Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Balingen Mit dem E-Longboard durch die Stadt

Von
Öfter mit dem E-Longboard in Balingen unterwegs: Igor Cercic. Foto: Beate Müller

Balingen - "Geht ganz einfach", sagt Igor Cerkic. Er stellt sich vor dem Balinger Rathaus breitbeinig auf sein Longboard, nimmt die Fernbedienung zur Hand. "Los geht’s." Ein leises Surren, und der 43-Jährige saust mit seinem Brett durch die Fußgängerzone. Passanten bleiben stehen und gucken verdutzt, wie schnell Cercic unterwegs ist. Und vor allem: womit.

Cerkic stand schon als Jugendlicher gern auf dem Skateboard, nun, im etwas reiferen Alter, hat er keine Lust mehr auf anschieben. Er lässt jetzt anschieben, ein kleiner, leistungsstarker Motor an seinem Longboard erledigt das für ihn. "Das macht einen Heidenspaß", sagt Cerkic. Und mehr als das: Fahrzeugen wie dem E-Longboard, aber auch E-Rollern gehöre die Zukunft, ist er überzeugt.

Akkuladung reicht für 50 Kilometer

Der Frommerner hat am Thema Mobilität schon von Berufs wegen ein großes Interesse. Als Messtechniker und Projektkoordinator mit den Schwerpunkten Fahrassistenzsysteme und Autonomes Fahren ist Cerkic für einen großen Dienstleister der Fahrzeugindustrie in Hildrizhausen tätig. Besonders spannend findet er die Erforschung sogenannter Last-Mile-Konzepte; dabei geht es um die Frage, wie Menschen, nachdem sie etwa mit Auto, Bus oder Bahn in einer Stadt angelangt sind, vom Parkhaus, von der Haltestelle oder vom Bahnhof bis an ihr eigentliches Ziel kommen. Cerkic ist überzeugt, dass kleine, elektromobile Systeme dabei in Zukunft eine große Rolle spielen werden.

So wie etwa sein E-Longboard, einem Modell aus Australien. "Ein Luxusgerät" sei das, sagt Cerkic. Ausgestattet ist das rund acht Kilogramm schwere Fahrzeug mit zwei bürstenlosen und deshalb extrem wartungsarmen Motoren, die zusammen 3000 Watt Leistung bringen, was etwa 4,5 PS entspricht. In vier Geschwindigkeitsstufen kann man damit auf Straßen düsen, dank der breiten "All Terrain"-Luftbereifung auch problemlos über Feldwege. Eine Akkuladung reicht für etwa 50 Kilometer. Beschleunigt und gebremst wird über eine WLAN-basierte Fernsteuerung, die man während der Fahrt immer in der Hand hält und die etwa die Geschwindigkeit und den Akkuladezustand anzeigt. Ein Helm ist empfehlenswert, vor allem dann, wenn man in den sogenannten GT-Modus schaltet – und damit bis zu 50 Stundenkilometer schnell unterwegs sein kann.

"Für mich ist das kein Spiel-, sondern ein Fahrzeug", sagt Cerkic. In Frommern fährt er mit seinem E-Longboard zum wenige hundert Meter entfernten Supermarkt, an seinem Arbeitsplatz in Hildrizhausen düst er damit auch mal eben zum Großkunden mit dem Stern auf der Kühlerhaube. In allen Fällen verzichtet er für solche Kurzstrecken aufs Auto.

Gut, gibt Cerkic zu: Ein wenig Übung brauche es schon, bis man sicher auf einem ­E-Longboard steht. Viele seiner Freunde hätten es bereits ausprobiert, gestürzt sei keiner. Habe man den Dreh einmal raus, sei es ganz einfach: "wie Fahrradfahren".

Sein Modell hat Cerkic im Juli gekauft, seitdem war er rund 700 Kilometer damit unterwegs. Nicht nur für berufliche Zwecke oder zum Einkauf, auch gerne in der Freizeit: auf Fahrradwegen, im Wald nahe Zillhausen, ausgiebig während des Sommerurlaubs in Kroatien. Es sei praktisch und umweltschonend, darauf zu rollen, und schön obendrein: Der Fahrtwind pfeife einem um die Ohren, man könne "richtig geil" in die Kurven liegen und carven. "Das Teil macht süchtig", sagt er und lacht. Das Problem daran, wie bei manch anderen Suchtstoffen auch: Eigentlich dürfte Cerkic mit dem E-Longboard nicht unterwegs sein. In Deutschland haben die E-betriebenen Kleinfahrzeuge noch keine Betriebserlaubnis. Derzeit läuft auf Bundesebene das Gesetzgebungsverfahren, dieses ist aber noch nicht abgeschlossen, so dass Cerkic streng genommen jedes Mal, wenn er auf seinem Board fährt, eine Straftat begeht.

In anderen Ländern sei die Politik deutlich weiter, sagt er: In Österreich und der Schweiz etwa gelten Longboards mit Elektromotor als E-Bikes. In Berlin aber sei man noch nicht soweit: "Unsere Bundesregierung verpennt jeden Trend", sagt Cerkic und erinnert an den Zulassungsprozess für die Segways: Fünf Jahre habe dieses gedauert.

Cerkic ist sicher: Sobald die Zulassung möglich sei, werde man auf den Straßen in Deutschland noch viel mehr solcher alternativer, elektrobetriebener Kleinfahrzeuge sehen: "Die Menschen wollen mobil sein, sie werden aber vor allem für kurze Strecken künftig nicht mehr nur immer mit dem Auto fahren."

Fotostrecke
Artikel bewerten
14
loading
 
 

Ihre Redaktion vor Ort Balingen

Steffen Maier

Fax: 07433 901829

Flirts & Singles

 
 
2

Kommentare

Artikel kommentieren

Kommentarregeln

Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.

  1. Passwort vergessen?
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!
  1. null

loading