bestehen bisher noch rechtliche Hürden dafür, dass die dem Tierwohl dienende MSB in größerem Rahmen eingesetzt wird: Maiers Erfindung hat zwar eine Zulassung, diese gilt aber nur für den Uria-Hof.

Will ein anderer Landwirt sie einsetzen, muss dieser eine neue Zulassung beantragen. Das sei jedes Mal eine Einzelfallentscheidung, erklärt die Veterinäramtsleiterin Wagner. Dies zu erleichtern werde noch einige Zeit dauern.

Ihre Redaktion vor Ort Balingen

Steffen Maier

Fax: 07433 901829

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