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Balingen Mehr Geld für Fundkostenpauschale

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Das Tierheim Tailfingen im Blick: der Vorsitzende des Tierschutzvereins Zollernalbkreis Günter Wiebusch und Dezernentin Gabriele Wagner in der Sitzung des Kreistagsausschusses. Foto: Ungureanu Foto: Schwarzwälder Bote

Die zweckgebundene Fundtierkostenpauschale des Landkreises wird auf jährlich 100 000 Euro erhöht, der Vertrag mit dem Tierschutzverein vorfristig bis 2025 verlängert. Einem gemeinsamen Antrag von CDU, FWV, Grünen, SPD, FDP und Linken ist der Verwaltungs- und Finanzausschuss des Kreistags einstimmig gefolgt.

Zollernalbkreis. Der Fundtierkosten-Pauschalvertrag, so die Begründung, sei "als Zeichen der Anerkennung und des Vertrauens in die vom Verein geleistete Arbeit vorzeitig bis zum Jahr 2025 zu verlängern". Darüber hinaus gibt es im kommenden Haushaltsjahr 100 000 Euro als anteiligen Investitionszuschuss für anstehende Sanierungsmaßnahmen im Tierheim in Tailfingen.

Dezernentin Gabriele Wagner verwies auf die immer größere Zahl von Tieren, die im Tierheim abgegeben werden. "Katzen sind unser Hauptproblem", sagte sie. Diese würden am häufigsten angeliefert und am längsten im Tierheim bleiben. Ein Problem sieht die Dezernentin auch bei illegal aus dem Urlaub mitgebrachten Hunden, die ohne Impfung mit teils gefälschten Papieren aus Rumänien oder Ägypten nach Deutschland geschleust werden. Diese müssten in Quarantäne gehalten werden, und das Hundehaus in Tailfingen sei in einem desolaten Zustand. Vermehrt würden neuerdings auch Schlangen oder Wasserschildkröten ins Tierheim gebracht. "Das zwingt uns, die Pauschale bedingt anzupassen", sagte sie.

Der Vorsitzende des Tierschutzvereins Zollernalbkreis, Günter Wiebusch, erklärte, "wo der Schuh drückt". Das Hauptproblem seien die Katzen, bestätigte er: "Wir wissen nicht, ob es sich um verlaufene oder um herrenlose Tiere handelt." Oft seien sie so verwahrlost, dass sie wochenlang behandelt werden müssten: "Das geht enorm ins Geld, und da sind die Tierarztkosten nicht mit drinnen." Allein die Personalkosten im Tierheim bezifferte Wiebusch mit rund 200 000 Euro im Jahr.

Bei der aktuellen Diskussion um sogenannte Listen- oder Kampfhunde sieht Wiebusch ein Problem. Er könne die Entscheidung einiger Städte und Gemeinden, die Steuer für "gelistete" Hunde kräftig zu erhöhen, zwar von der Sache her nachvollziehen, sagte er. Gleichzeitig warnte er aber: "Treffen Sie damit nicht die falschen Leute, und listen Sie nicht die falschen Hunde!" Es gehe hier um ein ganz bestimmtes Klientel, das seine Hunde falsch halte beziehungsweise erziehe. Eine Erhöhung der Hundesteuer für sämtliche Listentiere wäre "ein Schritt, der falsche Signale setzt". Bei einer Erhöhung der Hundesteuer um das Sechsfache sei zu befürchten, dass manche Hundehalter ihre Tiere aus finanziellen Gründen abgeben müssten, und bei einer so hohen Hundesteuer könnten diese dann nicht mehr vermittelt werden. "Wenn zehn Listenhunde ins Tierheim gebracht werden, können wir den Laden zumachen", sagte Wiebusch.

"Tiere sind Lebewesen", mahnte Landrat Günther-Martin Pauli. Sie dürften nicht gedankenlos "als Weihnachtsgeschenk" Kindern gegeben werden, wenn sie danach im Tierheim landen und den Steuerzahler belasten. Ziel sei es, dem Verein entsprechende Mittel zu geben, um nach dem von ihm erstellten "Masterplan" von 2017 das Tierheim so aufzubauen, dass es auch in mageren Zeiten handlungsfähig bleibe.

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