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Balingen Oper "La Bohème" um Jahre verjüngt

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Bei der Eigenproduktion der Stadthalle Balingen standen viele Nachwuchstalente auf der Bühne. Foto: Engelhardt

Balingen - Frenetischer Szenenapplaus, spontane Bravo-Rufe und viele rührende Momente, aber auch komödiantische Einlagen – das alles hat die Eigenproduktion der Stadthalle Balingen am Wochenende geboten. Regisseurin Gillian Hughes wollte Puccinis Oper La Bohème zur ihrer machen – und hat dies in einer jugendlich frischen Art geschafft.

Leben, Liebe, Leiden – Puccinis Meisterwerk hat alles, was zu einem Stück gehört, das die Zuschauer berühren möchte. Die Geschichte spielt im Paris des frühen 19. Jahrhunderts, es geht um zwei arme Künstler, die nicht einmal an Weihnachten eine warme Bleibe haben. Die Liebe trifft den Dichter Rodolfo in Gestalt seiner Flurnachbarin Mimi. Der Maler Marcello kommt über Umwege wieder mit seiner Ex-Freundin Musetta zusammen.

Das Glück währt allerdings nicht lange: Armut, Eifersucht und Krankheit suchen die Protagonisten heim. Am Ende stirbt Mimi, obwohl ihre Freunde alles versucht haben, um sie zu retten. Eine tragische Liebesgeschichte, die sich durchaus auch heute noch so abspielen könnte – und dank der durchweg jungen Solisten eine besondere Authentizität ausstrahlt.

"Oft werden Mimi und Co. von deutlich älteren Sängern dargestellt. Ich möchte aber, dass die Energie unserer jungen Darsteller so richtig zur Geltung kommt", hatte Regisseurin Gillian Hughes in der Vorbereitung betont. Dafür sorgten allen voran internationale Absolventen der Opernschule der Musikhochschule Stuttgart, die eindrucksvoll zeigten, dass das im Stück beschworene jugendliche Feuer und die Leidenschaft in ihnen brennen.

Drei der Hauptrollen waren dabei doppelt besetzt: Anaïs Sarkissian und Manuela Vieira gaben die Mimi, David Fruci und Roman Poboinyi den Rodolfo sowie Philipp Franke und Vladislav Pavliuk den Marcello. Damit entstanden im Rahmen der 17. Auflage der Stadthallen-Eigenproduktionen gleich zwei unterschiedliche Interpretationen eines Welterfolgs, jede mit ihrem ganz eigenen Charme. Während das Stück mit Sarkissian und Fruci in den Hauptrollen bei der Generalprobe und am Samstag zu sehen war, durfte das "Liebens­paar" Vieira und Poboinyi am Freitagabend die Premiere und am Sonntag die letzte Vorstellung geben.

Aber auch im eigenen Haus gingen die Macher um Stadthallenchef Matthias Klein neue Wege. Der Opernchor hat sich nicht verjüngt, und der Schülerchor mit Schülern der Sichelschule Balingen, des evangelischen Firstwald-Gymnasiums Mössingen und der Musikschule Hübner brachte frischen Wind auf die Bühne.

"Aus unserer Sicht war die Eigenproduktion ein voller Erfolg. Persönlich freut es mich sehr, dass es uns gelungen ist, mit dem neuen Konzept so viele junge Menschen als Mitwirkende vor und hinter den Kulissen für die Oper zu begeistern", sagt Matthias Klein.

Das neue Konzept einer Zusammenarbeit mit der Opernschule der Musikhochschule Stuttgart, den Schulen aus der Region und bewährten Kräften wie dem Balinger Opernchor und der arcademia sinfonica habe sich aus seiner Sicht bewährt. "Das zeigen nicht nur die sehr gut besuchten Vorstellungen und die begeisterten Reaktionen des Publikums", so der Stadthallenchef. Auch das gesamte Team vor und hinter den Kulissen habe sehr viel Freude an der gemeinsamen Arbeit. "Das konnte man auch an der großen Spielfreude aller auf der Bühne und im Graben spüren – und diese Begeisterung hat sich dann auch auf die Zuschauer übertragen."

Eine Spielfreude, die auch Carla Thullner sichtlich genoss. Die Dormettingerin war schon bei einigen Eigenproduktionen dabei, spielte diesmal die Musetta (großes Bild). "Es war ein tolles Gefühl, nach der Probenzeit endlich das fertige Produkt auf die Bühne zu bringen", sagte die Sopranistin gegenüber unserer Zeitung. "Das Ensemble hat in den vergangenen Wochen gut zusammengefunden und sehr gut untereinander harmoniert, auch wenn es nicht immer einfach war mit teilweisen Doppelbesetzungen der Rollen." Allerdings habe es natürlich auch einen besonderen Reiz, mit zwei unterschiedlichen Partnern zu spielen: "Ich bin jeden Abend eine andere Musetta auf der Bühne." Außerdem sei es schön gewesen, mal wieder mit gleichaltrigen Sängern auf der Bühne zu agieren.

Übrigens wurden auch beim Bühnenbild neue Wege beschritten: Oliver Walter hat es entworfen, Oliver Feigl erweckte die Ideen mit seinen Videoprojektionen zum Leben. Für die musikalische Basis sorgte einmal mehr die arcademia sinfonica um Dietrich Schöller-Manno. Der musikalische Leiter hatte sein Orchester auf den Punkt gebracht. "Die Premiere verlief sehr gut", bestätigt auch Trompeter Andy Thullner. "Als das Licht ausging und die ersten Takte perfekt erklungen sind, war die Anspannung weg und der Abend verlief klasse."

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