Notfallseelsorger sind auch im Zollernalbkreis unterwegs. Bis zum Eintreffen der Angehörigen leisten sie "Erste Hilfe an der Seele". Foto: Gentsch

Freiwillige des Roten Kreuzes leisten häufig auch Erste Hilfe für die Seele. Weitere Helfer werden benötigt.

Zollernalbkreis - Insgesamt 99 Mal war der Notfallnachsorgedienst im vergangenen Jahr im Einsatz. Die Zahl der Alarmierungen sei im Vergleich zum Vorjahr mit 101 Alarmierungen weitgehend gleich geblieben. Die freiwilligen Helfer des DRK-Notfallnachsorgedienstes trösten, hören zu oder erledigen auch mal ganz praktische Tätigkeiten, zu denen die Betroffenen in den Stunden nach Schicksalsschlägen einfach nicht in der Lage sind. Dazu gehört die Fahrt in die Klinik wie auch die Organisation eines Pflegedienstes.

Im Jahr 2014 lag der Schwerpunkt wieder auf der Unterstützung von Angehörigen nach plötzlichen Todesfällen oder bei schweren Schicksalen im häuslichen Umfeld, berichtet Heike Rau vom DRK-Kreisverband Zollernalb, die den Notfallnachsorgedienst leitet.

In Albstadt waren die Helfer 38, in Balingen 39 und im Raum Hechingen 22 Mal im Einsatz. Die 26 Ehrenamtlichen leisteten "Erste Hilfe an der Seele" bis zum Eintreffen von Angehörigen oder Bekannten.

In einigen Fällen begleitete der Notfallnachsorgedienst Beamte der Schutz- und Kriminalpolizei bei der Überbringung von Todesnachrichten. Im Durchschnitt dauerte ein Einsatz im Jahr 2014 etwa zwei Stunden, insgesamt wurden etwa 200 Einsatzstunden von den Aktiven geleistet.

Hauptaufgaben: beistehen, zuhören und trösten

Bei der Suche nach vermissten Personen sei der Notfallnachsorgedienst ebenfalls im Einsatz und betreut die Angehörigen während der Suchmaßnahmen. Ganz wichtig sei es dabei, dass sie Informationen über die Suchaktion auch an die Angehörigen weiter vermitteln.

Die Haupttätigkeiten des Notfallnachsorgedienstes seien beistehen, zuhören und trösten. Das Grundverständnis der Mitglieder bestehe darin, einfach für andere da zu sein.

In Stunden, in denen Fassungslosigkeit, Kummer und Leid die Atmosphäre bestimmen, leisteten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer diesen Service für die Bürgerinnen und Bürger im Zollernalbkreis. "Neue Mitglieder sind immer willkommen, insbesondere im Raum Albstadt benötigen wir weitere Helfer, die uns unterstützen", berichtet Heike Rau. In einem ausführlichen Gespräch würden die Interessierten über die Tätigkeit informiert.

"Dabei kann es zu jeder Tages- und Nachtzeit zu einem Einsatz kommen", erläutert Rau. Die Integrierte Leitstelle alarmiere die Helfer.

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