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Fünf Clubs locken mit Live-Musik feierfreudige Gäste zur ersten "Südstadtarena".

Balingen - Draußen bibberten die Raucher im Schneeregen, drinnen schwitzten die Gäste bei Live-Musik – oder hörten zumindest gut gelaunt zu. Fünf Locations lockten am Samstag in der Südstadt viele Besucher an. Es hätten aber durchaus noch mehr sein können: Der überraschende Oktoberschnee trat bei der ersten "Südstadtarena" auf die Partybremse.

Vor einer Woche saßen die Gäste noch vor der "Sonne" auf der Café-Terrasse. Wer hätte ahnen können, dass es dort schon wenige Tage später weiß sein würde?

Aber drinnen war es sowieso gemütlicher: Bei "Joe Vox" war der Name Programm, Stimme und Gitarre sowie gelegentliche Piano-Improvisationen passten ideal zu dem heimeligen Ambiente.

Gelöste Stimmung herrschte nicht viel weiter im "Alt-Balingen": Gepflegten Cover-Rock gab es dort von "RASA" zu hören. Im Schankraum saß man nahe auf der dreiköpfigen Band und konnte sich trotzdem angenehm unterhalten. Ein Ü 40-Pärchen nutzte die Leere auf der Galerie im Obergeschoss zum Stehblues.

Im "Südbahnhof" saßen die Gäste hingegen möglichst weit weg von der Musik, was weniger an der Qualität von "UJ Secret" mit ihrer guten Sängerin lag. Der Sound der Band war für den kleinen Konzertraum jedoch ein wenig zu laut. Und die meisten Gäste wollten vielleicht doch lieber über den Heimsieg von HBW diskutieren.

Mehr Drive dann in der "Bar": Dort kamen schon recht früh am Abend Tänzerinnen und Tänzer in Fahrt. "Fenders 55" zeigten, dass Rocka­billy und Rock’n’Roll auch beim fünften Revival nichts von ihrer Fähigkeit verloren haben, die Fans mitzureißen. Von denen kamen viele in den Außenposten der "Südstadtarena" und hatten bei griffigen Grooves und dem in die Magengrube gehenden "thump!" des Kontrabasses ihren Spaß.

Einen guten Fang hatte das "Savo" mit seiner Band des Abends getan: "Alles Roger!?" waren als Partyband angekündigt und lieferten genau das, was die Feierwütigen in dieser Lokalität wollten. Selbst in den Spielpausen war dort nur schwer noch ein Durchkommen.

Die letzte Veranstaltungsreihe dieser Art ist schon mindestens zehn Jahre her, berichtet Organisator Uwe Sessler. Seither hätten die Balinger Kneipennächte meist auf DJs gesetzt. "Aber es gibt so viele gute Live-Bands." Deshalb hätten sich fünf Balinger Gastronomen zusammengetan, um mal wieder etwas Neues zu versuchen. Ob sich das Experiment gelohnt hat, können jene mit einem Blick in die Kasse sagen. Für die Gäste war es auf jeden Fall interessanter als die sonst übliche Musik aus der Steckdose.

Die Stimmung war an allen fünf Veranstaltungsorten bestens. Und auch die Security-Mitarbeiter, denen man auf den Wegen immer wieder mal begegnete, wirkten gelassen: "Keiner macht Stress", hieß es lapidar. Der Oktoberschnee hat vielleicht manchen Hitzkopf rechtzeitig abgekühlt oder gleich zuhause bleiben lassen.