Ein Großaufgebot an Einsatzkräften war an der Unfallstelle. Foto: Ungureanu

Ursache unklar. Trümmerteile einer Maschine fallen auf Gelände der Jugendherberge. Schülergruppe bleibt unverletzt.

Balingen-Weilstetten/Meßstetten-Tieringen - Zwei Segelflugzeuge sind am Dienstag gegen 17.30 Uhr über der Jugendherberge auf der Lochen zusammengestoßen und abgestürzt. Die Piloten und ein Passagier konnten sich mit den Fallschirmen retten. Ernsthaft verletzt wurde niemand.

Als die Wrackteile herunterstürzten, waren zahlreiche Schüler vom Gymnasium Gosheim auf dem Gelände. Sie nahmen an einer Chorfreizeit teil. "Sie hatten unglaubliches Glück", sagt Werner Strohmaier, der Lebensgefährte der Pächterin Susanne Lutter. Sie seien mit dem Schrecken davongekommen, stünden unter Schock.

Mehrere große Wrackteile liegen direkt neben dem Sportplatz, das Dach des Grillpavillons hat einen Schlag abbekommen, der Schornstein hängt schief. Er habe einen lauten Knall gehört und einen Einschlag. "Dann kamen die drei Fallschirme runter." Er habe beobachtet, wo sie gelandet seien, und sei sofort ins Auto gesprungen, um die Personen zu suchen. "Einen habe ich gleich gefunden, die anderen beiden später", sagt er. "Sie waren in den Bäumen gelandet und hatten leichte Schürfwunden."

Um 17.31 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Nach Angaben von Stadtbrandmeister Thomas Gührs war die Balinger Feuerwehr mit rund 25 Mann im Einsatz, das DRK mit dem Vorsitzenden Heiko Lebherz in etwa gleicher Stärke. Die beiden Piloten und der Passagier wurden zur Beobachtung in umliegende Krankenhäuser gebracht. Auch ein Kind, das einen Fuß verstaucht hatte, wurde im Krankenhaus behandelt. Die anderen Kinder, die noch unter Schock standen, wurden vom Notfallnachsorgedienst betreut. Die Feuerwehr musste auslaufenden Kraftstoff binden. Das eine Flugzeug hatte einen kleinen Motor und einen Hilfspropeller.

Über dem Gelände kreiste ein Hubschrauber der Landespolizei, Beamte der Kriminalpolizeidirektion Rottweil waren im Einsatz und nahmen die Ermittlungen zur Unfallursache auf. Auch Kreisbrandmeister Stefan Hermann und der Erste Landesbeamte Matthias Frankenberg waren vor Ort. Bei den beiden Piloten habe es sich um Segelflieger aus Kirchheim/Teck gehandelt, sagten sie. Sie hätten wohl an einem Wettbewerb teilgenommen, und die beiden Maschinen seien in der Luft zusammengestoßen.

Zur Unfallursache und zur Schadenshöhe konnten bislang keine Angaben gemacht werden. Die Feuerwehr Weilstetten sperrte die Lochenstrecke ab Ortsausgang; der Verkehr wurde umgeleitet.