Blick auf den Bahnhof und den Vorplatz – dort wird sich bald einiges ändern. Das Areal wird grundlegend aufgehübscht. (Archivfoto) Foto: Maier

Gestaltung des Bahnhofsareals ist deutlich günstiger als gedacht. Umleitungen stehen an.

Billig ist die Neugestaltung des Balinger Bahnhofsvorplatzes nicht – aber deutlich günstiger als bisher gedacht. Voraussichtlich im März sollen die umfangreichen Arbeiten beginnen, die Balinger müssen sich auf Umleitungen und Verkehrsbehinderungen einstellen.

Balingen - Den Mitgliedern des Technischen Ausschusses des Gemeinderats lagen am Mittwochabend die Zahlen für das Großvorhaben auf dem Tisch – und die sind erfreulich: Gingen die Planer des Berliner Büros Holzwarth beim Baubeschluss im September vergangenen Jahres von Kosten in Höhe von 2,7 Millionen Euro aus, so sind es nun tatsächlich rund 800 000 Euro weniger. Der Auftrag für die eigentliche Platzgestaltung und den damit verbundenen Neubau der Bahnhofstraße soll an das Ravensburger Unternehmen Friedrich Storz Verkehrswegebau gehen (rund 1,7 Millionen Euro); dazu kommen Kosten im Zusammenhang mit der Neuverlegung von Kanälen und Leitungen im Auftrag der Stadtwerke..

Granit aus Spanien und nicht aus China

Tiefbauamtsleiter Markus Streich führte die deutlich gesunkenen Kosten auf die aktuelle Lage im Tiefbaugewerbe zurück: Dort werden derzeit günstigere Preise verlangt als zuletzt. Das Unternehmen Storz hat indes nicht nur das günstigste Angebot abgegeben, sondern ist laut Streich auch deswegen eine gute Wahl, weil es ein Spezialist für Freianlagen sei. Für den neuen Bahnhofsvorplatz sei somit die Qualität gesichert.

Wie berichtet, soll das Areal rund um den Bahnhof verkehrsberuhigt und gepflastert werden – und das nun sogar mit "regionalem" Granit: Die Steine dafür werden aus Spanien und nicht, wie zunächst gedacht und von einigen Stadträten im September noch kritisiert, aus China.

Arbeiten sollen bald beginnen

Der Vorplatz selbst ist künftig autofrei – und damit ganz anders als heute. Mittels sogenannter Pflasterbänder wird der Platz optisch über die Bahnhofsstraße bis auf den gegenüberliegenden Gehweg verlängert. Auf der Straße gilt künftig wohl Tempo 30, sodass Fußgänger problemlos hin- und herwechseln können.

Endgültig entscheiden über die Auftragsvergabe wird der Gemeinderat Ende Januar; die Bauarbeiten sollen unmittelbar nach der Vergabe beginnen. Zunächst sollen die Gas- und die Wasserleitung in der Bahnhofstraße neu verlegt werden, anschließend würde die Bahnhofstraße neu angelegt, bevor es an die eigentliche Platzgestaltung geht. Eingetaktet in diesen Ablauf sein müssen zudem der Bau des neuen Württemberger Hofs sowie des "Stadthauses" (früher Querbau). Ambitionierts Ziel der Stadtplaner ist, dass all diese Vorhaben bis 2023, dem Jahr der Gartenschau, fertig sind.

Mit dem Start der Bauarbeiten stehen massive Verkehrsbehinderungen an. Die Busse sollen während der Sperrung der Bahnhofstraße über den Vorplatz und das Lindle umgeleitet werden, Autofahrer müssen größere Umleitungen in Kauf nehmen.