Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Balingen "Rechte Hipster" fallen mit Infostand auf

Von
40 meist junge Zuhörer sind zu dem Vortrag über die "Identitären" in die Balinger Stadthalle gekommen. Foto: Thiercy

Balingen - Nein, fotografiert werden will er nicht. Er arbeitet investigativ, bohrt nach und trifft damit nicht immer nur freundliche Zeitgenossen. Lucius Teidelbaum referierte am Freitag in der Balinger Stadthalle. Rund 40 meist junge Zuhörer wollten mehr erfahren über die so genannte "Identitäre Bewegung" und deren rechtsgerichtetes Gedankengut.

Hip, modern, rechtsaußen

Es ist nicht das erste Mal, so Konrad Flegr bei der Begrüßung, dass sich Grüne und die Alboffensive zusammentun. Schließlich gebe es eine große politische Schnittmenge. Und die traf sich am Freitagabend: Lucius Teidelbaum gab einen tiefen Einblick in die Welt der "Identitären". Diese präsentieren sich jung, hip, modern – und stehen rechtsaußen.

In Balingen soll es einen Stammtisch geben. Aufgefallen sind Mitglieder, als sie 2016 mit einem Infostand am Balinger Marktplatz für sich warben. Oder als zwei von ihnen angeblich von Linksextremen am Balinger Bahnhof bedroht wurden, ihr Auto dabei angeblich beschädigt wurde. Das war gelogen, wie sich herausstellte.

Teidelbaum ist Referent für politische Bildung, sein Schwerpunkt liegt auf der politischen Rechten. Er hat bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht und nahm die Zuhörer im Plauderton mit in eine Parallelwelt, in der es wohl nötig ist, dass sich Mitglieder der Alboffensive während des Vortrags vor dem Eingang zur Stadthalle postieren, um eventuellen Rabauken vom anderen Lager von vorneherein den Zutritt zu verwehren. Und wenn man weiß, dass die Alboffensive anonym oder mit Pseudonym handelt, um Bedrohungen zu entgehen, ist auch verständlich, dass der Referent kein Foto von sich in der Zeitung sehen will.

Herüber geschwappt ist die Identitäre Bewegung aus Frankreich, zu den Feindbildern zählen unter anderem der Islam und Migranten. Ihre teils kruden Ideen beziehen sie auf den Mythos der Spartaner, die angeblich mit nur 300 Mann ein feindliches Heer in Schach hielten und damit das Abendland und die Demokratie gerettet haben sollen. Fiktion, entnommen aus einem Spielfilm. Die Historie lehrt anderes.

Deutschlandweit haben die Identitären, so Teidelbaum, schätzungsweise 500 Mitglieder. Und rechtsgerichtete Parteien wie die NPD springen auf den Zug der scheinbar hippen Identitären auf. Der Neonazi Martin Sellner aus Österreich leistete in Deutschland quasi Entwicklungshilfe, Pegida-Frontmann Lutz Bachmann lässt sich in T-Shirts abbilden, die er im "patriotischen" Shop gekauft hat. Dort wirbt eine Influencerin für "patriotische Mode". Die Identitären wissen sich zu vermarkten.

Teidelbaum sieht darin quasi eine Modernisierung der extremen Rechten, unterstützt auch von deutschnationalen Burschenschaften. Die Identitären fassen trotzdem kaum Fuß. 2016 marschierte eine eher nicht ernst zu nehmende Gruppe von gerade einmal zwölf Leuten mit Pappschildern vor dem Brandenburger Tor auf.

Neuerdings, so Teidelbaum, fungiere die "Bewegung" als Verein. Es gibt Dutzende Gruppen auf Facebook, die sozialen Medien werden rege genutzt.

Teidelbaum zeigte in seinem Vortrag auch das Foto von Hervé Rybarczyk: Der Punkmusiker wurde 2011 in Frankreich ermordet. Von Leuten, die in engem Kontakt zu den dortigen Identitären stehen.

Artikel bewerten
32
loading
 
 

Ihre Redaktion vor Ort Balingen

Steffen Maier

Fax: 07433 901829

Flirts & Singles

 
 

Top 5

5

Kommentare

Artikel kommentieren

Kommentarregeln

Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.

  1. Passwort vergessen?
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!
  1. null

loading