Günther-Martin Pauli (links) erhält von Georgios Mpouras die "Charta der Gemeinsamkeiten" überreicht. Fotos: Haug Foto: Schwarzwälder Bote

Soziales: Mitglieder halten Sitzung im Landratsamt ab / Ausstellung "Weltethos" eröffnet

Zollernalbkreis. Die Interkulturelle Woche im Zollernalbkreis hat begonnen. Diese steht unter dem Motto "Zusammen leben, zusammen wachsen". Zur Eröffnung gab’s eine Vernissage, außerdem stellten sich die Mitglieder des Migrationsbeirates des Zollernalbkreises vor.

Im Foyer des Landratsamts eröffneten Landrat Günther-Martin Pauli und der ehemaliger Schulleiter der Alice-Salomon-Schule in Hechingen, Karl-Heinz Rauch, die Ausstellung "Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos" der Tübinger Stiftung Weltethos. Seit 2001 wird diese in verschiedenen Sprachen und Ausführungen in vielen Ländern gezeigt. Dabei war sie nicht nur in Schulen, Rathäusern, bei Religionsgemeinschaften, in Bildungseinrichtungen und Behörden zu sehen, sondern auch bei internationalen Organisationen wie der UNO in New York, dem IWF in Washington, dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg oder dem Europäischen Parlament in Straßburg. Die Sammlung zeigt, dass die Weltreligionen und philosophischen Traditionen trotz ihrer Verschiedenheit gemeinsame Werte und ethische Maßstäbe teilen. Rauch ging bei seiner Eröffnungsrede auf die Herausforderungen ein, die unsere Zeit mit sich bringe: Der Weltethos sei eine zukunftsweisende Idee, es gehe um die Verpflichtung zu Gerechtigkeit, um Solidarität, Toleranz und Gleichberechtigung. "Menschlichkeit genügt nicht, es geht darum, mitmenschlich zu sein", sagte Rauch. Organisiert wurde die Ausstellung von der Arbeitsgruppe Interreligiöser Dialog des Migrationsbeirats.

Nach der Vernissage fand dann die erste öffentliche Sitzung des 2019 ins Leben gerufenen Migrationsbeirats des Zollernalbkreises statt. Dessen Mitglieder um Landrat Günther-Martin Pauli und Sozialdezernent Georg Link stellten dabei sich und ihre Ziele der Öffentlichkeit vor. Die Besucher gaben ihnen weitere Anregungen auf den Weg.

Eigentlich sei die erste öffentliche Sitzung viel eher geplant gewesen, so Pauli, aber Corona habe dazwischengefunkt. Pauli nutzte die Gelegenheit und präsentierte mit einem kurzen Video das vom Landkreis mitfinanzierte Schulprojekt für Flüchtlingskinder an der türkisch-syrischen Grenze. Pauli erhofft sich, das Projekt weiter unterstützen zu können, auch mit Hilfe von Firmen und Privatpersonen.

Dann ergriffen die anwesenden Mitglieder des Migrationsbeirates das Wort und stellten sich einzeln vor. Dem Beirat gehören Duygu Cakmak, Hadieh Dalati, Solange Fischer-Bernardino, Karl-Otto Gerstenecker, Valentina Kandler, Irmgard Kolbe, Georgios Mpouras, Katerina Murillo-Soberanis, Karl-Heinz Rauch, Hüznü Yagbasan, Ertekin Avcilar, Tugba Kalkan, Marianne Roth, Amrei Steinfort, Pater Augusty Kollamkunnel und Gert Ungureanu an. Der Beirat besteht aus Mitgliedern zahlreicher Nationalitäten, die in verschiedenen Gemeinden im Zollernalbkreis leben.

Der Migrationsbeirat hat sich zur Aufgabe gemacht, Impulsgeber und Interessensvertreter für alle Themen der Migration und Integration im Zollernalbkreis zu sein. Die Mitglieder sind in verschienen Arbeitsgruppen wie Interreligiöser Dialog, Kommunikation, Bildung und Sprache sowie Soziales organisiert. In diesen Arbeitsgruppen werden jeweils spezielle Ziele formuliert und Projekte ausgearbeitet. Ein solches Projekt war etwa die "Charta der Gemeinsamkeiten". Als Überraschung bekam Landrat Pauli von Georgios Mpouras diese Charta in gerahmter Form überreicht.

  Die Charta und weitere Informationen zum Migrationsbeirat kann man auf der neu eingeführten Website des Beirates abrufen unter www.zollernalbkreis.de/ migrationsbeirat. Die "Weltethos-Ausstellung ist werktags noch bis zum 16. Oktober während der allgemeinen Öffnungszeiten des Landratsamtes zu sehen.