Hier geht’s zur Sache: Peter Sobotta (unten) nimmt Bojan Velickovic in die Mangel. Der Balinger Mixed-Martial-Arts-Kämpfer bereitet sich derzeit auf seinen Kampf vor, den er Ende September in Kopenhagen gegen den Italiener Alessio di Chirico bestreitet. Foto: Haasis

Kampfsport: Balinger Mixed-Martial-Arts-Sportler steht vor richtungsweisendem Kampf.

Balingen - Jetzt gilt’s: Der Balinger Käfigkämpfer Peter Sobotta macht sich derzeit intensiv fit für seinen nächsten Auftritt. Der 32-Jährige trifft am 28. September in Kopenhagen auf den Italiener Alessio di Chirico. Für Sobotta wird es ein richtungsweisender Kampf.

Sein Gegner, der 29-jährige di Chirico, ist für Sobotta kein Unbekannter: Sie lernten sich 2016 auf einer Trainingsreise nach Florida kennen und absolvierten sogar einige Sparringsrunden gegeneinander. Die deutsch-italienische Freundschaft muss jedoch für maximal drei mal fünf Minuten ruhen, wenn sich in der dänischen Hauptstadt die Käfigtür hinter den beiden Sportlern schließt.

Schließlich steht für Sobotta eine Menge auf dem Spiel: Sein Vertrag bei der Ultimate Fighting Championship (UFC), der weltweit führenden Mixed-Martial-Arts-Organisation, läuft aus. Sobotta will sich mit einer starken Leistung für eine Weiterbeschäftigung bei der "Champions League" aus Las Vegas empfehlen, in der die besten und erfahrensten MMA-Profis der Welt vereint sind.

Dabei steht er gleich vor mehreren Herausforderungen: Zum einen setzen Kampfsportler nach einer längeren, in Sobottas Fall verletzungsbedingten Pause häufig den sogenannten Ringrost an, den es so schnell wie möglich abzuschütteln gilt. Zum anderen wird der Balinger in der Königsklasse der Mixed Martial Arts zum ersten Mal im Mittelgewicht antreten. In den vergangenen zehn Jahren war er stets ausschließlich im Weltergewicht ins Käfig-Achteck gestiegen.

Um bestmöglich auf seinen zehnten und vielleicht wichtigsten UFC-Kampf vorbereitet zu sein, war Sobotta zuletzt in New York zum ersten Teil seines Trainingslagers. In der Renzo Gracie Academy wollte der 32-jährige, der selbst den schwarzen Gürtel in Jiu-Jitsu hält, seine Fähigkeiten im Bodenkampf auffrischen. Die brasilianische Gracie-Familie gilt als der Begründer der aus dem Judo entstandenen Kampfkunst. Die USA-Reise hat Sobotta mittlerweile erfolgreich hinter sich gebracht. Die Trainingswoche in New York sei sehr inspirierend und motivierend gewesen, das Niveau dabei unheimlich hoch – höher, als er das bei seinen zahlreichen Trainingsreisen ins In- und Ausland bisher erlebt habe.

Seit nunmehr zwei Wochen bereitet sich Sobotta in seiner "Planet Eater"-Kampfsportschule in Balingen zusammen mit sorgfältig ausgewählten Trainingspartnern aus Deutschland, Polen, Serbien und den USA zweimal täglich auf die anstehende Herausforderung vor. Haupttrainingspartner bisher waren der Serbe Bojan Velickovic und der US-Amerikaner Dustin Stoltzfus. Auch der starke Tscheche Patrik Kincl, der Mitte September in London um die Europameisterschaft kämpft, und Sobottas alter Freund und Weggefährte Pascal Krauss aus Freiburg haben für ein paar Tage vorbeigeschaut, um den Balinger Kämpfer bei der Vorbereitung zu unterstützen. Ebenfalls im Vorbereitungs-Camp erwartet werden noch der polnische Kämpfer Robert Bryzczek, der wie Sobotta aus Schlesien stammt. Außerdem zwei Ringer aus der deutschen Nationalmannschaft: Sie wollen Sobotta beim Auffrischen seiner ringerischen Fähigkeiten im wahrsten Sinne unter die Arme greifen.

Peter Sobotta war der jüngste deutsche UFC-Kämpfer aller Zeiten, als er im Juni 2009 zum ersten Mal den Fuß ins legendäre Oktagon setzte. Seit seinem Comeback in der UFC im Jahr 2014 konnte er vier seiner letzten sechs Kämpfe gewinnen, zwei davon vorzeitig. Neben seiner Karriere als aktiver Wettkämpfer betreibt der 32-jährige in Balingen die Kampfsportschule Planet Eater. Seit April diesen Jahres ist Sobotta zudem auch selbst Promoter: In Zusammenarbeit mit ProSiebenSat.1 veranstaltete er den ersten "NOVA FC"-Kampfabend in der Balinger SparkassenAreana. Die Veranstaltung war mit mehr als 2300 Besuchern ausverkauft und die bisher größte ihrer Art in Baden-Württemberg.

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