Preise für Technologietransfer hat die IHK Reutlingen verliehen. Von links: Harald Thorwarth, Wolfgang Epp, Christoph Berthold und Karsten Rebner.Foto: IHK Foto: Schwarzwälder Bote

IHK: Wissenschaftler aus der Region kooperieren mit Firmen und setzen Projekte um

Zollernalbkreis/Reutlingen. Drei Wissenschaftler aus der Region erhalten den IHK-Preis "Exzellenter Technologietransfer Neckar-Alb". Die IHK würdigt damit praxisnahe Forschung, die in Zusammenarbeit mit Unternehmen innovative Produkte, Technologien und Dienstleistungen hervorgebracht hat.

Bei der Forschung der diesjährigen Preisträger ging es um Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Qualitätssicherung. "Diese Faktoren spielen für Unternehmen eine wichtige Rolle. Die Wissenschaftler leisten mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag dafür, dass Betriebe ihre eigenen Anforderungen, die ihrer Kunden sowie die gesetzlichen Vorgaben erfüllen können", so Wolfgang Epp, Hauptgeschäftsführer der IHK Reutlingen.

Wenn in Kältemaschinen wichtige Bauteile wie der Kompressor ausfallen, bedeutet das für viele Unternehmen Verzögerungen in der Produktion und hohe Reparaturkosten. Dieses Problem hat Karsten Rebner von der Hochschule Reutlingen mit der Leitenberger Mess- und Regeltechnik GmbH gelöst. Sie entwickelten einen "Nassdampfsensor" für Kältemaschinen. Der Sensor erkennt schädliche Fremdstoffe, regelt die Kältemitteleinspritzung und sorgt so dafür, dass teure Bauteile nicht mehr beschädigt werden. Rebners Sensor ist der erste mit diesen Funktionen auf dem Markt, er ist besonders klein und kostengünstig.

Die Abgaswerte in Biomassekesseln sind ausschlaggebend dafür, welche Brennstoffe eingesetzt werden dürfen. Harald Thorwarth von der Hochschule Rottenburg und die LK Metallwaren GmbH haben speziell für Biomassekessel einen Filter und ein dazu gehöriges Reinigungsverfahren entwickelt. Die Kombination sorgt dafür, dass Abgase verringert und die zulässigen Höchstwerte eingehalten werden.

Dadurch entsteht ein breiteres Spektrum an Brennstoffen, die verwendet werden können. Außer in Biomassekesseln kann das Verfahren künftig auch in der Industrie- und Wasserfiltertechnik angewendet werden. Bisher gibt es keine vergleichbare Technologie, Thorwarth und die LK Metallwaren GmbH schließen mit ihrer Technologie eine Marktlücke. Sie haben das Reinigungsverfahren zum Patent angemeldet.

Christoph Berthold von der Universität Tübingen wird gleich zwei Mal ausgezeichnet. Bei seinem ersten Projekt arbeitete er mit der Meister Strömungstechnik GmbH zusammen. Ziel war es, sicherzustellen, dass Erzeugnisse aus dem 3D-Druck mindestens die gleiche Qualität vorzeigen wie aus dem Spritzgussverfahren. Mit dem 3D-Druck-Verfahren können Produkte mit komplizierten Strukturen und in geringen Stückzahlen hergestellt werden. Die verwendeten Materialien erhalten durch die Bearbeitung im 3D-Druck aber etwas andere Eigenschaften als im Spritzgussverfahren. Berthold und die Meister Strömungstechnik GmbH entwickelten deshalb normierte Prüfverfahren sowie eine "Druckgeräterichtlinie". Beim zweiten Projekt von Berthold entstand ein kompaktes, mobiles Analysegerät, das beispielsweise bei Ausgrabungen eingesetzt wird. Das Gerät von Christoph Berthold und der Helmut Fischer GmbH Institut für Elektronik und Messtechnik vereint drei hoch auflösende und zerstörungsfreie Analysemethoden und kann problemlos transportiert werden.

Unterschiedliche Proben wie Bodenproben und Industrieproben können damit direkt vor Ort analysiert werden, dadurch werden Zeit und Kosten eingespart. Zuvor mussten die Proben ins Labor geschickt werden und waren – je nach Ausgrabungsort – wochenlang unterwegs.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: