Eine Stunde haben die Spieler Zeit, um im Frommerner Escape Room der chinesischen Mafia das Handwerk zu legen. Micha vom Team kennt das Versteck der Waffe, als Spielleiter gibt er von außen per Bildschirm Tipps. Foto: Thiercy

Knifflige Suche nach der Mordwaffe: Teams müssen der chinesischen Mafia das Handwerk legen.

Balingen-Frommern - Vor rund einem Jahr hat ein Team in Weilstetten den ersten Escape Room im Zollernalbkreis eröffnet. In Frommern hat vor einigen Wochen nun der zweite Themenraum der EscapeArea Zollernalb seine Tore geöffnet.

Nachdem im ersten Raum die Menschheit vor einem tödlichen Virus gerettet werden musste, bietet die zweite Mission ein völlig anderes Szenario: Teilnehmende Teams betreten ein bis ins Detail inszeniertes chinesisches Restaurant. Zwischen ihnen und dem Sieg über die chinesische Mafia steht eine Mordwaffe. Diese müssen sie finden, um dem dunklen Treiben ein Ende zu setzen.

Die Spieler schlüpfen in die Rolle eines Sondereinsatzkommandos. Sie haben eine Stunde Zeit. Sie kriechen unter Tische, rätseln, was die Gegenstände zu bedeuten haben. Dann die erste Idee, das erste Schloss schnappt auf.

Doch dann hakt es. Keiner hat eine Idee, wie der neue Hinweis zu deuten ist. Aus der Kommandozentrale wird ein Tipp über einen Bildschirm eingeblendet. Die Spielleiter haben die Teams stets im Blick, die im übrigen gar nicht richtig eingeschlossen sind – das wäre in Deutschland rechtlich nicht erlaubt.

Das Prinzip von "Live Escape Games" erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Die Themenräume stärken den Teamgeist und zeigen, was in den Teilnehmern steckt. Man müsse sich außerhalb seines gewohnten Gedankenumfelds bewegen, um in solchen Räumen weiterzukommen, sagt Veranstalter Micha. In der Stunde Spielzeit vergessen die Teilnehmer alles andere. Sie sind fernab der digitalen Welt, die Handys müssen sie abgeben. "In dieser Stunde können dir nur dein Kopf und vor allem dein Team helfen", sagt Carina vom Team. Wenn es nicht mehr weitergeht, geben Micha und Carina einen Tipp von außen, der die Spieler dem Ziel einen Schritt näher bringt.

Nur noch ein paar Minuten, die Uhr tickt gnadenlos. Kurz vor Ablauf der Zeit schafft es das Team, das letzte Rätsel zu lösen, und hält die Mordwaffe in den Händen. Die chinesische Mafia ist besiegt.

Freudestrahlend nehmen die Spielleiter das Team wieder in Empfang: "Hattet ihr Spaß?" Ja, hatten sie, und die Macher genauso.

Wie kommt man auf die Ideen für Escape Rooms? "Eigentlich beginnt, ähnlich wie beim Film, alles mit einem Drehbuch, einer guten Story", erzählt Carina: "Danach überlege ich, welche Aufgaben und Rätsel zum Thema passen, und versuche, diese logisch in eine Abfolge zu bringen. Dann werfe ich diese Abfolge gefühlte 100 Mal um, nehme Aufgaben wieder raus, füge andere hinzu, und irgendwann, wenn ich meinen eigenen Perfektionismus besiegt habe, liegt das Rätselkonzept da. Im nächsten Schritt fangen wir an, die Kulisse zu bauen, optimieren unser Konzept erneut gefühlte 100 Mal, und dann sind wir Monate später fertig."

Micha sagt: "Ich glaube, dass sich mit Escape Rooms eine völlig neue Form der Unterhaltung entwickelt. Mit ganz eigenen Regeln und ungeahnten Möglichkeiten. Escape Games schaffen es, unterschiedlichste Menschen zusammenzubringen."

Ohne vorherige Erklärung geht keine Gruppe ins Abenteuer. Michas Tipp lautet: "Je mehr ihr euch auf das Abenteuer einlasst, desto mehr Spaß habt ihr." Und Carina meint: "Vergesst einfach, dass ihr erwachsene Menschen seid. Das hilft ungemein."