Der Zollernalbkreis ist Risikogebiet: Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen.Foto: Jansen Foto: Schwarzwälder Bote

Natur: Gesundheitsamt weist auf richtiges Verhalten bei Zeckenstichen hin

Mit den wärmeren Temperaturen steigt auch im Zollernalbkreis die Gefahr durch Zeckenstiche bei Aktivitäten im Freien. Durch die Stiche können Krankheiten wie Borreliose oder FSME, eine Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns, übertragen werden.

Zollernalbkreis. "Der Zollernalbkreis ist – wie ganz Baden-Württemberg – als FSME-Risikogebiete von besonders vielen Infektionen betroffen", berichtet Gesundheitsdezernentin Gabriele Wagner. 2019 wurden dem Gesundheitsamt Labornachweise von zehn FSME-Erkrankten gemeldet. 2020 waren es 25 Fälle.

Zecken kommen besonders in Wäldern, in hohem Gras und Gebüsch oder losem Laub vor. Sie werden von Menschen und Tieren häufig unbemerkt mitgenommen und können bei einem Stich Viren oder Bakterien in die Blutbahn abgeben und damit die Krankheit auslösen. Das Gesundheitsamt gibt daher Empfehlungen, wie man Zeckenstichen vorbeugt oder diese behandelt.

Zeckenstiche sollten grundsätzlich vermieden werden. "Bei einer Wanderung durch Sträucher und hohes Gras oder beim Joggen sind geschlossene Schuhe, langärmelige Hemden und lange Hosen vorteilhaft. Bei möglichst heller Kleidung können Zecken leichter erkannt und entfernt werden", empfiehlt Wagner.

Vor dem Aufenthalt in Wäldern oder Wiesen können zusätzlich zeckenabweisende Mittel auf die Haut aufgetragen werden. Die Wirkung dieser Mittel ist allerdings zeitlich begrenzt und bietet keinen vollständigen Schutz. Trotz dieser Maßnahmen sollte der Körper im Anschluss an einen Aufenthalt in der Natur gründlich nach Zecken abgesucht werden.

Zecken bevorzugen warme, weiche Hautstellen, besonderes Augenmerk sollte daher auf die Kniekehlen, die Leisten, unter den Achseln, hinter den Ohren sowie am Kopf und Haaransatz gelegt werden. Den besten Schutz vor einer FSME-Erkrankung bietet laut Wagner die Impfung. Diese wird empfohlen für Menschen, die in Risikogebieten wohnen und sich viel in der Natur aufhalten, sowie für bestimmte Berufsgruppen wie Förster, Waldarbeiter oder Jäger. In Baden-Württemberg wird die Impfung gegen FSME ohne geografische Einschränkung empfohlen.

Was tun bei einem Zeckenstich? Wenn eine Zecke am Körper entdeckt wird, sollte sie möglichst schnell entfernt werden, am besten mit einer Pinzette oder mit einer speziellen Zeckenzange. Man sollte sie auf keinen Fall mit Öl oder Klebstoff übergießen. Die Zecke sollte dabei möglichst nahe der Haut in deren Kopfbereich gefasst und vorsichtig und gerade (ohne Drehung) herausgezogen werden. Im Anschluss sollte die kleine Wunde an der Stichstelle sorgfältig desinfiziert werden.

Die Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung, die neben dem Nervensystem und den Gelenken, besonders die Haut betrifft. Als charakteristisches Frühsymptom gilt die Wanderröte, eine ringförmige Hautrötung. Rechtzeitig erkannt, kann die Borreliose mit einem geeigneten Antibiotikum erfolgreich therapiert werden. FSME-Infektionen verlaufen oft ohne Krankheitserscheinungen. Bei etwa einem Drittel der infizierten Personen können grippeartige Erscheinungen mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten.

In fünf bis zehn Prozent aller Infektionen kommt es nach einem symptomfreien Intervall zu Hirnhaut- und Gehirn-Entzündungen, die vor allem bei älteren Menschen zu bleibenden Schäden führen können.

Eine FSME-Erkrankung wird durch FSME-Viren hervorgerufen und kann nicht ursächlich behandelt werden. Es können lediglich die Symptome behandelt werden. Schwere Verläufe werden stationär im Krankenhaus behandelt, unter Umständen sogar intensivmedizinisch mit anschließender stationärer Rehabilitation. FSME ist nicht von Mensch zu Mensch übertragbar, hält die Dezernentin fest.

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